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Kohler: Motorentrio startet neue KSD-Reihe

Mit KSD (Kohler Small Displacement) hat der US-Motorenbauer Kohler im November drei neue Modelle vorgestellt: Zur neuen Plattform gehören die beiden Turbo-Common-Rail-Modelle KSD1403TCA (mit Ladeluftkühler) und KSD1403TC. Komplettiert wird das Trio durch den Saugmotor KSD1403NA (das bauMAGAZIN berichtete bereits kurz in Heft 12/21-1/22, Seite 114).

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Die Wahl des richtigen Motors für die jeweilige Maschine – vom Stromaggregat bis zur Spezialmaschine– erfordert für Erstausrüster Zeit und erhebliche Investitionen. Mit der kürzlich vorgestellten neuen Motorenfamilie (Kohler Small Displacement) will Kohler ein global einsetzbares Produkt bieten – konform mit allen Normen weltweit und kompatibel mit allen Arten von Maschinen.

Die KSD-Serie besteht derzeit aus den drei Modellen 1403NA (Saugmotor), 1403TC (Turbomotor) und 1403TCA (Turbolader mit Ladeluftkühler), weitere sollen in den nächsten Jahren folgen.

Der US-Motorenhersteller rückt besonders die Leistungswerte des Trios in den Vordergrund. So nennt er beispielhaft ein hohes Drehmoment von 95 Nm im unteren Drehzahlbereich bei 1 000 min‐¹, ein Spitzendrehmoment von 120 Nm bei einer niedrigen Drehzahl von 1 400 min‐¹ und eine Spitzenleistung von 18,4 kW bei 1 800 min‐¹.

Die drei neuen Motoren unter 19 kW erfüllen alle globalen Emissionsnormen und Kraftstoffe, zudem wird das Angebot durch Multi-Fuel-Lösungen für Diesel, Benzin und Propan bereichert.

Vielseitigkeit in der Praxis

KSD-Motoren werden elektronisch gesteuert, sind aber laut Kohler so einfach zu bedienen wie mechanische Motoren. Das Kraftstoffsystem unterstützt eine präzise Kraftstoffdosierung und ein, so der Hersteller, hervorragendes Lastverhalten, was zu Zeitersparnis und erhöhter Produktivität führen soll. Dank robuster Komponenten gilt die Serie als für alle Schwerlastanwendungen geeignet und lässt sich nach Herstellerangaben problemlos in bestehende Telematiklösungen integrieren. Durch die flexible Positionierung des Gebläses kann der Motor in eine Vielzahl von Maschinen eingebaut werden.

Auch die Integration zwischen Motor und Maschine wurde durch ein besseres Ansprechverhalten, durch Drive-by-Wire, Drehzahlregelung, automatischen Stopp, Pedalkennfeldeinstellung und Lüfterdrehzahlregelung verbessert. Die elektronische Steuerung soll es dem Motor ermöglichen, auch in großen Höhen eine hohe Leistung zu erbringen.


Breite Funktionsvielfalt

Die KSD-Motoren unterstützen Prognose-, Diagnose-, Geolokalisierungs- oder auch Fernüberwachungsfunktionen sowie eine Umschaltbarkeit für den Einsatz im Stromaggregat. Als Einsatzbereiche sieht der Hersteller Generatoren im Energiesektor, Traktoren in der Landwirtschaft, Bagger und Lader im Baugewerbe, Gabelstapler in der Logistik sowie Kompressoren, Dumper, Rasenmäher oder gar Kühlanlagen.

Wartungkosten minimieren

Das Wartungsintervall liegt bei bis zu 500 Stunden, sowohl für Öl- als auch für Kraftstofffilter. Die Konzentration auf eine saubere Verbrennung dient einem geringeren Ölverbrauch und der Vermeidung sowohl einer Ölverdünnung als auch einer starken Rußölverschmutzung. Erreicht wird das laut Kohler u. a. durch das spezielle Kolbenring-Design und eine besondere Kurbelgehäuseentlüftung. Darüber hinaus bieten die KSD-Motoren eine Poly-V-Riemenlösung für 2 000 Stunden unter schweren Bedingungen.

Erleichterte Anpassung

KSD-Motoren sollen sich besonders leicht in die komplexen elektronischen Systeme sich ständig weiterentwickelnder Maschinen integrieren lassen und damit als »Drop-in«-Lösung deren eventuell erforderliche Modifikation oder gar Neuentwicklung vermeiden helfen.

Weil die Kühlerposition anpassbar ist, müssen Kühler beim Konstruktionswechsel auf die KSD-Reihe nicht neu positioniert werden. Dank der »doppelten Wartungsseite« können Ölfilter, Ölmessstab und Kraftstofffilter auf der bevorzugten Wartungsseite untergebracht werden. Die elektronische Steuerung bringt keine zusätzlichen Kosten für OEM mit sich. Damit sieht Kohler in seinen neuen Motoren eine Komplettlösung, die den gleichen Installationsaufwand wie derzeitige mechanische Systeme bietet. Die elektronische Steuerung erlaubt die Integration aller Funktionen der größeren Maschinen wie CAN-BUS-Kommunikation, TSC1-Steuerung, maßgeschneiderte Fehlermeldungen und Ferndiagnose.

»Upgrade on the Go«

Kohler ist ebenso davon überzeugt, dass OEM und Händler das »Single Spec«-Verhältnis schätzen werden, das eine schlanke Lagerhaltung mit einer Basisspezifikation verspricht. Einzelne Motoren können damit intern modifiziert werden, wie durch den nachträglichen Anbau einer dritten Zapfwelle, verschiedene Positionen des Kühlgebläses, eine doppelte Wartungsseite oder eine alternative Ölwanne sowie Filter zur Verlängerung der Ölwechselintervalle.    t

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