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Rädlinger: Längenrekord bei der Druckrohrsanierung

Mit einer Einzugslänge von 1 272 m gilt ein sanierter Leitungsabschnitt in Baunatal als neuer deutscher Rekordhalter: Minimale Tiefbauarbeiten haben, so der Anbieter Rädlinger Primus Line, zu einer kurzen Installationszeit geführt, die Umwelt geschont und für ein hohes Maß der Kosteneffizienz beim Einsatz von Primus Line gesorgt.

Die Stadtwerke Baunatal betreiben eine Trinkwasserzubringerleitung entlang einer stark frequentierten Landstraße. Die wichtige Versorgungsleitung (DN 200) aus PVC wurde bereits 1971 verlegt und fällt damit in die für PVC-Rohre besonders auffälligen Produktionsjahre vor 1975.

Aus heutiger Sicht sei, so Julian Gers, öffentlich-rechtlich zertifizierter Gutachter für die Instandhaltung von Rohrleitungssystemen bei Rädlinger Primus Line, die Langzeitfestigkeit des damals verwendeten Materials als unzureichend zu bezeichnen. Dieser Umstand führe heute zu einer erhöhten Schadensauffälligkeit bei Haupt- und Zubringerleitungen, insbesondere infolge von wechselnden Zug-Druck-Spannungen (verursacht durch Druckschwankungen und bzw. oder -stöße) – Rädlinger Primus Line bezieht sich auf entsprechende Fachveröffentlichungen zur Sanierung städtischer Wasserversorgungsnetze. Im Interesse der langfristigen Sicherstellung einer störungsfreien Trinkwasserversorgung habe sich der Baunataler Bauherr daher für die Sanierung mit Primus Line entschieden.

Primus Line ist ein »Lining mit eingezogenen Schläuchen« nach DIN EN ISO 11 295. Als nach eigenen Angaben einziger Vertreter dieser Technikfamilie sei diese Technologie in der Lage, den Innendruck zu 100 % auf­zunehmen und das Altrohr dauerhaft von dieser Hauptlast zu befreien. Das bei dem Projekt installierte Primus-Line-Niederdrucksystem (DN 200) mit einlagigem Aramid-Polyester-Hybridaufbau ist für Betriebsdrücke von bis zu 18 bar einsetzbar.

»Die Sanierung mit Primus Line gewährleistet Betriebs- und Versorgungssicherheit für mindestens 50 weitere Jahre. Dadurch wird eine erhebliche Nutzungsverlängerung der vorhandenen Infrastruktur erreicht«, betont Julian Gers.


Das System

Die Eigenschaften und die Wirtschaftlichkeit des von Rädlinger Primus Line selbstentwickelten und im eigenen Werk in Deutschland produzierten Systems waren ausschlaggebend für die Beauftragung mit dem Sanierungsprojekt. Basis des Verfahrens zur grabenlosen Sanierung von Druckrohrleitungen bilden ein flexibler Hochdruckschlauch und die spezielle Verbindungstechnik. Aufgrund eines mehrschichtigen Aufbaus und der geringen Wanddicke steht Primus Line für ein hohes Maß an Flexibilität und zugleich eine hohe Materialfestigkeit: »Die flexible Bauart ermöglicht die grabenlose Sanierung von Bögen bis einschließlich 45°. Einzugslängen von bis zu 2 500 m an einem Stück wurden international bereits realisiert. Nennweitenabhängig sind Betriebsdrücke bis 56 bar möglich«, informiert Gers.

Die Innenbeschichtung des Liners ist gemäß DVGW W 270 und der KTW-Leitlinie für die Sanierung von Trinkwasserleitungen zugelassen. Die Außenbeschichtung besteht aus verschleißfestem PE. Zwischen der Innen- und Außenbeschichtung befindet sich die statisch tragende Schicht aus nahtlosem Aramid-Gewebe. Primus Line ist selbsttragend, wird nicht verklebt oder ausgehärtet und liegt frei mit Ringraum im Altrohr.

Der Einbau

Nachdem die Leitung vom Netz getrennt und entleert wurde, folgten die Kamerainspektion und die Reinigung der Leitung. Die erwarteten weichen Ablagerungen in der PVC-Leitung wurden durch das einmalige Hindurchziehen von Gummischeiben beseitigt. Eine hydraulische Vorreinigung war nicht erforderlich. Eine Trocknung der Leitung vor dem Inliner-Einzug ist beim Einsatz des Systems Primus Line nicht notwendig.

Der werkseitig in U-Form gefaltete Primus Liner (DN 200) wurde auf einer Transporttrommel angeliefert und an der Baugrube positioniert. Eine 3-t-Spillseilwinde zog den Inliner dann in einem Zug innerhalb von ca. vier Stunden in die Leitung ein. Mit einer Länge von 1 272 m handelt es sich um den bisher längsten Einzeleinzug von Primus Line in Deutschland. Die maximale Zugkraft betrug 10 kN und lag damit deutlich unter der für diesen Liner DN 200 (Niederdruck) maximal zulässigen Zugkraft von 60 kN.

Mit der Montage der Systemverbinder und der anschließenden Druckprüfung gemäß DVGW AB W 400-2 im Normalverfahren war die Inlinersanierung der Leitung ohne Tiefbau nach nur vier Tagen erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt werden in Baunatal Trinkwasserleitungen der Nennweiten DN 150 bis DN 300 unterschiedlicher Rohrmaterialien auf einer Gesamtlänge von mehr als 2,5 km durch das Unter­nehmen Rädlinger Primus Line saniert.    §

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