Die Automatisierung mobiler Arbeitsmaschinen gewinnt in vielen Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Assistenzfunktionen, automatisierte Prozesse und perspektivisch autonome Arbeitsabläufe stellen jedoch hohe Anforderungen an die elektronische Architektur der Fahrzeuge. Insbesondere die Verarbeitung großer Datenmengen aus Kameras, Radar- oder Lidarsensoren erfordert leistungsfähige Steuergeräte, die komplexe Algorithmen zuverlässig und in Echtzeit ausführen können.
Mit dem Offroad-Robotic-Controller »ORC2« hat Bosch Rexroth ein Steuergerät entwickelt, das speziell auf diese Anforderungen zugeschnitten ist. Robust ausgelegt, passiv gekühlt und speziell an die Bedingungen hinsichtlich Staub und Wasser in mobilen Arbeitsmaschinen angepasst, ermöglicht die kompakte Bauweise nach Herstellerangaben trotz passiver Kühlung eine einfache Integration in unterschiedlichste Maschinenkonzepte.
Der High-Performance-Computer übernimmt die zentrale Verarbeitung großer Datenströme aus unterschiedlichen Sensorquellen. Punktwolken aus Lidarsensoren, Videodaten von Kameras oder Signale von Radarsensoren können parallel analysiert und miteinander kombiniert werden. Diese Fähigkeit bildet die Grundlage für Funktionen wie präzise Umfeldwahrnehmung, intelligente Objekterkennung oder komplexe Automatisierungsfunktionen.
Hohe Rechenleistung für komplexe Sensordaten
Im Zentrum des »ORC2« arbeitet ein leistungsfähiger System-on-a-Chip, der speziell für Fahrerassistenz- und autonome Anwendungen entwickelt wurde. Dieser vereint neueste DSP‘s, dezidierte Beschleuniger für Deep Learning und traditionelle Algorithmen, Arm- und GPU-Prozessoren. Dadurch lassen sich rechenintensive Anwendungen aus den Bereichen Sensorfusion, Computer Vision und künstliche Intelligenz parallel ausführen.
Offene Architektur für flexible Entwicklung
Neben der Hardware spielt die Softwarearchitektur eine entscheidende Rolle. Der »ORC2« wird standardmäßig mit einem sicherheitszertifizierten Echtzeitbetriebssystem ausgeliefert, kann aber auch für Nicht-Sicherheitsanwendungen optimal eingesetzt werden. Ergänzend integriert Bosch Rexroth beispielsweise einen hardwarebeschleunigten ISP (Image Signal Processing), der den Einsatz von kostenoptimierten GMSL2-Kameras ermöglicht, ROS2 und viele weitere Funktionen. Diese Architektur eröffnet Maschinenherstellern große Freiheiten bei der Entwicklung eigener Anwendungen. Über Programmierschnittstellen können Entwickler direkt auf Hardware-Ressourcen wie Ein- und Ausgänge, Kommunikationsschnittstellen oder Systemfunktionen zugreifen. Dadurch lässt sich das Steuergerät flexibel an unterschiedliche Maschinenkonzepte anpassen und bietet laut Aussage des Unternehmens außerdem eine maximale Gestaltungsfreiheit bei der Umsetzung neuer Funktionen.