JCB Deutschland GmbH Im Anmarsch: Kompakte Kraftpakete

Lesedauer: min | Bildquelle: JCB Deutschland
Von: Thomas Seibold

Am 20. und 21. März brannte JCB im britischen Headquarter ein wahres  Produkt-Feuerwerk ab – und die Redaktion des bauMAGAZIN war mit dabei. Vorgestellt wurde eine Vielzahl neuer Maschinen und Technologien, darunter mit dem 370X das neue Topmodell im Kettenbagger-Portfolio samt überarbeitetem UX-Betriebssystem sowie der speziell für den Hydradig entwickelte Tiltrotator »Raptor« (das bauMAGAZIN berichtete in Ausgabe 05/24 ab Seite 30). Weitere Neuerungen gab es bei den kompakten Maschinen, die bevorzugt im GaLaBau und der Kommunaltechnik eingesetzt werden. Hier präsentierte JCB zwei neue Tandemwalzen mit Kohler-­Dieselmotor, den Elektro-Dumper »3TE« mit schwenkbarer Kippmulde, überarbeitete Kompaktlader (Skid Steer) und eine neue Generation an Baggerladern.

Die zwei neuen Tandem-Vibrationswalzen CT380 / 430 vervollständigen laut JCB das Angebot an Maschinen in der Gewichtsklasse unter 5 t. Sie wurden hauptsächlich für die Vermietungsbranche konzipiert und schließen die bislang bestehende Lücke zwischen den bereits bekannten Modellen CT160 und CT260. Beide Neuzugänge werden vom neuen Kohler Stufe V-Dieselmotor KDI1903 mit einer Leistung von 36,5 kW angetrieben. Dieser verfügt über einen Dieseloxidationskatalysator (DOC) und einen Dieselpartikelfilter (DPF). Wie bereits die Modelle CT160 und CT260 sollen auch die neuen Tandemwalzen laut JCB mit einer intuitiven Bedienung, geringem Wartungsaufwand und einer einfachen, robusten Verdichtungslösung punkten.

Die Tandemwalze CT380-130 stellt dazu ein Betriebsgewicht von 4,1 t zur Verfügung und erzeugt eine Betriebslinearlast von 15,8 kg/cm. Mit einer Zentrifugalkraft von 41 bis 59 kN hat die Maschine eine Vibrationsfrequenz von 50 bis 60 Hz und eine Amplitude von 0,50 mm. Die Trommeln können um bis zu 80 mm nach beiden Seiten versetzt werden. Die größere CT430-140 bringt 4,5 t auf die Waage und bietet eine Linearlast von 16,4 kg/cm. Mit der gleichen Frequenz von 50-60 Hz und einer Amplitude von 0,50 mm liefert die schwerere Maschine jedoch eine Zentrifugalkraft von 44 bis 63 kN. Die Walzen sind zudem in der Lage, eine Steigung von 30 % mit eingeschalteter Vibration oder 40 % ohne Verdichtung zu bewältigen.

Beide Modelle haben eine maximale Arbeitsgeschwindigkeit von 10 km/h und verfügen über ein hydrostatisches Doppeltrommelantriebssystem sowie einen hydrostatischen Antrieb für beide Trommelvibrationssysteme. Ein manueller Versatz der Trommeln soll sicherstellen, dass auch in der Nähe von Bordsteinen und Metallkanten ohne Beschädigungsgefahr gearbeitet werden kann. Über eine automatische Vibrationssteuerung (AVC) wird zudem eine zu starke Verdichtung vermieden. Serienmäßig ist außerdem das LiveLink-Telematiküberwachungssystem. Es bietet Informationen über Maschinenstandort sowie -zustand und ermöglicht es Kunden, Service und Wartung effektiv zu planen. Optional steht ein Pro-Paket zur Verfügung. Es bietet federbelastete, klappbare Trommelschaber, einen Doppelfahrhebel, einen White-Noise-Rückfahrwarner, zusätzliche Arbeitsscheinwerfer am ROPS-­Rahmen und einen Asphalttemperatur-Sensor. Die Maschinen können auch mit einem links- oder rechtsseitigen Schneidgerät, einem Straßenbeleuchtungssatz, einer Wegfahrsperre und einer grünen Rundumleuchte individuell angepasst werden.

Der 270T Kompakt-­Raupenlader (r.) und der JCB Teleskid 3TS-8W verfügen beide über den JCB 3-Liter-DieselMax 430 Motor mit 55 kW Leistung.

3-t-Dumper jetzt elektrifiziert

Der neue »3TE Dumper« wurde für den Einsatz in Innenräumen sowie in emissions- und lärmempfindlichen Bereichen entwickelt. Laut JCB bietet er alle Vorteile des bereits bekannten 1-t-Modells »1TE« sowie des 3-t-Dumpers mit Dieselmotor, weist jedoch mit einer maximalen Nutzlast von 3 t eine dreimal größere Kapazität auf.

Die Maschine bietet eine maximale Last über der Höhe von 1 566 mm. Dafür wurde der Dumper mit einer Vollstahlmulde und einem hochbelastbaren knickgelenkten Fahrgestell ausgestattet. Anstatt eines konventionellen Dieselmotors mit hydrostatischen Fahrantrieb wird er von einem Elektromotor angetrieben, der mit einem Verteilergetriebe für einen permanenten Allradantrieb sorgt. Ein 22,3 kW Elektromotor ist dafür zuständig, während ein zweites 16,1 kW Aggregat über eine Hydraulikpumpe den Hydraulikkreis der Maschine mit Leistung versorgt.

Die Energie wird von einem 20 kWh Lithium-Ionen-Akku geliefert, der im üblichen Normalbetrieb einen vollständigen Schichtbetrieb ermöglichen soll. Dieser kann über eine 230-V-Schuko- oder -CEE-Steckdose geladen werden. Optional steht ein Schnellladegerät für ein flexibles Zwischenladen beispielsweise in Pausen zur Verfügung. Der in erster Linie für den europäischen Markt konzipierte »3TE« arbeitet lokal emissionsfrei und geräuscharm. Er eignet sich daher ideal für den Einsatz in Gebäuden, unter Tage und auf emissionsempfindlichen Baustellen in Wohngebieten oder in der Nähe von Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.

Zahlen

  CT380-130 CT430-140
L x B x H (mm, bis Oberkante ROPS) 2 830 x 1 390 x 2 550 2 830 x 1 490 x 2 550
Bandagenbreite (mm) 1 300 1 400
Betriebsgewicht (CECE) (t) 4,1 4,5
Arbeitsgeschwindigkeit max. (km/h) 10 10
Bandagenversatz l./r. manuell (mm) 80 80

Neue Kompaktlader

Bei den neuen Kompaktladern mit großer Plattform kommt ein JCB 3-l-DieselMax 430 Motor mit 55 kW Leistung zum Einsatz. Das Aggregat erreicht die EU-Stufe V durch ein optimiertes Brennkammerdesign, einen Dieselpartikelfilter (DPF) und eine Abgasrückführung (EGR). Der Motor kommt ohne ein Additiv wie AdBlue aus. Obwohl er 24 % kleiner und 30 % leichter ist als sein größerer 4,4-l-Vorgänger, wird die gleiche Leistung erzeugt. Über die JCB Auto Stopp-Funktion kann der Kraftstoffverbrauch weiter optimiert werden, indem der Motor nach einer voreingestellten Leerlaufzeit abgeschaltet wird.

Das Upgrade gilt nach Angaben des Herstellers für den 270 Skid-Steer, den 270T Kompakt-Raupenlader und den JCB Teleskid 3TS-8W. Der 270 Skid-Steer und 270T Kompakt-Raupenlader weisen eine Nenntragfähigkeit von 1,25 t und nahezu identische Überladehöhen von 2,9 m und 2,88 m auf. Beide verfügen über einen Powerboom-Einzelausleger mit einem Vertikalhub. Der Teleskid 3TS-8W ist ebenfalls mit einem Einzelausleger ausgestattet, hat aber den zusätzlichen Vorteil der veränderlichen Reichweite des Teleskop­arms, welcher eine zusätzliche Ladehöhe und Vorwärtsreichweite bietet. Mit einer maximalen Nenntragfähigkeit von 1,45 t bietet die Maschine eine maximale Reichweite von mehr als 4 m mit einem radialen oder vertikalen Hub.

Die Tandemwalze CT380-130 stellt ein Betriebsgewicht von 4,1 t  zur Verfügung und erzeugt eine Betriebslinearlast von 15,8 kg/cm.

Verbesserungen in der Kabine

Die größte Veränderung an der Kabine mit seitlichem Einstieg ist ein vertikaler Soft-Touch-Tastenblock an der rechten A-Säule. Dieser befindet sich über dem Starter-Schlüssel und unter dem Touchscreen-Display. Durch die Integration der Tasten und Instrumente in der oberen und seitlichen Kabinenverkleidung konnte die Glasfläche innerhalb der Kabine vergrößert und somit die Sicht nach vorne deutlich verbessert werden. Auch die B-Säule wurde umgestaltet, um die Sicht nach links zu verbessern.

Durch ein breiteres Dachfenster hat der Maschinenbediener auch eine komplett angehobene Schaufel oder Palettengabel stets voll im Blick, während eine optimierte Sitzverstellung es Bedienern ermöglicht, näher am vorderen Fenster zu sitzen, um die äußeren Kanten eines Anbaugeräts zu sehen. Darüber hinaus ist der Teleskid mit einer serienmäßigen Rückfahrkamera und LED-Arbeitsscheinwerfern ausgestattet.

Neue Baggerlader-Generation

Der Erfinder des Baggerladers stellte eine Reihe von Verbesserungen für die Modelle 3CX, 4CX und 5CX vor. Beispielsweise wird ein Sechsgang-Auto­shift-Getriebe alle manuellen und Powershift-Getriebe beim 3CX und 4CX in der Standardausstattung ersetzen. Um zwischen Straßen- und Ladeleistung zu wechseln, wird auch TorqueLock zum Standard, wodurch sich Fahrzeiten um bis zu 10 % verkürzen und der Kraftstoffverbrauch um 25 % verbessern sollen.


Die Einführung von »Dual Drive« bringt das Fahrerlebnis laut JCB »auf ein neues Niveau«. Standardmäßig in 3CX Pro und 4CX Pro Maschinen mit Servosteuerung verbaut, ermöglicht es dem Bediener, die Maschine auch zu repositionieren, während er dem Baggerarm zugewandt ist. Bisher musste dieser vorher den Sitz in die vordere Position drehen, um die Maschine zu versetzen. Das soll insbesondere das Ausheben von Gräben und Nivellierarbeiten erleichtern, da der Bediener die Maschine einfach entlang der Einsatzstelle verfahren kann, während er auf den Arbeitsbereich schaut. Ein hinten neben der Seitenkonsole positionierter Monitor bietet dabei über eine Frontkamera einen Weitwinkelblick nach vorne.

In die Überarbeitung seiner Baggerlader flossen die Erfahrungen von JCB aus dem Radladermarkt ein: Ein 6-in-1-Laderjoystick ermöglicht es dem Bediener, den Lader und die Fahrtrichtung mit einer Hand und die Lenkung mit der anderen zu steuern, ohne den Säulenschalthebel verwenden zu müssen. Ein Proportionalschalter an der Seite des Hebels betätigt das Öffnen und Schließen der 6-in-1-Schaufel. Mit der großen Schaufel, dem Auto­shift-Getriebe und der »Return to Dig«-Funktion soll es möglich sein, einen Lkw in nur 5 Minuten zu beladen. Um die Winkeleinstellung der 6-in-1-Schaufel für Nivellierarbeiten zu vereinfachen, hat JCB zudem eine »Return to Grade«-Funktion auf allen Maschinen eingeführt. Mit Aktivierung durch einen Schalter an der Seitenkonsole öffnet der Bediener einfach die Klappschaufel, bevor er den Joystick nach rechts bewegt. Das System stoppt die Schaufelrotation automatisch, wenn diese den optimalen Winkel für das Nivellieren erreicht hat. Außerdem kann mittels einer Adapter-Vorrichtung ein 2D-Laserempfänger an der Schwinge hinzugefügt werden. Dadurch kann der Bediener die Nivelliertiefe einstellen und somit genauer nivellieren bei gleichzeitiger Reduzierung der benötigten Zeit. Der integrierte Schnellwechsler ermöglicht darüber hinaus den einfachen Wechsel von der Schaufel auf eine Palettengabel mit 2 t Hubkapazität. Die neue Generation der Baggerlader wurde zudem mit einem 220 mm breiteren Gabelträger aufgerüstet, um die Stabilität bei der Arbeit mit besonders breiten Lasten noch weiter zu verbessern.  s

 

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