Direkt vor Ort produzieren zwei mobile Mischanlagen daraus den Unterbeton für die ca. 350 000 m² zementstabilisierte Tragschicht und liefern den Baustoff für die rund 310 000 m² neu zu erstellende Fahrbahndecke. Durch den Wegfall mehrerer Tausend Lieferkilometer für den Schutt-Abtransport, Rohstoffe und Beton beschleunigt dieser »Betonkreislauf« alle Abläufe, spart deutlich Kosten und entlastet massiv Anwohner sowie Umwelt. Beide beauftragten Unternehmen, Hans Zöchling (Aufbereitung) und Mobile Betonkonzepte, arbeiten mit moderner Anlagentechnik von SBM Mineral Processing, was einmal mehr die Sonderstellung des oberösterreichischen Herstellers als Fullliner in den Bereichen Aufbereitung/Recycling und Betonproduktion herausstellt.
Einer für alles
Seit April vergangenen Jahres leistet der Großprallbrecher »SBM Remax 600« der niederösterreichischen Hans Zöchling GmbH dieses Pensum an der A2. Im Solo-Betrieb arbeitet die Maschine auf dem zentralen Recyclingplatz mit Vorratshalden von mehreren 1 000 t je Endprodukt und wechselt nach schneller Demontage seines Dreideck-Anbausiebs flexibel auf die Baustelle. »Das bringt uns natürlich enorme logistische Vorteile«, erklärt Johannes Zöchling, Geschäftsführer der Zöchling-Gruppe, die heute mit über 500 Mitarbeitern österreichweit in den Bereichen Abbruch und Recycling, Erdbau und Transporte tätig ist und daneben mehrere Steinbrüche und Kiesgruben betreibt. »Auf dem Recyclingplatz produziert der ›Remax 600‹ alle Endprodukte in einem Durchgang aus Betonaufbruch 0/800, wobei wir Stundenleistungen bis zu 200 t/h erreichen. Das schafft man selbst mit vergleichbaren Großbrechern nur mit einem zusätzlichen Produktionssieb – also mit mehr Aufwand im Transport und mehr Platzbedarf vor Ort. Je nach Ausrüstung muss man auch mit mehr Personal rechnen, ganz sicher aber mit höheren Treibstoffkosten für die Anlagenkombi bzw. die in der Vorzerkleinerung arbeitenden Geräte«, unterstreicht Johannes Zöchling. »Wir fahren den dieselelektrischen ›Remax 600‹ an der A2 mit einem Durchschnittsverbrauch von etwa 38 l/h«, erklärt Projektleiter Paul Sabaditsch.
Starker Antrieb
Wie alle SBM-Mobilbrecher ist auch das aktuelle Flaggschiff »hybrid electrified«: Nahezu alle Antriebe auf der Maschine sind elektrifiziert – wo eine Hydraulik unverzichtbar bleibt, werden die Pumpen elektrisch angetrieben. Zentrale Kraftquelle ist ein 520-kVA-Onboard-Generator, was die Drehzahlen des vorgeschalteten Dieselmotors im dieselgestützten Baustellenbetrieb konstant niedrig hält. Steht Netzstrom oder eine andere externe Stromquelle zur Verfügung, kann der »600er« in Minutenschnelle angeschlossen werden, wobei alle Anlagenfunktionen voll erhalten bleiben.
Vertrauen in die Technik
Seit gut vier Jahren arbeiten Zöchling-Teams mit dem SBM-Flaggschiff. Wie viele andere Entwicklungen der »Hybrid-Pioniere« aus Oberweis in den vergangenen 30 Jahren durchlief auch der »Remax 600« über mehrere Prototypen- und Vorserien-Stufen umfangreiche Praxistests in Betrieben der Zöchling-Gruppe. Parallel dazu unterstützt das Unternehmen aktiv auch die gemeinsam mit der Universität Leoben laufende SBM-Entwicklung des KI-gestützten »autonomen Brechers«. Hierfür bildet der »Remax 600« mit seiner Kombination mehrerer Prozessstufen die technologische Basis. Entsprechend wichtig ist für Forscher und Ingenieure das direkte Feedback und der Input der Praktiker im Steinbruch und Recycling. »Auch wir profitieren direkt von diesem Austausch, wenn die Maschine exakt auf unsere Anforderungen im Feld oder die Ansprüche unserer Kunden an die Endprodukte abgestimmt wird«, erklärt Johannes Zöchling. So wie mit der doppelten Magnetausrüstung, die SBM am »Remax 600« erstmals auf der Bauma präsentierte: »Das Dreideck-Nachsieb mit aufgebautem Magnet-Längsaustrag lässt sich schnell demontieren, dann spielt der ›Remax 600‹ die Stärken seines 1400er-Prallbrechers als Primärbrecher mit bis zu 600 t/h voll aus. Ohne weitere Umbauten zieht der Magnet am Hauptaustragsband bereits das meiste Metall aus der Grobkörnung heraus.« Das gilt auch für die dreifache Windsichtung, die SBM jetzt für alle Stufen des Dreideck-Nachsiebs mit insgesamt knapp 30 m² Siebfläche bietet: »Wie alle anderen Ausrüstungen verbleiben auch die Windsichter beim Transport an der Maschine und sind ohne aufwendige Montage unmittelbar einsatzbereit. Das macht das neue System sehr wirtschaftlich, seine hohe Effizienz im Separieren von Holz und anderen Leichtstoffen sorgt für qualitativ hochwertige Endprodukte, die auch strengste Anforderungen erfüllen.«
Mobiler Beton à la carte
Das zahlt sich auch bei der Erneuerung der A2 aus: Ohne weitere Nachbehandlung wandern die Recyclingkörnungen in die beiden mobilen Betonmischanlagen SBM »Euromix 3000« der Mobile Betonkonzepte GmbH (MBK). Keine 200 m beträgt dieses entscheidende Teilstück im Baustoff-Kreislauf: Direkt ab Zwischenhalde wird das RC-Gestein per Radlader in die Gesteinsbunker der beiden unmittelbar nebeneinander positionierten Mischanlagen verladen. Über die knapp 16-monatige Bauzeit liefern beide 130-m³/h-Anlagen in vier jeweils rund einmonatigen Kampagnen insgesamt 75 000 m³ Unterbeton mit einem Recycling-Anteil von 90 Prozent sowie weitere 15 000 m³ Oberbeton auf Hartsteinbasis. Beide Anlagen arbeiten unabhängig, was die parallele Bereitstellung beider Betonsorten gewährleistet, je nach Baustellenplanung jedoch auch die flexible Abdeckung von Bedarfsspitzen ermöglicht. Mittels einer 90°-Aufstellung der beiden Gesteinsbunker, der flexibel neben bzw. hinter den Mischereinheiten platzierten 69-m³-Bindemittelsilos sowie der gemeinsam genutzten Zusatzmittellager bzw. Steuerungscontainer für beide »Euromix«-Anlagen beansprucht die Kombination laut Unternehmen nur wenig Platz. Das sorge auch bei Spitzenauslastung für eine zuverlässige Beschickung der Gesteinsbunker und eine schnelle sowie sichere Verladung der unterschiedlichen Betonsorten auf Muldenauflieger bzw. Fahrmischer. Die modulare Zusammenstellung aller Komponenten ermöglichte den betriebsbereiten Aufbau der Gesamtanlage mit lediglich fünf Mobilfundamenten für die Bindemittelsilos in nur anderthalb Arbeitstagen. Auch der tägliche Betrieb gestaltet sich aufgrund weitgehender automatisierter Prozesse sehr rationell: Ganztägig lieferbereit, produzieren drei Mitarbeiter hauptsächlich nachts die benötigten Einbaumengen, wobei die durchschnittliche Produktion pro 12-Stunden-Schicht bei rund 1 500 m³ liegt. Insgesamt 18 »Euromix«-Mischanlagen mit Stundenleistungen von 80 bis 175 m³/h Festbeton und eine Vielzahl projektspezifisch kombinierbarer SBM-Technikmodule bilden heute den kurzfristig abrufbaren Anlagenpark der deutsch-österreichischen MBK.d