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Berco: Dritte Generation soll Kettenstandzeit weiter erhöhen

Berco produziert mit mehr als 100 Jahren Branchenerfahrung und Know-how Fahrwerkskomponenten für führende OEM von Schwermaschinen und für den Aftermarket-Bereich (das bauMAGAZIN berichtete zuletzt in Heft 2/22, Seite 26). Eine besonders in anspruchsvollen Bereichen eingesetzte neue Entwicklung des Unternehmens, das zur Business Unit Forged Technologies von thyssenkrupp gehört, ist Robustus mit BPR2.

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Robustus (ROtating BUShing Undercarriage System) und BPR2 (Berco Positive Pin Retention2 System) ergänzen sich und sollen laut Berco bei kombinierter Nutzung umfassende Vorteile bieten. Robustus kommt bei Planierraupen der Klassen D5 und D6 zum Einsatz und soll mit rotierenden Buchsen in Verbindung mit BPR2 die Lebensdauer der geschmierten Kettenbaugruppen in Anwendungen auf schwerem Gelände erhöhen und so die Betriebs- und Fahrwerkskosten verringern helfen. Dies ist laut Berco besonders für die Eigentümer von Schwermaschinen relevant, mache doch das Fahrwerk hier mindestens 50 % der gesamten Lebensdauerkosten – Wartung und Ausfallzeiten – einer Maschine aus.

Die Vorteile des verbundenen Systems hätten laut Berco auch einen der führenden Hersteller in Europa sowie den USA überzeugt und dazu veranlasst, es seit Anfang 2021 als Erstausrüstung (OE) sowohl in der Standard- als auch der Version mit rotierenden Buchsen für besonders anspruchsvolle Einsätze in einigen seiner Planierraupenmodellen der Baureihe von 150 PS bis 250 PS einzusetzen.


Rotierende Buchsen

Bei einer Maschine mit herkömmlichem Fahrwerk sind die Buchsen (Außendurchmesser) einem konstanten Verschleiß ausgesetzt, da die Antriebsradbuchsen während der Bewegung auf den Sockel der Antriebsradzähne gleiten. Bei Robustus rotieren die Buchsen beim Einrasten des Ritzels, wodurch die Verschleißrate der Buchsen deutlich reduziert werden soll. Dies führe laut Anbieter zu einer 35 %-igen Erhöhung der Kettenlebensdauer mit einer maximalen wartungsfreien Betriebsdauer von 6 000 Stunden, was eine Gesamtreduzierung der Betriebskosten von bis zu 30 % verspricht.

Inzwischen in der dritten Generation am Markt, ist Robustus mit bestehenden Rahmen und Standardkomponenten der Klassen D6 und D5 kompatibel – auch die Umrüstung kann laut Berco problemlos erfolgen.

Zusätzliche Verstärkung

Die Leistungsfähigkeit von Robustus soll durch BPR2 weiter verstärkt werden. Obwohl Robustus über vier statt üblicher zwei Dichtungspunkte verfüge, sorge BPR2 für eine zusätzliche Verstärkung an den Dichtungspunkten. Das BPR2-System baut auf einen plastisch verformten Metallring als mechanisches Sperrelement. Dieser Ring wird zwischen Bolzen und Kettenglied eingepresst und verriegelt das Gelenk auf vorher festgelegte Werte des Axialspiels. BPR2 verhindere dann, so Berco, die Entstehung von Axialspiel und erhöhe die Dichtigkeit des Gelenks um mindestens 25 %, was die Lebensdauer der Kette ebenso verlängere.

Der Einsatz von BPR2 auf herkömmlichen Kettenbaugruppen wird üblicherweise für Schwerlastanwendungen empfohlen, hierzu rechnet Berco den Bergbau, Hochbau und Abbrucharbeiten sowie Einsatzgegebenheiten, die hohe Lasten und Stöße mit sich bringen, die die Kette verdrehen und Axialbewegungen verursachen. Auch in Maschinen mit breiten Bodenplatten könne BPR2 montiert werden, um eine Verringerung von Torsionseffekten auf das Gelenk zu gewährleisten. Dank der genannten Eigenschaften ist BPR2 wesentlicher Bestandteil der dritten Robustus-Generation.    t

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