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HDB: 2022 beginnt mit Umsatzplus, die Nachfrage schwächelt, die Materialbeschaffung bleibt schwierig

Die deutsche Bauindustrie ist gespalten ins Jahr gestartet: Während die Bautätigkeit im Januar im Vorjahresvergleich um preisbereinigt 7 % anzog, meldeten die Unternehmen des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten ein Orderminus von 2,4 %. Der Krieg in der Ukraine wird weitere Auswirkungen in der Materialbeschaffung mit sich bringen.

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Die Bauunternehmen haben die vergleichsweise milde Witterung zu Jahresbeginn genutzt, um die Aufträge aus 2021 weiter abzuarbeiten«, sagt Tim-Oliver Müller als Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). So schiebe die Branche mittlerweile einen Auftragsbestand von 64,3 Mrd. Euro vor sich her, hervorgerufen auch durch die Lieferengpässe bei Baumaterialien im vergangenen Jahr. »Wir hatten eigentlich gehofft, dass sich die Materialversorgung in diesem Jahr beruhigt und wir die Bestände zügig abarbeiten können. Nun erwarten wir eine Fortsetzung der Probleme bei der Materialbeschaffung. Schließlich bezieht jedes dritte Bauunternehmen Baumaterial aus Russland oder der Ukraine.« Dies gehe aus einer Verbandsumfrage zu den Folgen des Krieges in der Ukraine auf die Bautätigkeit in Deutschland hervor.

 

 »Noch sind wir angesichts der hohen Auftragsbestände aber gut ausgelastet.« Tim-Oliver Müller,  Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

 

Preisgleitung oder Angebotsverzicht

Demnach hätten 83 % der Umfrageteilnehmer von Problemen in ihrer Bautätigkeit berichtet, wie Lieferengpässen und starken Preissteigerungen bei Baumaterial. Davon hätten 72 % sogar Verzögerungen bei laufenden Projekten geschildert, 84 % Probleme bei der Angebotsabgabe. Müller: »Um die gestiegenen Baumaterialpreise schultern zu können, bevorzugen die Bauunternehmen – wenn möglich – nur noch die Auftraggeber, die eine Preisgleitung akzeptieren.« Dies hätten knapp 40 % der betroffenen Umfrageteilnehmer angegeben. »Wenn dies nicht möglich ist, sehen sich viele Bauunternehmen gar nicht mehr in der Lage, ein Angebot abzugeben.«


Der Verband befürchte auch, so Müller weiter, dass sich die Situation bald auf die Auftragslage auswirken könnte. »Schließlich berichtete nahezu jedes vierte betroffene Bauunternehmen, dass Auftraggeber Projekte zurückgestellt hätten. Noch sind wir angesichts der hohen Auftragsbestände aber gut ausgelastet«, beschreibt Müller die aktuelle Situation. Daran würde auch der preisbereinigte Orderrückgang im Januar (im Vorjahresvergleich) von 2,4 % sowie (im Vormonatsvergleich – saison-, kalender- und preisbereinigt) von 10,8 % kurzfristig nichts ändern.    t

 

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