Atlas Weyhausen GmbH »Schussfester« Radlader mit Spezialausrüstung

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Atlas

Mehr als 100 000 Giftgasgranaten aus dem 2. Weltkrieg müssen in der Lüneburger Heide geborgen werden. Ein Radlader von Atlas Weyhausen, der Weycor AR 480, ist beim wohl größten Kampfstoffsanierungsfall in Deutschland mit im Einsatz. Die Kabine des 6-t-Laders ist mit Spezialsicherheitsglas und Panzerplatten gegen Explosionen geschützt.

 

Ronald Figiel, Leiter des Projektes beim Händler Atlas von der Wehl in Lauenbrück

»Es war ein sehr  aufwendiges Projekt,  den Radlader so umzubauen, dass er den Anforderungen, die diese sehr gefährliche  und anspruchsvolle  Sanierungs­aufgabe stellt, in  vollem Umfang genügt.« 

Im 63 m breiten und etwa 12 m tiefen Dethlinger Teich, einer ehemaligen Kieselgur-Grube nahe Munster, wurden mit chemischen Kampfstoffen gefüllte Granaten und Bomben entsorgt. Bereits 1952 wurde die Grube mit Erdreich und Bauschutt verfüllt. Im Laufe der Zeit begann die Verrottung, verbunden mit einer Grundwasserbelastung. Im Jahr 2014 nahm der Heidekreis die ersten Planungen zur Sanierung auf, 2021 erfolgte die Öffnung der Grube mit einem Probeschacht und dem Fund von einigen Tausend Stück Munition.

Schutzhalle

Experten entwickelten ein Sanierungskonzept. Kernstück ist, dass über dem Teich eine 97 m x 106 m große Halle errichtet wird. Sie hat ein freitragendes Dach mit einer Firsthöhe von 24 m und ruht auf einem Betonfundament und 22 m Spundwandbohlen darunter. Aus der Halle wird permanent die Luft abgesaugt und mit Aktivkohle gefiltert. Ebenso wird das Grundwasser aufgefangen und gereinigt. Die große Halle kann nur durch Schleusen mit anschließender Dekontamination verlassen werden. Weitere Hallen, zum Beispiel zur Reinigung des Grundwassers, werden angebaut. Mitte des laufenden Jahres wird sukzessive mit dem Ausbaggern des Teiches und der Munitionsentsorgung begonnen. Hier arbeitet der AR 480 zur Ver- und Entsorgung der Sanierungsstelle.

Ein ganz besonderer Radlader

Der Weycor AR 480 ist ein Modell der 6-t-Klasse. Ausgerüstet ist er mit einem 2,9-l-Dieselmotor mit 55,4 kW (75,3 PS), EU-­Stufe V und DOC- sowie DPF-Abgasreinigungssystem. Der hydrostatische Fahrantrieb mit 2-Stellungsfahrmotor macht ihn 20 km/h schnell, die Z-Kinematik mit hydraulischem Schnellwechsler flexibel. Einzigartig soll er durch seine spezielle Ausrüstung werden: Die gebogene Serienscheibe ist durch eine Scheibe aus 40 mm starkem Panzerglas mit Scheibenheizung ersetzt. Ebenso ist der Boden durch Panzerplatten ersetzt. Alles nach Schutzstufe B6 (VPAM7) gefertigt. Zudem ist eine Atemluftversorgungsanlage auf dem Kabinendach montiert. Sie versorgt die luftdichte Kabine mit gereinigter Atemluft. Im Notfall, wenn chemische Kampfstoffe ausströmen oder eine Granate explodiert, ist der Fahrer in der speziellen Weycor Kabine geschützt.


Hoher Aufwand

»Es war ein sehr aufwendiges Projekt, den Radlader so umzubauen, dass er den Anforderungen, die diese sehr gefährliche und anspruchsvolle Sanierungsaufgabe stellt, in vollem Umfang genügt«, sagt Ronald ­Figiel, Leiter dieses Projektes beim Händler Atlas von der Wehl in Lauenbrück. »Wir kennen die ­Atlas-Weycor-Radlader als sehr zuverlässige und belastbare Arbeitsmaschinen. Auch deshalb haben wir uns für den ­Weycor AR 480 in der notwendigen Spezialausführung, ­entschieden«, sagt Carsten Bubke, Technischer Leiter beim Heidekreis.

Nicht nur Solidität, sondern auch Flexibilität ist am Dethlinger Teich gefragt. Die Aufgaben für den AR 480 sind vielfältig und wechseln schnell. Um dem gerecht zu werden, ist der hydraulische Schnellwechsler eine wichtige Ausstattung. Abraum mit der Schaufel transportieren, Ausrüstung oder Fundstücke mit der Palettengabel heben und bewegen – die belastbare Basis ist die Weycor-Z-Kinematik, die hohe Krafteinträge verträgt. Gute Sicht auf den Vorderwagen und das Anbauwerkzeug schafft die verjüngte Ladeschwinge, wie überhaupt die Sicht aus der Kabine als gut beschrieben wird.t

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