Diese Dienste sind darauf ausgelegt, Daten genau dann bereitzustellen, wenn sie gebraucht werden. Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich – einer davon ist, dass die meisten Dienste kostenlos zur Verfügung gestellt werden (Open GeoData). Das LGL stellt zahlreiche Geodatendienste für verschiedene Anwendungen bereit. Der Web Map Service (WMS) ist der etablierte Standard für die Visualisierung von Geodaten. Er liefert digitale Daten als Bild (wie PNG oder JPEG), das in einem GIS- oder CAD-Projekt oder in einer Außendienstsoftware im Hintergrund dargestellt wird. Für Bauprojekte bedeutet dies vor allem Aktualität und keine unterschiedlichen Datenbestände: Der Nutzer greift stets auf den neuesten Stand der amtlichen Geodaten zu, da die Kartenausschnitte bei jeder Anfrage direkt vom Anbieter neu generiert werden. Eine Offline-Speicherung entfällt.
Der WMS DOP20 lädt die digitalen Orthophotos des LGL mit einer Genauigkeit von 20 cm in ein Projekt. Die Luftbilder werden landesweit von einem Flugzeug aufgenommen und in einem Zwei-Jahres-Rhythmus erneuert. Mit diesen Fotos können die Gegebenheiten des Gebiets um die Baustelle schnell eingeschätzt werden – sowohl im Büro als auch vor Ort. Mit dem Digitalen Geländemodell (DGM), mit Schummerung oder mit einer topografischen Karte lassen sich Projekte anschaulich und gut verständlich darstellen – ideal für eine Präsentation gegenüber Bauherren, Kunden, Anwohnern, Geldgebern und anderen Stakeholdern. Eine Variante des WMS ist WMTS. Bei diesem Web Map Tile Service wird auf vorgekachelte und schon bereitgestellte Bilder zugegriffen, was besonders bei geringer Rechenleistung und ausgelastetem Netzwerk benutzerfreundlich ist. Die Daten müssen nicht extra erzeugt werden. Der wahre Gamechanger für die Datennutzung auf der Baustelle ist jedoch der Web Feature Service (WFS). Im Gegensatz zum reinen Darstellungsdienst WMS, der die Daten »nur« als Bild liefert, stellt ein WFS die eigentlichen Geodaten bereit. Dies ist der entscheidende Unterschied, da der Nutzer vollständige Geoobjekte (Features) und die dazugehörigen Vektordaten (Punkte, Linien, Flächen) erhält. Dazu gehören sogar die Attribute und Sachinformationen. Die Geodaten können also in einer Software aktiv weiterverarbeitet werden: für Längen- oder Flächenberechnungen, Abfrage von Koordinaten oder Nutzungsdaten und eine aktive Verwendung der Objekte selbst. Der am häufigsten genutzte WFS lädt Flurstückgrenzen und Grenzpunkte in das Bauprojekt herunter (WFS_LGL-BW_ALKIS). Wird beispielsweise im Außendienst eine Flurstückgrenze angeklickt, die über den WFS auf ein Tablet geladen wurde, kann diese abgesteckt werden – so als wäre das Kartenmaterial zuvor vom Open-GeoData-Portal des LGL heruntergeladen, im Büro offline vorbereitet und dann manuell auf das Tablet übertragen worden. Hier zeigt sich ein großer Effizienzvorteil.
Geodaten, die ungeplant plötzlich gebraucht werden oder bei der Vorbereitung übersehen wurden, lassen sich mit ein paar Klicks auf das Außendienst-Tablet laden. Das vermeidet Leerlauf auf der Baustelle, der die Kosten steigen lässt. Die Daten werden nur bei Bedarf geladen, ansonsten verbraucht der Dienst keine Ressourcen – weder Online-Bandbreite noch Rechenkapazität oder Festplattenspeicher. Für den Baualltag bedeutet dies einen zeitgemäßen digitalen Workflow: Daten können direkt ins GIS, CAD oder die Außendienstsoftware übertragen werden – ohne Medienbruch. Die Zeiten, in denen große Offline-Dateien vorbereitet, gespeichert und mühsam auf einen Feldrechner kopiert werden mussten, sind vorbei. Es wird nur der Layer heruntergeladen, der wirklich gebraucht wird. Da die Rohdaten geliefert werden, kann der Planer die Darstellung selbst bestimmen und an die projektspezifischen Anforderungen anpassen. Zahlreiche Geodatendienste des LGL sind Open GeoData. Damit sind sie kostenlos und in Standardformaten verfügbar.s