Aktuelles Gewinnung – Aufbereitung – Abbruch – Brechen und Sieben

Kölsch: Dreimal auf der Recycling Aktiv vertreten

Auf dem Gelände der Messe Karlsruhe wird das Unternehmen Jürgen Kölsch gleich dreifach vertreten sein. Im Eingangsbereich mit dem überarbeiteten Backenbrecher Metrotrak von Powerscreen, auf der Aktionsfläche »Holz und Biomasse« im Rahmen einer Vergleichsdemo mit Trommelsieb und Schredder von Pronar. Und last but not least zeigt Kölsch am Hauptstand insgesamt acht Maschinen, drei davon in Aktion.

Der mobile Einschwingen-Backenbrecher Metrotrak 960 mit einem Einlass von 900 mm x 600 mm wird im Eingangsbereich der Recycling Aktiv zu finden sein. In der neuen gerundeten Version unterschreitet er die Gewichtsgrenze von 30 t, damit ist er ohne Sondergenehmigung transportierbar. Rund 1 400 verkaufte Maschinen dieses Typs sollen von ihrer Qualität zeugen. Kölsch nennt vor allem anspruchsvolle Einsteiger im Recycling oder Abbruchunternehmer, die eine flexible, transportable und extrem belastbare Lösung suchen.

Aus dem Marktumfeld soll die Anlage vor allem durch ihre hohe Durchsatzleistung herausragen. Dafür sorgt die lange Brechkammer mit optimiertem Brechwinkel und hoher Brecherdrehzahl. ­Bauschutt verwandelt dieser Brecher in feinanteilarmes, kubisches Endkorn. Die Doppelhub-Brechkinematik soll nicht nur die hohe Durchsatzleistung garantieren, sie bewirkt ebenso einen auf Anhieb höheren verwertbaren Kornanteil und weniger Überkorn.

Wettbewerb auf der Aktionsfläche »Holz und Biomasse«

Zerkleinerer und Trommelsiebe schaffen die Basis für das Recycling von Holz und Biomasse. In Karlsruhe werden drei Schredder und Trommelsiebe, mit Grünschnitt als Beschickungsmaterial, vor den Augen des Recycling-Publikums gegeneinander antreten. Für Kölsch im Einsatz: ein Pronar-Einwellenzerkleinerer mit einem Durchsatz von 40 t/h sowie das Pronar-Trommelsieb MPB 20.55 mit einem Durchsatz von bis zu 200 t/h.

Die Pronar-Trommel meistert die Klassierung unterschiedlichster Schüttgüter und bewährt sich im Gewerbeabfall ebenso wie in der Ersatzbrennstoff- und Altholzaufbereitung, der Grünschnittverarbeitung und Kompostierung oder der Aufbereitung von mineralischem Schüttgut.

Mit 2 m Durchmesser und einer Trommellänge von 5,5 m beschreibt sie Kölsch als in ihrer Kategorie stärkste Maschine, die angehängt an einen Lkw ohne Sondergenehmigung gezogen werden kann. Das Chassis lässt zudem den Einsatz einer Vielzahl von Trommeln anderer Anbieter zu. Auf der Recycling Aktiv kommt eine 40-mm-Lochblechtrommel mit quadratisch versetzter Lochung zum Einsatz, ein Design, das sich speziell für die Absiebung von geschreddertem Grünschnitt eignet, der nach der Siebung zu Kompost verarbeitet werden kann. Das Überkorn kann der thermischen Verwertung zugeführt werden.

Ebenfalls im Wettbewerb stehen wird der ­langsam laufende Pronar-Einwellenzerkleinerer MRW 1300. Als Premiere wird er in Deutschland erstmals als Serienmodell gezeigt. Als seine Domäne gelten Gewerbeabfall, Altholz, Sperrmüll, Grünschnitt, Wurzeln und Bioabfall. Für Leistungsreserven sorgt der 405-kW-Volvo-Motor. Auf der 3 m messenden Zerkleinerungswelle sitzen 42 geschraubte Zähne, eine seitliche Klappe gewährt über die gesamte Wellenlänge Zugang zum Zerkleinerungsbereich. Auch im Kostenvergleich soll der MRW 1300 gute Karten haben, sieht ihn doch Kölsch als bereits standardmäßig sehr gut ausgestattet. Die Gegner des Pronar-Duos werden Maschinen von Doppstadt, Hammel, Neuenhauser Targo oder Stoevelaar sein.

Am Kölsch-Stand dabei

Das Portafill-Schwerlastsieb MR-5 gilt als einer der »Topseller« am Kölsch-Stand. Neu ist der geräuschreduzierte Stufe-V-Antrieb mit optimiertem Treibstoffverbrauch. Vor allem Recycling-Unternehmer, die ein kompaktes, hocheffizientes Sieb mit hohem Durchsatz bei kleinerer Siebfläche suchen, gleich ob für Kompost, Humus, Bauschutt oder Sand, entscheiden sich für dieses Sieb.

Als eine Erfolgsmaschine von Rubble Master beschreibt Kölsch den Prallbrecher RM 100Go! (siehe auch Einsatzbericht zum RM 100Go! auf Seite 30). Gezeigt wird er in Aktion und in Verbindung mit dem Maschendecksieb RM MS105Go!. Als Solomaschine bleibt der Prallbrecher ebenfalls unter 30 t Gesamtgewicht.

Die auf der Recycling Aktiv zu sehende Maschine verfügt über den integrierten Windsichter WS500, der das Gesamtsystem zu einer besonderen Lösung fürs Bauschutt-Recycling macht. Der Brecher ist mit Rubble Masters »Go-Smart«-Service-Tool ausgerüstet, dies ermöglicht die Einbindung von Smartphones und Tablets für erhöhte Durchsatzleistung sowie schnelle Fehlerbehebung. Ein Kniff sichert eine optimale Beschickung – die Belastung des Dieselmotors steuert die Rinne und damit die Zufuhrmenge. Neben der Möglichkeit, alle Routine-Services vom Boden aus vorzunehmen, überzeugt RM 100Go! durch den raschen Aufbau: 15 Minuten – und der Brecher ist einsatzbereit, so Kölsch.

Wer in den Recycling-Bereich starten möchte, soll mit der RM 70Go! bestens beraten sein. Die zweitkleinste Maschine von Rubble Master ist ebenfalls am Kölsch-Stand ausgestellt. Trotz eines Maximaldurchsatzes von 150 t/h – an kubischem Wertkorn – gilt sie mit 19 t als ein eher transportfreundliches Leichtgewicht unter den Brechern.


Orca, der Backenbrecher

Als »anderes Kaliber« beschreibt Kölsch den raupenmobilen Backenbrecher FRP 1006 Orca des Herstellers Franzoi. Der Backenbrecher bringt 31 t auf die Waage und verfügt über einen Materialeinlauf von 1 050 mm x 600 mm. Den Antrieb übernimmt ein Stufe-V-Dieselmotor von Cummins mit einer Leistung von 173 kW. Auf Wunsch lässt sich der Brecher fernbedienen, was die Richtungsumkehr des Materialdurchlaufs beinhaltet. Als einer der wenigen seiner Klasse verfügt er über ein automatisches Brecherüberlastsystem.

Der Brechspalt kann hydraulisch und auch bei laufendem Brechvorgang eingestellt werden. Dank seines einfachen Aufbaus kann der Orca bereits zehn Minuten nach Lieferung zubeißen, aufgrund der kompakten Abmessungen lässt er sich mit einem üblichen 4-Achs-Tieflader transportieren.

Die zweite bei Kölsch ausgestellte Maschine des italienischen Herstellers Franzoi ist der TAZ 280. Er repräsentiert eine neue Generation von Bauschuttschreddern und hatte als solcher – damals unter dem Namen TRI 1116 – seine Premiere auf der Recycling Aktiv 2013. Auf der 2019er-Messe geht Kölsch mit dem Nachfolgemodell TAZ 280 an den Start, einem 16-t-Recycling-Schredder in robuster Bauweise. Er setzt auf zwei starke, schnell austauschbare Wellen. Wer Abbruchholz und Abbruch verarbeiten will, soll den hohen Durchsatz zu schätzen wissen. Die Wellen haben einen verstärkten Antrieb, der gut ist für ein Drehmoment von 210 000 Nm. Dies soll ihn zum stärksten Schredder in seiner Klasse machen.

Powerscreen, ein weiterer langjähriger Kölsch-Partner, wird mit WA1400X, einem überaus erfolgreichen Schwerlastsieb aus der Warrior-Reihe, vertreten sein. Seit 2002 konnten weltweit etwa 2 000 Einheiten davon abgesetzt werden. Ein einzigartiger spezieller Siebantrieb ermöglicht Hübe von bis zu 112 mm bei Beschleunigungen von bis zu 4,5 G. Eine Besonderheit stellt das Siebwechselsystem dar: Der Siebkasten kann hydraulisch hochgefahren werden und gewährt dann freien Zugang zum Siebunterdeck.

Fördertechnik

Mit dem Telestack-Förderband TC420X stellt Kölsch auch noch ein robustes Förderband vor. Der Wechsel zwischen den Einsatzorten ist mittels 4-Achs-Tieflader zu bewerkstelligen, am Einsatzort gewährleistet ein kompaktes Raupenfahrwerk die nötige Flexibilität. Vor allem Lohnunternehmer, die sensibles Schüttgut aufhalden und ein ungewolltes Verdichten mit Radlader-Rädern verhindern wollen, entscheiden sich für dieses oder ein vergleichbares Band von Telestack.

Hoher Wirkungsgrad

Recycling-Profis kennen Windsichter als eine knifflige Angelegenheit. Kölsch zeigt mit der Airmaster Neo eine mobile Anlage mit dem Wirkungsgrad einer stationären. Sie trennt Bauschutt, Grüngut, Kompost, Haus- und Gewerbeabfall, Schlacke, Schrott oder auch Altholz. Der modulare Aufbau erlaubt es, das Gerät auf individuelle Bedürfnisse abzustimmen und sie noch im Nachhinein aufzurüsten, etwa von der zweistufigen Sichtervariante auf eine dreistufige. Entsprechend ausgerüstet kann der Airmaster Neo in einem Arbeitsgang aus gemischtem Bauschutt zunächst die Mineralik von Holz und Folien trennen und im weiteren Durchlauf Folienanteile vom Holz. Auf der Recycling Aktiv zeigt Kölsch den AirmasterNeo mit dem Materialverteilsystem DiscSpreader, das für eine gleichmäßige Verteilung des Input-Materials auf dem Zuführband sorgt, mit einem Schwergut-Querband und Schwergut-Haldeband zum Austrag des Schwergutes sowie einem Leichtgut-Abwurfband mit vergrößerter Leichtstoffkammer zum geordneten Abzug der Leichtfraktion.     t

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