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Daimler Truck: Schweren Nutzfahrzeugmotor in dritter Generation vorgestellt

Mercedes-Benz Trucks konnte schon mit seinen bisherigen zwei Generationen des Heavy-Duty-Motors OM 471 Maßstäbe setzen: Mit der nun bestellbaren und ab Oktober verfügbaren dritten Generation will das Unternehmen die nächste Stufe zünden und seinen meistverkauften schweren Nutzfahrzeugmotor mit einer Reihe effizienzsteigernder Neuerungen ins Rennen schicken.

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Beim neuen OM 471 spricht Mercedes-Benz Trucks von Optimierungsmaßnahmen, mit denen die hohen Anforderungen u. a. der Fuhrparkbetreiber bestmöglich bedient werden können. Karin Rådström, Mitglied des Vorstands der Daimler Truck Holding AG, verantwortlich für die Regionen Europa und Lateinamerika und die Marke Mercedes-Benz Lkw: »Bei der dritten Generation des OM 471 haben wir uns konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiert. Unser Ziel war es, die Gesamtbetriebskosten (TCO) zu reduzieren und den Kraftstoffverbrauch zu senken. Unsere Kunden profitieren ebenso wie die Umwelt.«

Die im Mercedes-Benz Actros und im Arocs verbaute dritte Generation des OM 471 soll sich dabei gleich durch eine Vielzahl technischer Innovationen auszeichnen. »Allesamt Innovationen, die im Hinblick auf kraftstoffsparendes Fahren, niedrigere Betriebskosten und höhere Erträge konsequent auf die Senkung der Total Cost of Ownership (TCO) ausgerichtet sind, ohne dass darunter die Leistung, die Fahrdynamik oder der Fahrkomfort leiden«, erläutert auch Christoph Mertens, Projektleiter für den neuen Motor bei Daimler Truck.

Erhöhte Kraftstoffeffizienz

Der Effizienzfortschritt der dritten Generation des OM 471 ergibt sich laut Hersteller aus mehreren innermotorischen Neuerungen. So wurden die Geometrie der Kolbenmulde, das Einspritzdüsen-Design und die für den Gasaustausch relevanten Parameter des Zylinderkopfes einem Optimierungsprozess unterzogen. Auf diese Weise erhöhte sich das Verdichtungsverhältnis des Reihensechszylinders von bislang 18,3:1 auf 20,3:1, was wiederum zu einer effizienteren Verbrennung mit nun 250 bar Spitzenzünddruck führen soll.

Einer der wichtigsten Hebel zur Steigerung der Kraftstoffeffizienz bei modernen Dieselverbrennungsmotoren ist eine optimierte Turboaufladung. Mit der dritten Generation des OM 471 führt Mercedes-Benz Trucks dabei zwei neue Turbolader ein. Bei der verbrauchsoptimierten Variante liegt der Schwerpunkt auf einem möglichst niedrigen Kraftstoffverbrauch – sie ist prädestiniert für den Einsatz im Fernverkehr bei einer Motorisierung bis zu 350 kW (476 PS).

Die zweite Turbolader-Variante ist auf eine hohe Leistung ebenso wie auf eine hohe Motorbremskraft ausgelegt und eignet sich für den Einsatz im Schwerlast- und Bausegment bei einer Motorisierung bis zu 390 W (530 PS). Für die unteren und mittleren Leistungsstufen des OM 471 beträgt die maximale Kraftstoffersparnis gegenüber der Vorgängergeneration bis zu vier Prozent, für die oberen Leistungsstufen bis zu 3,5 %. Dank weniger Verbrauch sinken so nicht nur die Betriebskosten, auch der CO₂-Ausstoß wird reduziert. Dabei kommt die High-Power-Variante bei den Bauanwendungen des Arocs auch in den unteren Leistungsstufen zum Einsatz.


Reduzierte Reibungsverluste

Neben der Verbrennung und der Turboaufladung gilt die Reibungsreduzierung als dritter Hebel zur Verbesserung der Kraftstoffeffizienz. Zu diesem Zweck verfügt der neue OM 471 über ein neues Motoröldruckregelventil. Es befindet sich hinter der Motorölpumpe und vor dem Ölthermostat. Ein elektrischer Stellantrieb ermöglicht den kennfeldgesteuerten Einsatz des Druckminderventils. Die mögliche Reduzierung des Motoröldrucks wird dabei in einer komplexen Matrix ermittelt, die laut Hersteller alle Motorkomponenten und ihre spezifischen Anforderungen etwa an Schmierung oder Kühlung berücksichtige. Ein neues Motoröl mit niedriger Viskosität soll die Öldruckregelung ergänzen und die Kraftstoffeffizienz verbessern, ohne die Ölwechselintervalle zu verkürzen oder den Verschleiß der Motorkomponenten zu erhöhen.

Neue Abgasnachbehandlung

Zur Steigerung der Kraftstoffeffizienz soll auch das überarbeitete und auf die neue Verbrennung sowie Steuerung des OM 471 abgestimmte Abgasnachbehandlungssystem beitragen. Das System be­grenzt den Gegendruck und erhöht den Gleichmäßigkeitsindex des Adblue, was zu einer verbesserten NOx-Umwandlung und einem geringeren Kraftstoffverbrauch führen soll. Über die NOx-Sensorik zusammen mit dem geschlossenen und adaptiven NOx-Regelkreis und einem prädiktiven SCR-Temperaturmodell konnte die Emissionsstabilität laut Mercedes-Benz Trucks weiter verbessert werden. Auch Abgasnormen wie Euro VIe, die eine wirkungsvolle Begrenzung der Abgasemissionen über die gesamte normale Lebensdauer eines Fahrzeugs bei normalen Nutzungsbedingen verlangen, werden eingehalten, so der Hersteller.

Hohe Fahrdynamik

Neben der Wirtschaftlichkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit hat Mercedes-Benz Trucks bei der dritten Generation des OM 471 an einer anderen Stellschraube gedreht – der Fahrdynamik. Eigens hierfür haben die Ingenieure den Antriebsstrang ins Visier genommen. So soll beispielsweise die neue automatisierte Getriebesteuerung PowerShift Advanced durch eine präzise Gangwahl in vielen Situationen ein schnelleres und gleichzeitig sanfteres Anfahren und Beschleunigen ermöglichen. Schnellere Gangwechsel reduzieren die Drehmo­mentunterbrechungszeit im oberen Bereich um bis zu 40 %. Weiter optimiert wurde zudem die Fahrpedal-Parametrierung: Die sensiblere Dosierbarkeit im unteren Pedalweg dient einem deutlich feinfühligerem Manövrieren, das direkte Ansprechverhalten im oberen Pedalweg verspricht ein Plus an Dynamik bei hoher Lastanforderung. Zudem soll es insbesondere das Durchfahren und souveräne Herausbeschleunigen aus dem Kreisverkehr er­leichtern.

Als weiteres Highlight nennt der Hersteller das erweiterte Top-Torque-Programm. Verfügbar für die Motorleistungsstufen 330 kW (450 PS) und 350 kW (476 PS) in Verbindung mit dem Getriebe G281, drehen nun in den Gängen 7 bis 12 im Programm »A Standard« 200 Nm mehr an der Kurbelwelle. »Power auf Knopfdruck« sagt der Hersteller und meint mehr Leistung, die dann zur Verfügung steht, wenn sie gebraucht werde. Dennoch werde noch Diesel gespart.     t

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