Aktuelles Verkehrswegebau – Tiefbau

Weisig: Vorspritzarbeiten elektronisch regeln

Vor kurzem hat Leonhard Weiss in Bad Mergentheim eine Weiro-Spritzmaschine des Typs HK 1000 PH übernommen, die mit besonderen technischen Eigenschaften aufwarten will:

Auf einem MAN-Chassis wurde ein Rampenspritzgerät mit einem isolierten Bindemitteltank (Nutzinhalt 6 000 l) sowie einem 500 l fassenden Rührwerkskocher montiert. Die Spritzaggregate werden dabei von der Fahrzeughydraulik angetrieben.

Die Befüllung des Bindemitteltanks der Weiro-Spritzmaschine erfolgt durch das Ansaugen per Bitumenpumpe und Saugrohr aus dem IBC-Container respektive Servicetank oder über den Domdeckel von außen. Die Bindemittelpumpe ist beheizt, was nicht nur das störungsfreie Ansaugen sicherstellt, sondern auch den Einsatz hochviskoser Bindemittel – wie C60BP4-S – unterstützt.

Ein Automatik-Ölbrennersystem erhitzt dann das Bindemittel. Dabei zirkuliert die Emulsion permanent durch Leitungen und Spritzrampe, was eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Bindemitteltank gewährleisten soll sowie Leitungen und Spritzrampe vorwärmt. Die Isolierung des Bindemittelbehälters verkürzt die Vorbereitungszeit der Maschine wesentlich. Am Tankboden montierte elektrische Heizstäbe ermöglichen das Warmhalten des Bindemittels mit Netzstrom über Nacht.

Computergestützte Automatik mit Speicherung der Betriebsdaten

Die Weiro HK 1000 PH versprüht das Bindemittel gleichmäßig in der gewünschten Auftragsmenge. Dabei erfolgt die Dosierung geschwindigkeitsabhängig durch eine computergestützte Automatik mit Speicherung der Betriebsdaten. Die notwendigen Parameter werden an einem am Fahrerplatz montiertem Display eingegeben. Die Spritzrampe wird per Fernbedienung ebenfalls vom Fahrersitz aus gesteuert.

Auf dem Display werden neben Fahrgeschwindigkeit und Spritzdruck auch beispielsweise die Ausbringung in kg/m², die bearbeitete Fläche und die verbrauchte Bindemittelmenge angezeigt. Die Dosierparameter werden dabei durch die Dosierautomatik aufgezeichnet und stehen als Protokoll nach Arbeitsende zur Verfügung – in Kurzform aus dem eingebauten Drucker oder per Download als Datei. Das Steuerungsprogramm verwaltet 40 unterschiedliche Baustellen, die vor Arbeitsbeginn durch den Bediener angelegt bzw. aus dem Speicher aufgerufen werden.

Das Bindemittel wird ausgebracht über eine Vollzirkulationsspritzrampe mit hydraulischer Höhenverstellung und zwei hydraulisch ausfahrbaren seitlichen Verbreiterungen. Die Spritzbreite beträgt maximal 3,6 m. Die Düsenventile werden elektropneumatisch aktiviert, wobei die Ventile der seitlichen Verbreiterungen jeweils positionsgesteuert öffnen und schließen. So kann die Spritzbreite den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.

Als weitere Komponente ist für den Einsatz an Straßeneinmündungen oder anderen, weniger zugänglichen Stellen eine Hand­lanze vorhanden. Eine ­federgestützte automatische Schlauchspindel sorgt dabei für eine wesentliche Arbeitserleichterung.

Zu den weiteren Funktionen der computergestützten Dosierautomatik zählen die automatische Drehzahlregulierung beim Befüllen des Bindemitteltanks und eine Reinigungssteuerung für den Bindemittelkreislauf. Auch wurde eine Vorrichtung zum schnellen Befüllen von anderen Anspritzmaschinen am Bindemittelkreislauf installiert. Damit kann das Fahrzeug beispielsweise zur raschen Versorgung von Sprühfertigern am Einbauort eingesetzt werden.


Aufsatz-Rührwerkskocher

Für die Naht- und Randversiegelung mit Bitumen ist das Fahrzeug mit einem Aufsatz-Rührwerkskocher mit 500 kg Nutzinhalt ausgestattet. Der wärmegedämmte Rührwerkskocher wird ebenfalls durch einen thermostatgesteuerten Ölbrenner beheizt. Die hydraulisch angetriebene und elektrisch vorgewärmte Bitumenpumpe sorgt dabei für einen gleichmäßigen Bindemittelauftrag an der Naht oder am hohen Rand.

Das aufgeschmolzene Bitumen wird über den fahrerseitig zwischen Vorder- und Hinterachse angebrachten, hydraulisch verstellbaren Düsenkopf via drei individuell angesteuerter Spritzdüsen aufgetragen. Elektrisch beheizte Bitumenschläuche verhindern dabei ein Einfrieren des Bitumens. Die Position des Düsenkopfs wird vom Fahrer elektrohydraulisch angepasst, um eine genaue Ausrichtung der Düse zur Arbeitsnaht beziehungsweise zum hohen Rand zu gewährleisten. Zur Kontrolle der jeweiligen Anspritzsituation sind in der Fahrerkabine Kamerasysteme installiert, die es erlauben, den Düsenkopf während der Rand- und Nahtversiegelung zu überwachen. Auch die angesprühten Flächen hinter der Maschine lassen sich über das Kamerasystem einsehen.     §

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