Von Januar bis April setzte sich damit der Aufwärtstrend fort: Mit 83 700 Wohnungen wurde ein Zuwachs von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Diese Entwicklung machte sich auch bei den Mehrfamilienhäusern mit 44 300 neu genehmigten Wohnungen und einem Plus von 14,7 Prozent bemerkbar. Während 2025 nur rund 110 000 Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern fertiggestellt wurden – fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), ordnet die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen ein: »Aus Baugenehmigungen müssen jetzt Projekte werden. Aber genau hieran hat es in den letzten Monaten gehapert, wie die Fertigstellungszahlen für 2025 und der niedrige Auftragseingang der Bauwirtschaft belegen. Es braucht klare, investitionsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen, damit nun auch wirklich gebaut wird. Von der Bundesbauministerin muss daher ein klares Maßnahmenpaket hervorgehen.« Müller weiter: »Das Monitoring des Bundes zum Sondervermögen zeigt auf, dass im vergangenen Jahr von insgesamt 327 Mio. Euro für den Wohnungsbau nur rund 37 Mio. Euro abgeflossen sind. Die nicht verausgabten Mittel müssen daher unbedingt im Bundeshaushalt 2027 dafür eingesetzt werden, den Wohnungsbau wieder in Schwung zu bringen. Gleichzeitig muss die Förderkulisse, wie angekündigt, deutlich vereinfacht werden. Hierbei reicht es aber nicht, die schon bestehenden Förderprogramme in die zwei Säulen »Sanierung« und »Neubau« aufzuteilen. Vielmehr braucht es auch eigenkapitalunterstützende sowie verbesserte, steuerliche Abschreibungsinstrumente und eine langfristige Planbarkeit der Programme für bezahlbaren Wohnungsneubau.«
Überjährige Finanzierung für Straße und Schiene gefordert
Ein weiteres zentrales Thema dieser Tage ist aus Sicht des HDB, die Verkehrsinfrastruktur des Bundes dauerhaft zu sichern. Hierzu der HDB kürzlich: Straße, Schiene und Wasserstraße müssten dauerhaft leistungsfähig gehalten und über Legislaturperioden hinweg planbar finanziert werden. »Unsere Verkehrsinfrastruktur ist Standortfaktor, Lebensader und Wettbewerbsgrundlage zugleich. Wer Wertschöpfung, Logistik, Pendlerverkehre und internationale Anbindungen sichern will, darf die Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen, sondern muss sie als zusammenhängendes System begreifen«, so Tim-Oliver Müller. Der Investitionsbedarf ist enorm: Für die Jahre 2025 bis 2030 wird ein kumulierter Bedarf von mehr als 600 Mrd. Euro beziffert. Zugleich sinkt die reale Investitionskraft seit Jahren, weil nominal steigende Budgets durch Baupreissteigerungen aufgezehrt werden. Politische Rekordsummen allein reichen deshalb nicht aus. Entscheidend ist, was preisbereinigt tatsächlich auf Baustellen ankommt. »Das Sondervermögen kann einen wichtigen Modernisierungsschub leisten. Es ist aber keine Dauerlösung. Wir brauchen jetzt die politische Entscheidung für eine dauerhaft abgesicherte, überjährige Finanzierung aller Verkehrsträger des Bundes – damit nach dem Auslaufen des Sondervermögens kein neuer Investitionsabfall droht«, so Müller.