GaLaBau – Kommunaltechnik Im Blickpunkt

»Die Individualisierung der Maschinen ist unsere große Stärke«

Denn in der Regel werden die schon ab Werk komplett ausgestatteten und qualitativ hochwertigen Kompaktbagger – das Produktprogramm beginnt beim 835 kg schweren Minibagger TB 108 und endet beim Mobilbagger TB 1160 W mit einem Einsatzgewicht von knapp 16 t – von Schäfer in Mannheim-Sandhofen dem Kundenwunsch entsprechend modifiziert. »Die Individualisierung der Maschinen ist unsere große Stärke«, sagten Frank Evers und Marko Schwarz. So biete Wilhelm Schäfer »verschiedene Paket-Varianten« zur Auswahl, und davon machten nahezu 90 % aller Kunden Gebrauch. »Fast kaum jemand ordert heute noch eine Standardmaschine«, sagte Marko Schwarz. Weshalb man prinzipiell alles ein- und anbaue, was der Kunde wolle und was sich für ihn rechne. Bereits seit 1985 ist Wilhelm Schäfer der Partner von Takeuchi in Deutschland, zunächst in Heppenheim, seit 1999 dann von Mannheim-Sandhofen aus. Neben den Kompaktbaggern, den Hüllkreis- und Mobilbaggern sowie einem Zweiwegebagger gehören zum Portfolio zudem Radlader mit einem Einsatzgewicht von 3 t bis 5,7 t und kompakte Raupen-Dumper mit einer maximal fahrbaren Nutzlast von bis zu 1 200 kg. »Als Generalimporteur für Takeuchi-Maschinen funktionieren wir wie ein Hersteller«, sagte Marko Schwarz. So werden die derzeit 90 Händler allein in Deutschland beim Vertrieb und Service durch Schulungen unterstützt, es werden Dokumentationen erstellt und für eine exzellente Ersatzteilversorgung sorgt ein großes Lager, das auch andere Takeuchi-Importeure in Europa nutzen können.


»Sehr innovatives Unternehmen«

Dass Takeuchi derzeit nicht nur in Deutschland auf Erfolgskurs ist, sondern auch weltweit, hat für Frank Evers und Marko Schwarz mehrere Gründe. Für den Erfolg hierzulande sei vor allem die gute Konjunktur der Hauptgrund. Und die Tatsache, dass Kompaktbagger eine höhere Wertigkeit und deshalb in Deutschland eine wesentlich höhere Akzeptanz hätten als noch vor einigen Jahren. Grundsätzlich jedoch habe Takeuchi durch den Ausbau der Kapazitäten, der Optimierung der Fertigungsprozesse in den vier Werken sowie der verbesserten Logistik dafür gesorgt, dass das an der Tokioter Börse gelistete Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit bei Umsatz und Gewinn eine Bestmarke nach der anderen aufstellt. Darüber hinaus habe Takeuchi seine Produktentwicklung enorm ausgeweitet, so Schwarz, und dabei große Investitionen in seine Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten getätigt. »Takeuchi war schon immer ein sehr innovatives Unternehmen. 1986 gab es vier Modelle, heute sind es 37«, sagte Marko Schwarz. »Und es ist eben ein Riesenunterschied, ob man eine Maschine komplett alleine entwickelt und dann produziert, oder ob eine Maschine nachgebaut wird.«


Deutscher Markt »ganz wichtig«

Diese »hohe Entwicklungskompetenz« ist in den vergangenen zehn bis 15 Jahren noch einmal erweitert worden, unter anderem auch weil inzwischen die Zusammenarbeit zwischen Takeuchi und seinen Generalimporteuren eine ganz andere Qualität hat als früher. »Heute arbeiten wir eng mit der Zentrale in Japan zusammen«, sagt Marko Schwarz, der seit 25 Jahren im Unternehmen ist. »Man hört uns zu, und diese Offenheit sorgt dafür, dass Vorschläge oder Ideen von uns mit in die Produktentwicklung einfließen.« So seien beispielsweise die Mobilbagger TB 295 W und TB 1160 W mithilfe von deutschen Ingenieuren konzipiert worden. Schließlich hat der deutsche Markt, neben dem in England und in den USA, eine enorm große Bedeutung für Takeuchi, dessen Exportanteil außergewöhnlich hoch ist. So setzt Takeuchi weltweit die meisten Minibagger in Deutschland ab. »Der deutsche Markt spielt also eine ganz wichtige Rolle«, betonte denn auch Frank Evers.

Und es ist ein sehr erfolgreicher Markt. »Wir haben in den vergangenen zehn Jahren immer eine positive Umsatzentwicklung gehabt«, erklärte Marko Schwarz, »und im Jahr 2014 rund 60 Mio. Euro erwirtschaftet.« Neben der Qualität der Maschinen sind dabei für die Schäfer-Manager vor allem zwei Punkte von entscheidender Bedeutung. Zum einen, dass sich der Markt für Kompaktmaschinen in Deutschland im Laufe der Jahre vergrößert hat und das Volumen statt wie früher bei rund 3 000 Einheiten im Jahr heute bei etwa 10 000 bis 12 000 Einheiten liegt.


Grundsätzlich keine Mietflotten

Zum anderen ist es die Entscheidung, nicht mit Mietparks zusammenzuarbeiten. »Wir beliefern grundsätzlich nicht die großen Mietflotten«, sagte Marko Schwarz. »Damit schützen wir unser Vertriebsnetz und unsere Händler. Denn diese Struktur und die Kontinuität der Zusammenarbeit haben Schäfer so erfolgreich gemacht.« Und Frank Evers fügte hinzu: »Wir fokussieren uns auf den Nutzen, den eine Maschine bietet, nicht auf die Kosten. Unser Ziel ist es, dass der Kunde am Ende mit unserer Maschine produktiver und damit profitabler arbeiten kann. Die Qualität, die wir bieten, hat ihren Preis.«

So bedauern es Marko Schwarz und Frank Evers auch ausdrücklich, dass die langjährige Partnerschaft mit Schlüter Baumaschinen seit Januar 2015 beendet ist. »Eine 30-jährige Zusammenarbeit ist im beiderseitigen Nicht-Einvernehmen aufgelöst worden«, kommentiert Marko Schwarz die Kündigung des Händlervertrages durch Schlüter. Aber Schlüter habe sich als Komatsu-Händler ­entscheiden müssen. »Beide Seiten wollten es eigentlich nicht und beide haben diesen Schritt bedauert.« Inzwischen sei die durch die Schlüter-Kündigung entstandene Lücke kompensiert worden. »Wir hatten zahlreiche Anfragen und haben so sehr schnell flächendeckend andere Händler gewinnen können, die unserem Anforderungsprofil entsprechen.«


60 Millionen Euro Umsatz

An diesem hat sich auch nichts geändert nach der Übernahme der Wilhelm Schäfer GmbH durch das niederländische Unternehmen Verhoeven, seit Jahren der Takeuchi-Importeur für Benelux. Mit Hauptsitz in Maarheeze und Niederlassungen in Zeewolde und Ninove hat sich Verhoeven im Laufe von mehr als 55 Jahren zu einem Vertriebs- und Wartungsunternehmen für Erdbewegungsmaschinen, Fahrwerksteile, Gummiketten sowie Zubehörteile und deren Instandhaltung entwickelt und zuletzt mit etwa 170 Mitarbeitern einen Umsatz von ebenfalls rund 60 Mio. Euro erwirtschaftet. »Die Struktur in Deutschland bleibt so wie sie ist«, sagte Frank Ewers, der seit 15 Jahren für Verhoeven arbeitet und mit der Übernahme zum Januar 2014 zum Geschäftsführer bei Wilhelm Schäfer berufen wurde. »Aus der Wilhelm Schäfer GmbH wird nicht Verhoeven Deutschland. Selbstverständlich stimmen wir uns ab, aber wir können unsere Geschäfte wie bisher selbstständig organisieren. Wir müssen uns nicht verändern, denn wir sind erfolgreich. Natürlich können wir uns weiterentwickeln, und das werden wir auch.«


»Sehr gut aufgestellt«

In diesem Zusammenhang gebe es jedoch »kurzfristig keine Pläne«, neben Takeuchi einen weitere starke Marke als Generalimporteur in Deutschland zu vertreten. »Das ist für Wilhelm Schäfer natürlich theoretisch möglich, liegt aber derzeit nicht in unserem Fokus«, sagte Frank Evers. »Wir sehen vielmehr noch großes Potenzial für die Marke Takeuchi, vor allem in Deutschland, aber auch in Polen und oder in Bulgarien.« Grundsätzlich gehen er und Marko Schwarz von einer »leichten Steigerung des Marktes auf extrem hohem Niveau« aus – und dafür sei man bei Wilhelm Schäfer »sehr gut aufgestellt«.

 

Das Unternehmen

Die Wilhelm Schäfer GmbH mit Sitz in Mannheim-Sandhofen ist seit 1985 in Deutschland der Generalimporteur des renommierten japanischen Kompaktbagger-Herstellers Takeuchi und gehört seit 2014 zur niederländischen Verhoeven-Gruppe. Schäfer erwirtschaftete mit rund 50 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 60 Mio. Euro. Die Bagger-Produktbandbreite reicht vom 835 kg schweren Minibagger TB 108 bis zum Mobilbagger TB 1160 W mit einem Einsatzgewicht von knapp 16 t und wird durch Radlader mit einem Einsatzgewicht von 3 t bis 5,7 t und kompakte Raupen-Dumper ergänzt. Der Vertrieb der Maschinen erfolgt ausschließlich über ausgesuchte Händler. In Deutschland hat Wilhelm Schäfer derzeit 90 Handelspartner.

 

Von Michael Wulf

FIRMENINFO

Takeuchi - Wilhelm Schäfer GmbH

Rebhuhnstraße 2-4
68307 Mannheim/Sandhofen

Telefon: +49 (0) 6 21 77 07- 0
Telefax: +49 (0) 6 21 77 07-100

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