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Kohler: Hybridkonzept in der Praxis

Schon zur Bauma 2019 hat der Motorenhersteller Kohler für den Offroad-Bereich mit K-HEM ein hybrides elektrisches und mechanisches Kombikonzept K-HEM (»Kohler Hybrid Energy Module«) vorgestellt, das es Geräteherstellern ermöglichen soll, unterschiedliche Energiequellen nicht in Konkurrenz stellen zu müssen, sondern vielmehr deren Verbindung zu ermöglichen (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 3/19, Seite 142). Eine praktische Umsetzung des Konzepts bietet die Hubarbeitsbühne Spyder DT28 von Cela.

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Bei K-HEM wird die Leistungsbasis durch den Verbrennungsmotor bereitgestellt, während die Leistungsspitzen durch den Elektromotor gewährleistet werden. Die integrierte Hauptsteuereinheit erlaubt es, die Arbeitsmodi und Übergänge nach den jeweiligen Bedürfnissen zu überwachen und zu verwalten.

Die Stromerzeugung beim K-HEM erfolgt mit einer Kombination aus dem 18 kW (24,1 PS) starken Dieselmotor KDW 1003 und einem 48-V-Elektromotor. Der KDW 1003 erfüllt die Emissionsnormen der EU-Stufe V und benötigt keinen Dieselpartikelfilter. Der Elektromotor liefert eine Spitzenleistung von maximal 15 kW (20,1 PS) und eine Dauerleistung von 9 kW (12,1 PS). So kommt das K-HEM auf eine Gesamtleitung von mehr als 30 kW (40,2 PS), ohne dass dafür Abgasnachbehandlungssysteme erforderlich wären.

Mit dem K-HEM 2504 erweitert Kohler das Konzept nach oben. Das Hybridaggregat kombiniert hier einen Dieselmotor des Typs KDI 2504TCR mit 55,4 kW (EU-Stufe V ohne SCR) und einen 48-V-Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 19,5 kW und der bekannten Dauerleistung von 9 kW. Das Hybridaggregat K-HEM 2504 setzt auf ein effizientes DPF-Management, das die für die Regenerationsprozesse erreichten Temperaturen zum Aufladen des Akkus nutzt.


Beide K-HEM-Hybridaggregate sind für Anwendungen konzipiert, die durch diskontinuierliche Arbeitszyklen gekennzeichnet sind, die Leistungsspitzen erfordern wie es bei Schweißgeräten, Rasenmähern, Traktoren mit landwirtschaftlichem Zubehör sowie Maschinen der Fall ist, die hauptsächlich mit konstanten Arbeitszyklen bei geringer Belastung arbeiten, wie Hubarbeitsbühnen oder Gabelstapler.

K-HEM 1003 in der Hubarbeitsbühne Spyder DT28

In seiner Hubarbeitsbühne Spyder DT28 greift der italienische Hersteller Cela jetzt auf Kohlers Hybridkonzept K-HEM 1003 zurück. Weil der Verbrennungsmotor im K-HEM 1003 keine zusätzlichen Nachbehandlungssysteme benötigt, sind Maschinenstillstände durch Regenerationsprozesse ausgeschlossen. Der elektrische Teil des Aggregats ermöglicht es, die von der Hubarbeitsbühne in den höchsten Belastungsphasen benötigten Leistungsspitzen zu erreichen. »Die Hubarbeitsbühne Spyder DT28 ist ein perfektes Beispiel für die Effektivität der Zusammenarbeit: Sie ist das Ergebnis einer perfekten Integration zwischen dem Hybridaggregat und der Maschine, die darauf abzielt, die Produktion zu maximieren und die Größe des Batteriepacks zu minimieren«, betont Massimiliano Bonanni, General Manager Product Strategy bei Kohler Engines.    t

Fakten

Weltpremiere für die neue KSD-Motorenserie

  • Zuwachs mit neuer Motorenfamilie bei Kohler: Mit KSD (Kohler Small Displacement) hat der Motorenbauer kürzlich drei neue Modelle vorgestellt, die über eine hohe Kompatibilität verfügen, einen vereinfachten Datenaustausch ermöglichen und kundenspezifische Einstellungen für jeden Arbeitszyklus bieten sollen.
  • Zur neuen Motorenplattform gehören die beiden Turbo-Common-Rail-Motoren KSD1403TCA mit Ladeluftkühler sowie der KSD1403TC. Beide Viertakt-Motoren sind mit je 18,9 kW Leistung bei 120 Nm (1 400 min‐1) für den TCA und 105 Nm (1 500min‐1) für die TC-Ausführung ausgestattet. Komplettiert wird das Trio durch den KSD1403NA – einem Saugmotor mit ebenfalls 18,9 kW Leistung bei rund 90 Nm (1 800 min‐1).
  • Alle Modelle sind Stufe-V-konform und sollen mit hoher Effizienz, Wartungsfreundlichkeit sowie verringertem Verbrauch auftrumpfen.

Das bauMAGAZIN berichtet ausführlich über die Details zu den Motorenneuheiten von Kohler in der Ausgabe 2/22.  d

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