In Zusammenarbeit mit dem Logistikunternehmen Gruber Logistics wird der Prototyp auf Basis des »S-eWay«-Serienfahrgestells vom Standort des Unternehmens in Nordostitalien aus eingesetzt. Der Testbetrieb erfolgt innerhalb der LTL-Sparte von Gruber Logistics (Less Than Truckload) und umfasst Sammelgut- sowie Teilladungstransporte. Mit einer Reichweite von bis zu 400 km wird das Fahrzeug bis Ende des Jahres auf Mittel- und Langstrecken getestet. Zuvor wurden bereits erste Testfahrten auf dem privaten Iveco-Testgelände in Ulm erfolgreich abgeschlossen. Der Lkw integriert mehrere innovative Lösungen, die im Rahmen des Programms »Horizon Europe« der Europäischen Kommission gefördert und in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern für die Iveco-Elektroplattform entwickelt wurden. Dazu zählen u. a. eine zusätzliche Fahrerhausisolierung sowie Funktionen des Human-Machine Interface (HMI), mit denen besonders nachhaltige Routen geplant und der Energieverbrauch optimiert werden können. Darüber hinaus wurde das Fahrzeug gezielt für den Einsatz im Sammelgutverkehr angepasst. Dazu gehören ein maßgeschneiderter Hilfsrahmen sowie zusätzliche Heckkameras, die den Logistikbetrieb erleichtern.
Das »EMPower«-Projekt steht für »Eco-operated, Modular, highly efficient, and flexible multiPowerTrain for long-haul heavy-duty vehicles«. Ziel des Projekts ist es, einen wichtigen Beitrag zur skalierbaren Einführung emissionsfreier Gütertransporte in Europa zu leisten. Durch die Erprobung batterieelektrischer Schwerlastfahrzeuge im logistischen Realbetrieb soll die Lücke zwischen technologischer Entwicklung und breiter Markteinführung geschlossen werden.
Mit Wechselaufbauten
Die während der Testphase gesammelten Daten werden dazu beitragen, künftige elektrische Lkw-Plattformen weiter zu optimieren und den Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge im regionalen Verkehr ebenso wie im Fernverkehr voranzutreiben. Eine Besonderheit des Prototyps ist, dass er speziell für emissionsfreie Transporte auf längeren Strecken mit Wechselaufbauten entwickelt wurde – und nicht für den klassischen Einsatz mit Sattelaufliegern. Dafür wurde der Rahmen des Fahrzeugs verlängert und an die gemeinsam mit Gruber Logistics definierten operativen Anforderungen angepasst. Auch das Fahrerhaus wurde in Zusammenarbeit mit mehreren »EMPower«-Projektpartnern weiterentwickelt, um die notwendigen Betriebs- und Steuerungsstrategien umzusetzen. »Bei Iveco setzen wir uns konsequent für die Entwicklung emissionsfreier Lösungen ein. ›EMPower‹ bietet den idealen Rahmen, um gemeinsam mit Partnern aus dem gesamten Ökosystem an konkreten und anspruchsvollen Transportanwendungen zu arbeiten. Unser Fokus liegt nicht nur darauf, Technologien weiterzuentwickeln, sondern sie auch unter realen Bedingungen zu validieren. So verbinden wir Innovation mit praktischer Anwendung, ermöglichen frühe Tests, Kundenfeedback und ein tieferes Verständnis der Systemintegration – und stellen zugleich höchste Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards in jeder Entwicklungsphase sicher«, erklärt Pierpaolo Biffali, Head of Innovation & Advanced Engineering der Iveco Group.
»Einführung beschleunigen«
Michele De Gennaro, Head of Competence Unit Electric Vehicle Technologies am AIT, hält fest: »Der erfolgreiche Einsatz des batterieelektrischen Iveco-Demonstrators mit Gruber Logistics im Rahmen von ›EMPower‹ ist ein wichtiger Schritt hin zu skalierbarem, emissionsfreiem Güterverkehr in Europa. Aufbauend auf diesen operativen Grundlagen freuen wir uns darauf, die Zusammenarbeit im europäischen Forschungsprogramm fortzusetzen, um die großflächige Einführung batterieelektrischer schwerer Nutzfahrzeuge in europäischen Logistikprozessen zu beschleunigen.« Auch Martin Gruber, CEO von Gruber Logistics, betont die Bedeutung des Projekts: »Mit dem speziell für den ›EMPower‹-Einsatz angepassten elektrischen Iveco-Lkw-Prototyp können wir ein hochmodernes Fahrzeug unter realen Logistikbedingungen auf Leistung und Zuverlässigkeit testen. Um die ambitionierten Klimaziele im Logistiksektor zu erreichen, sind solche innovativen Projekte für den emissionsfreien Straßengüterverkehr unverzichtbar. Durch den Einsatz des Fahrzeugs auf unterschiedlichen Strecken und für verschiedene Warengruppen im Sammelgut- und Teilladungssegment können wir wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung emissionsfreier schwerer Nutzfahrzeuge gewinnen.«d