OSA DEMOLITION EQUIPMENT S.R.L. Spezialist für Abbruchgeräte: Fertigung aus einer Hand!

Lesedauer: min | Bildquelle: OSA
Von: Michael Loskarn
Von: Wolfgang Emmler

 »La famiglia« nimmt in Apulien auch heutzutage noch eine herausragende Stellung ein. Was Arturo Sallustio zusammen mit seinen beiden Söhnen Roberto und Giuseppe 1993 in Molfetta bei Bari begonnen hat, ist mittlerweile zu einem weltweit agierenden Unternehmen herangewachsen, das mit Fug und Recht als Familienbetrieb bezeichnet werden kann. In der süditalienischen Hafenstadt hat sich das bauMAGAZIN davon überzeugt, dass jeder Schritt der Anbaugeräte-Herstellung für die Bau-, Abbruch- und Recyclingindustrie am Stammsitz der Officine Sallustio Arturo (OSA) vonstattengeht. Und zwar von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb.

Anfang der 1990er-Jahre besucht die 4. Generation der Maschinenbauer-Familie Sallustio eine Baumaschinen-Messe. Der heute 47-jährige Roberto und sein drei Jahre jüngerer Bruder Giuseppe erkennen sofort das wirtschaftliche Potenzial, das in der Produktion von Abbruchgeräten steckt. Vor allem wenn man bedenkt, dass zu diesem Zeitpunkt eine Abbruchschere den Wert eines Appartements in Molfetta hatte, schildert der gelernte Maschinenbau-Techniker Giuseppe Sallustio, der mittlerweile für die gesamte Fertigung verantwortlich zeichnet.

In den Brüdern wächst die Überzeugung, in diesem Markt mit innovativen Ideen und gesundem Unternehmertum eine wichtige Rolle spielen zu können. Ihr Vater Arturo, selbstständig im Schiffsbau tätig, gibt ihnen den nötigen Freiraum und unterstützt sie bei der Gründung von OSA Demolition Equipment.

In der Folge werden sowohl erste Aufträge für umliegende Bauunternehmen realisiert, als auch Reparaturen von Anbaugeräten anderer Hersteller durchgeführt. Durch die Instandsetzung von Anbaugeräten, die im Einsatz waren, lassen sich wichtige Rückschlüsse auf Verschleiß und nötige Änderungen ziehen, um am Ende ein besseres Produkt herzustellen, sagt Giuseppe.

In der eigenen Produktion setzt OSA auf Schweißroboter und hochmoderne Fertigungsanlagen

Zu Beginn gibt es zwar kein eigenes technisches Büro, dafür aber eine lose Kooperation mit Experten der Polytechnischen Universität Bari. Inzwischen beschäftigt OSA selbst fünf Ingenieure im Unternehmen, schließlich gilt es, nicht nur via CAD die komplette Produktentwicklung voranzutreiben, sondern auch drei Schweißroboter im Gesamtwert von 1 200 000 Euro, die in zwei automatisierten Produktionsstraßen integriert sind,
zu steuern.

Mittlerweile sind für OSA Demolition Equipment mehr als 70 Mitarbeiter tätig, welche nicht selten ihre Lehre und ihr gesamtes Arbeitsleben bei den Brüdern aus Molfetta verbringen. Bei uns in Italien identifizieren sich die Angestellten mit ,ihrem‘ Unternehmen, das ist unsere Kultur, erläutert der Vater zweier Kinder und schiebt nach: Auch die privaten Belange teilen unsere Mitarbeiter mit uns. Ihr Vater Arturo, der 2020 verstarb, war für die Brüder vor allem in den Anfängen ihrer Selbstständigkeit ein wichtiger Ratgeber. Er war ein großer Techniker, ein Visionär, der uns alle Möglichkeiten gegeben hat, uns zu entwickeln, schwärmt Giuseppe Sallustio. Rund 31 Jahre später umfasst diese Möglichkeit, sich zu entwickeln zehn verschiedene Produktlinien aus den Bereichen Recycling- und Abbruchtechnik mit einer Stückzahl von mehr als 2 500 Anbaugeräten per anno.

Auf etwa 18 000 m2 Lager- und Produktionsfläche mit vier Fabrikhallen wird aktuell an über 50 CNC-Maschinen ein jährliches Volumen von circa 1 000 Tonnen Stahl verarbeitet.

OSA Demolition Equipment produziert auch seine Produktlinie der Hydraulikhämmer komplett inhouse und ist somit einer von wenigen sich am Markt befindlichen Full Linern.

Das passende Anbaugerät für jeden Abbruch und ein gut gefülltes Ersatzteillager tragen ihren Teil zur Erfolgsgeschichte von OSA bei.

Kundenanforderungen im Blick

Beim Gang durch die Produktionshallen stechen in erster Linie die hohe Fertigungstiefe sowie der stete Drang nach Fortentwicklung ins Auge. Wir fertigen wirklich alles selbst – vom Rohmaterial bis zum Endprodukt. Deshalb sind wir in der Lage, flexibel auf die Märkte und die Anforderungen unserer Kunden zu reagieren, zeigt sich der Chef durchaus stolz. Mit ein Grund, weshalb es OSA im vergangenen Jahr gelungen war, trotz weltweit rückläufiger Branchen-Zahlen, den Vorjahresumsatz zu halten. Und auch im ersten Quartal dieses Jahres ist es OSA gelungen, die Umsätze des Vorjahreszeitraums zu egalisieren.

Dennoch rechnet Giuseppe Sallustio für 2024 mit rückläufigen Auftragseingängen. Allein, seine Visionen lässt sich der Maschinenbauer derweil nicht nehmen. In den kommenden drei bis vier Jahren möchte er den Umsatz auf 25 Mio. Euro schrauben. Einerseits durch Expansion, also durch Ausbau der Marktanteile in den Auslandsmärkten, andererseits durch hohe Flexibilität im

Maschinenbau, ständige Weiterentwicklungen der Produkte  sowie durch kurze Lieferzeiten.

Ein Einblick in die  Montageabteilung am  Firmensitz in Molfetta

OSA mit hoher Service- und Ersatzteil-Affinität

Individuelle Kundenbedürfnisse nehmen auch beim kongenialen OSA-Deutschland-Team einen hohen Stellenwert ein. Mit Geschäftsführer Daniel Thyen und Serviceleiter Gerd Schmidle managen zwei gestandene Branchenprofis die DACH-Region.

Am deutschen Hauptsitz in Reimlingen bei Nördlingen befindet sich auch das Ersatzteillager. Dort halten wir vom Dichtungssatz über Verschleißteile wie Zähne und Messer bis hin zum Drehkranz alle nötigen Austauschteile vor, erklärt Daniel Thyen. Außerdem stehen in der Service-Zentrale in Remseck bei Stuttgart mobile Einsatzfahrzeuge bereit, um jederzeit sach- und fachkundig zu unterstützen, ergänzt Gerd Schmidle. Übrigens: An beiden Standorten werden die gängigen Adapterplatten für den Anbau an die jeweiligen Trägergeräte gelagert. Des Weiteren extrem wichtig aus Sicht des Schwaben: Die Hydraulikleistung des Geräteträgers sollte fachmännisch an die des Anbaugerätes angepasst werden bzw. muss hoch genug sein, um auf Hammer oder Schere die benötigte Power zu übertragen. Hier bietet Gerd Schmidle mit der OSA Service Zentrale – ausgestattet mit einer entsprechenden Messturbine – den optionalen Service, die Arbeitsparameter vor Ort entsprechend abzustimmen und die Anbaugeräte auf ihre bevorstehenden Einsätze einzustellen.


Apropos einstellen: Alle in Molfetta gefertigten Scheren und Hämmer werden via Hoch- und Niederdruck-Hydraulikaggregat im Prüfstand getestet, bevor sie die Fabrikhallen verlassen. Und zwar mit denselben Parametern eines Baggers in Aktion.

Nachhaltigkeit in der Produktion

So weit, so gut, doch wie steht es in Süditalien um die Themen Nachhaltigkeit bzw. grüne Produktion? Zum einen haben wir unsere Prozesse anhand der Vorgaben der Industrie 4.0 optimiert, zum anderen verfügen wir über eine Fotovoltaikanlage und generieren daraus 80 Prozent unseres Strombedarfs, legt Giuseppe Sallustio dar.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Neben Europa sind derzeit Australien und die USA unsere stärksten Märkte. Vertrieben werden unsere Geräte in mehr als 60 Länder. Für eine reibungslose Nachversorgung und den direkten Draht zu unseren Kunden sind wir mit den fünf eigenständigen Länder- gesellschaften OSA Deutschland, OSA Iberica, OSA France, OSA Ungarn und OSA England mehr als gut aufgestellt, erklärt Giuseppe abschließend.

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