Liebherr Werk Nenzing: »Zukunft der Kranindustrie ist emissionsfrei«

Mit seiner Unplugged-Serie hat Liebherr kürzlich die weltweit ersten batteriebetriebenen Raupenkrane eingeführt. Kurz vor der Präsentation im letzten Dezember (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 2/21, Seite 70) feierte der erste LR 1250.1 unplugged seine Einsatzpremiere auf einer Baustelle in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Kynningsrud Nordic Crane setzte den Kran für Hebearbeiten beim Bau eines neuen Sportzentrums ein.

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Vor rund zwei Jahren hatte Firmeneigner Eirik Kynningsrud bei einem Geschäftsessen mit Liebherr-Vertretern eine Frage gestellt, die rückblickend alles verändern sollte – »was gibt es Neues in Nenzing?« Zwar war die Entwicklungsidee der Vorarlberger zu diesem Zeitpunkt noch streng geheim, eine kleine Vorschau für den langjährigen Kunden war jedoch möglich. »Wir arbeiten an einem batteriebetriebenen Raupenkran.« Eirik Kynningsruds Neugier war geweckt und er bot sich als erster Abnehmer an.

Grüne Alternative

»In Norwegen müssen wir uns der Herausforderung stellen, dass unsere Regierung Baustellen mit Nullemission haben möchte, und wir wollen ein führendes Unternehmen für derartige Projekte sein. Wir versuchen immer, die grüne Alternative zu sein«, so der Geschäftsführer. Zu dieser Zeit hatte Kynningsrud weder Zeichnungen noch Pläne des LR 1250.1 unplugged gesehen. »Wir wollten das führende Unternehmen für die Lieferung emissionsfreier Krane sein«, unterstreicht Kynningsrud seine strategische Motivation. Auf der Bauma 2019 konnte Liebherr ihm dann mit dem LB 16 unplugged das weltweit erste batteriebetriebene Bohrgerät zeigen. Die Idee war, das alternative Antriebskonzept auch auf den Kran auszuweiten. Weitere sechs Monate später konnte Erstkunde Kynningsrud dann die ersten Zeichnungen des Unplugged-Modells begutachten. Geschäftsführer Eirik Kynningsrud ist davon überzeugt, dass »die Zukunft der Kranindustrie in Norwegen emissionsfrei« ist.


Die erste Praxisbewährung ergab sich für den LR 1250.1 unplugged auf einer Baustelle in Oslo. »Anfangs fehlte zwar dem Kranfahrer das Fußpedal zur Einstellung der verschiedenen Geschwindigkeiten, doch jetzt hat er sich daran gewöhnt, nur mit den Joysticks zu arbeiten. Übrigens, das Heizungssystem ist toll«, betont Kynningsrud ein besonders im hohen Norden wichtiges Ausstattungsmerkmal. Auch erwies sich die notwendige Stromversorgung vor Ort als problemlos umsetzbar. »Besonders in der Region Oslo gibt es einen starken Fokus auf die Verringerung von Emissionen auf Baustellen«, unterstreicht Eirik Kynningsrud künftige Einsatzfelder der Liebherr-unplugged-Technik.

Kleinere Geschwister

Der LR 1250.1 unplugged gilt mit 250 t Traglast für viele Projekte dennoch als zu groß und daher vielfach im Einsatz als kostspielig. Entsprechend angetan zeigt sich Kynningsrud, dass die Nenzinger für das laufende Jahr auch die Unplugged-Versionen des LR 1130 und des LR 1160 ankündigen.     t

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