Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) IAA Transportation: Die Zukunft der Nutzfahrzeugindustrie im Mittelpunkt

Die IAA in Hannover – das Messe-Schwergewicht für die Nutzfahrzeugindustrie. Und für das bauMAGAZIN die ideale Gelegenheit, sich explizit mit den Zukunftsthemen der Branche auseinanderzusetzen. In diesem Jahr wird die IAA vor allem deshalb interessant, weil neue Softwarelösungen, digitale Assistenzsysteme und klimafreundliche Mobilitätslösungen stärker im Mittelpunkt stehen als je zuvor. Hinzu kommt, dass wir interessante Start-ups sowie eine Test-Drive-Area erleben, die aus allen Nähten platzt.

Lesedauer: min | Bildquelle: VDA
Von: Dan Windhorst

Vom 15. bis 18. September dient die Messe in Hannover als Plattform, um neue Lösungen vorzustellen, mit Anwendern, Herstellern, Händlern und Dienstleistern zu diskutieren und sich mit Branchenexperten den tatsächlichen Zukunftsthemen zu widmen. Ganz oben auf der Liste steht, die Nutzfahrzeug- und Transportlandschaft in Deutschland an die neuen Anforderungen anzupassen.

Wichtige Konferenzthemen zum Stand der Branche

Mit mehr als 100 Programmpunkten und über 200 Speakern bietet die IAA Transportation ­diesmal ein hochkarätig besetztes Konferenzprogramm auf drei Bühnen: der »Main Stage«, der »Industry ­Stage« sowie der neuen »prototype.club Stage«. Auf der Hauptbühne in Halle 18 erwartet die Besucher ein Mix aus Industrie, Mittelstand und Politik. Unter anderem vertreten sind Steffen Bilger, Bundesminister für Verkehr, Olaf Lies, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Wolfgang Ademmer, CMO von Alpitronic, Antoine Duclaux, CEO von Renault Trucks, Martin Fischer, CEO von Forvia, Markus Mildner, CEO von Siemens eMobility, Arnd Franz, CEO von Mahle, André Wehner, CIO von MAN Truck & Bus SE, Mathias Miedreich, CEO von ZF Friedrichshafen, Philipp von Hirschheydt, CEO von Aumovio, sowie Jens Holtinger, CTO der Volvo Group.

»Die IAA ist als internationale Leitmesse die Leistungsschau unserer Industrie. Sie ist gleichzeitig ideale Plattform für den Austausch – mit Kunden, Fahrern, Flottenbetreibern, Politik und Wissenschaft. Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen für die Automobilindustrie gibt es drängende Themen, die es zu adressieren gilt: Regulierung in der EU, Standortbedingungen in Deutschland und Europa und Klimaschutz. Mahle zeigt in diesem Jahr unter dem Motto ›Electrified. Efficient. Economical‹, wie wir die Mobilität im Transportsektor aktiv gestalten – mit Technologien, die Elektrifizierung vorantreiben, Effizienz steigern und Wirtschaftlichkeit in einem harten Wettbewerbsumfeld sichern«, sagt Arnd Franz, CEO von Mahle.

»Die Elektrifizierung des Transportsektors ist nicht nur ein zentraler Hebel für die Erreichung der Klimaziele, sondern sie lohnt sich auch betriebswirtschaftlich, wenn man von Anfang an die Optimierung der Total Cost of Ownership im Blick hat. Und am besten gelingt das, wenn alle auf dieses gemeinsame Ziel hinarbeiten. OEMs, Infrastrukturpartner, Logistiker, Energieversorger und viele weitere. Die IAA bringt alle Akteure zusammen – für Austausch, Partnerschaften und konkrete Umsetzung«, so Markus Mildner, CEO eMobility, Siemens Smart Infrastructure.

Test Drives: Über 80 Fahrzeuge können begutachtet werden

Eine weitere Besonderheit dürfte das Testen von Fahrzeugen sein – auch diesmal wird die IAA hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Laut Aussage des Veranstalters sei das Interesse seitens der Aussteller am Test-Drive-Format enorm gewesen. Mit über 80 Fahrzeugen, die für ausgiebige Tests zur Verfügung stehen, dürfte die IAA damit im wahrsten Sinne noch mehr in Bewegung geraten. Das alles unter dem Motto, Nutzfahrzeuge auch wirklich erlebbar zu machen. Insgesamt 84 Fahrzeuge können in ­diesem Jahr von 17 Ausstellern im Rahmen der Test Drives getestet werden. Im Vergleich zu 2024, als 60 Fahrzeuge zur Verfügung standen, wächst das Fahrzeug­angebot damit um 40 Prozent und erreicht einen neuen Rekordwert. Der Großteil der bei den Test Drives verfügbaren Nutzfahrzeuge wird rein elektrisch betrieben sein, aber auch Wasserstofffahrzeuge und neueste emissionsarme Dieselfahrzeuge können von interessierten Besuchern getestet werden. Die große Attraktivität des Formats zeigt sich auch an der Nachfrage der Aussteller: Alle verfügbaren Kapazitäten für die Test Drives sind vollständig ausgebucht. »Mit den Test Drives können Besucher auf der IAA unmittelbar erleben, wie innovativ und leistungsfähig die Nutzfahrzeugindustrie heute bereits ist. Die große Bandbreite an Fahrzeugen zeigt eindrucksvoll: Die Hersteller und Zulieferer haben ihre Hausaufgaben gemacht und bringen die Technologien für eine klimaneutrale und digitale Mobilität auf die Straße«, erklärt VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel. 

Automatisiertes und autonomes Fahren

Als zweite starke Säule der Test Drives dient der Bereich »Automatisierung und autonomes Fahren« und damit zwei Schwerpunkte, denen sich die Hersteller seit mehreren Jahren intensiv widmen. Was genau man bislang aus der Erfinderschublade gezaubert hat, wie die Technologie sinnbringend auf die Straße gebracht werden kann und wo man in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt dringend noch Hausaufgaben zu erledigen hat, wird die IAA Transportation auf den Punkt bringen. Fünf Aussteller – Aptiv, Bright­skies, MicroVision, Neolix und Stellantis – zeigen insgesamt sechs Fahrzeuge, damit hat sich die Zahl der verfügbaren Demonstrationsfahrzeuge mehr als verdoppelt. Entlang der Expo-Allee erhalten Besucher Einblicke in die neuesten Entwicklungen im Bereich von automatisierten Fahrfunktionen. Erstmals werden zudem »Robo Vans« ohne Fahrerkabine vorgestellt. Das alles soll zeigen, wie weit die Entwicklung des automatisierten Fahrens im Nutzfahrzeugbereich fortgeschritten ist. Besucher bekommen als Beifahrer die Gelegenheit, die Technologien zu erleben. Interessierte können die gewünschten Demonstrationen direkt an den Ständen der Aussteller anfragen. Von dort werden sie vom Standpersonal zu den jeweiligen Fahrzeugen begleitet.


Mehr als 30 Start-ups auf der IAA vertreten

Fester Bestandteil der IAA Transportation war und ist aber auch, sich mit den aktuell wichtigsten ­Start-ups zu befassen. Insgesamt sollen mehr als 30 Unternehmen aus 13 Ländern vertreten sein. Im Mittelpunkt stehen zukunftsweisende Lösungen in Bereichen wie Fahrerassistenzsysteme, autonome Transportlösungen, Lademanagement sowie weitere digitale Anwendungen. Sie zeigen, wie digitale Technologien, künstliche Intelligenz, Automatisierung, alternative Antriebe und innovative Geschäftsmodelle die Transformation des Transportsektors vorantreiben. »Die Mobilitäts- und Transportbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Dekarbonisierung, Digitalisierung, Automatisierung und steigende Effizienzanforderungen verlangen nach neuen Ideen und mutigen Lösungen. Start-ups spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie entwickeln Technologien mit hoher Innovationsgeschwindigkeit und setzen neue Impulse für die Branche. Die IAA schafft den Rahmen, damit diese jungen Unternehmen mit etablierten Herstellern, Zulieferern, Logistikunternehmen und politischen Entscheidungsträgern in den Austausch treten. Und das in direkter Nachbarschaft zueinander. Denn die Transformation des Transport- und Logistiksektors gelingt nur gemeinsam. Innovation entsteht im Zusammenspiel«, so VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel über die Bedeutung von Start-ups. Ein besonderes Highlight der IAA ist sicherlich der »Start-up Day« am 16. September. Im Rahmen geführter »Start-up Tours« erhalten Besucher exklusive Einblicke in ausgewählte Unternehmen und ihre Innovationen. Die Touren werden von Start-up-Experten von »Plug and Play« begleitet und schaffen die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Gründern. Ebenfalls wird erstmals am »Start-up Day« der »IAA Start-up Award« auf der »prototype.club Stage« in Halle 12 verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die IAA herausragende Start-ups und ihre zukunftsweisenden Lösungen: Der Award zeichnet außergewöhnliche Innovationskraft aus und unterstreicht die zentrale Rolle junger Unternehmen als Treiber der Transformation in der Nutzfahrzeug- und Transportbranche.

[24]
Socials