Kobelco Construction Machinery Europe B. V. Kobelco Construction Machinery Europe B. V. High-End-Lösungen für Europa

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Kobelco
Von: Dan Windhorst

Am europäischen Hauptsitz von Kobelco Construction Machinery Europe (KCME) im niederländischen Lelystad hat das bauMAGAZIN kürzlich einen wahren »Rundumschlag« erlebt. Zum einen durfte die Redaktion hinter die Kulissen des Neubaus blicken: Auf einer Gesamtfläche von knapp 30 000 m² verfügt KCME nun über ein »High-End-Headquarter« mit angeschlossenem Technologiezentrum sowie integrierter Demo-Arena. Zum anderen stellte Kobelco Europe wichtige neue Händler für den deutschen Markt vor – einhergehend mit der Präsentation leistungsstarker Maschinen sowie des intelligenten Remote-Systems »K-Dive«, das mit beachtlicher Performance punkten kann. Die Zusammenfassung lautet: Kobelco hat wirklich massiv in seine eigene Zukunftsfähigkeit investiert. 

Nur wenige Minuten nach Ankunft in Lelystad war klar: »Hier hat jemand um verdammt viele Ecken gedacht.« Das neue Hauptquartier von KCME vereint weitläufige Büroflächen und gigantische Lagerkapazitäten mit einem hochmodernen Technologiezentrum, das künftig als »Denkfabrik« für den europäischen Markt zur Verfügung steht. Ein außergewöhnlicher Faktor ist, dass KCME nun auch über Schulungsräume samt Werkstätten verfügt, die einen direkten Zugang zur 3 500 m2 großen Demonstrationsfläche ermöglichen. Was auffällt: Die Tore sind haushoch – ausgelegt darauf, dass selbst ein 50-Tonner innerhalb weniger Sekunden aus dem Schulungsraum direkt in das Außengelände fahren kann. Auf diese Weise prallt bei KCME künftig eine theoretische Maschinenvorstellung auf den direkten Praxiseinsatz. Der große Clou: Die großdimensionierte »Sandkiste« ist so konzipiert, dass ein Bagger sogar in bis zu 5 m Tiefe graben kann. 

Um das Ganze »wetterfest« zu machen, ist das Demo-Areal auch noch von einer knapp 13 m hohen Pergola umgeben. Oder anders gesagt: Kobelco hat sich hier wirklich nicht lumpen lassen. In seiner Eröffnungsrede stellte der neue KCME-Geschäftsführer Takemichi Hirakawa klar, dass der Neubau in Lelystad die Zukunftspläne von Kobelco Europe unterstreiche: »Der neue Hauptsitz ist ein wichtiger Meilenstein und dient als Grundlage für unsere nächste Wachstumsphase.« Letztlich handelt es sich dabei um die Zusammenführung aller Arbeitsbereiche – von der technischen Abteilung über Vertrieb und Organisation bis hin zu Schulungen und der Zusammenarbeit im gesamten europäischen Netzwerk. »Diese Investition unterstreicht das Engagement von Kobelco für seine Partner, Händler und Mitarbeiter und stärkt gleichzeitig unsere ­Position auf dem europäischen Markt. Kurzum: Mit dieser neuen Einrichtung ist KCME gut für die Zukunft gerüstet.«
»K-Dive«: Smart und siche

Und die »Zukunft« war auch das Stichwort bei der Vorstellung von »K-Dive«: Das smarte Remote-System von Kobelco ermöglicht das sichere Fernsteuern von Baggern und dient damit als Sinnbild für das, was die Baustelle der Zukunft mit sich bringt. Doch bevor wir uns mit dieser intelligenten Lösung befasst haben, gab es noch einen kurzen Abstecher in die Vergangenheit: Vorgestellt wurde »K-Dive« nämlich von keinem Geringeren als Makoto Kato, dem ehemaligen Geschäftsführer von KCME, der erst zu Jahresbeginn das Zepter an Takemichi Hirakawa übergeben hatte und nun als Director Solution Business Development Division für KCME zuständig ist. Seit der Gründung von KCME im Jahr 2013 war Makoto Kato die maßgebliche Triebkraft – durch ihn konnte sich Kobelco innerhalb eines Jahrzehnts erfolgreich am europäischen Markt etablieren, und auch das neue Hauptquartier in ­Lelystad entspringt seinem Denkansatz. 

»Mit ›K-Dive‹ ermöglichen wir das Fernbedienen der Maschine via Cockpit in Echtzeit – der Maschinist kann seinen Bagger künftig vom Büro aus steuern, was besonders bei Einsätzen in gefährlicher Umgebung eine tragende Rolle spielt«, so Makoto Kato. Das Hauptaugenmerk dieser Technologie richte sich auf das sichere, aber gleichzeitig hochpräzise Steuern in gefährlichen oder schwer zugänglichen Arbeitsbereichen. Gleichwohl, so Kato weiter, könne »K-Dive« mit hoher Flexibilität punkten: »Dieses System ermöglicht den Einsatz von Personal, das nicht vor Ort ist – wir überwinden damit Distanzen und können in Zukunft beispielsweise auch Personen mit ­körperlichen Einschränkungen das Bedienen von Baumaschinen ­überlassen.« Und auch das Thema »Fachkräftemangel« spielt hierbei eine Rolle: »Was wir in diesem Zusammenhang nicht vergessen dürfen: Mit ›K-Dive‹ kann ein einziger hoch qualifizierter Maschinist schnell zwischen mehreren Zielgeräten wechseln, womit er am selben oder auch an völlig unterschiedlichen Einsatzorten tätig ist.« Gleichzeitig, so Kato, ließe sich mit derartiger Technik die Belastung durch Lärm, Abgase und Erschütterungen verringern. Und nicht zu unterschätzen ist die Produktivität: Die Nutzung von Echtzeitdaten, einhergehend mit einer hochpräzisen Steuerung, kann die Arbeitseffizienz merklich steigern. In Lelystad nahm Makoto Kato dann Platz in einem speziellen Steuerstand bzw. in einer High-End-Simulator-Kabine. Für den Bediener fühlt es sich so an, als säße er in einer echten Fahrerkabine – mit Fahrersitz, Bedienknöpfen, Joystick sowie Zugriff auf Assistenzsysteme. Mithilfe von Sounds und Vibrationen wirkt das Bedienen noch realistischer. Visualisiert wird der gesamte Arbeitsbereich der Maschine über mehrere Bildschirme. Der Fahrer kann alle Bewegungen über verschiedene Kameraperspektiven beobachten, was hochpräzises Arbeiten und eine gute Übersicht ermöglicht. Gleichzeitig war der »140er« im Außenbereich mit allerhand Kamera- und Sensortechnik ausgestattet, um jederzeit den Arbeitsbereich zu überwachen und Kollisionen zu vermeiden. Letztlich ist »K-Dive« nichts anderes als ein fortschrittlicher »Gaming-Simulator«, der einen echten Bagger auf der Baustelle nutzbar macht. Für Makoto Kato ist das System als Teil der Digitalisierungsstrategie zu verstehen, die mit der Nutzung des Echtzeit-Wiegesystems »K-Load« und dem KI-gestützten Assistenzsystem »K-Eye Pro« einhergeht.


Neue Händler für Deutschland

Im Jahr 2013 verfügte Kobelco Europe über drei Händler in Deutschland sowie je zwei in Österreich und der Schweiz – vertrieben wurden damals insgesamt elf Modelle. Heute greift KCME allein im deutschen Raum auf acht Händler zurück, die insgesamt 34 Modelle mit einem Einsatzgewicht von 1 bis 140 t anbieten. Zum einen hat Kobelco damit seine ­Reichweite vergrößert, zum anderen ist das Unternehmen in weit mehr Segmenten wettbewerbsfähig, darunter Gewinnung, GaLaBau und ­Vermietung. In diesem Jahr frisch dazugekommen ist beispielsweise die Thomas Baumaschinen GmbH, die mit Sitz in Werl auf weitere Mitarbeiter sowie Stationen in Schleswig-Holstein und Hamburg setzt. Im Osten von Nordrhein-Westfalen sowie im Norden und der Mitte von Hessen agiert nun die MSG Andert ­GmbH: »Die Schwerpunktbranchen von MSG sind Abbruch, Vermietung und GaLaBau. Das Unternehmen hat über die Jahre zahlreiche Firmen integriert und sich damit stetig erweitert«, wie Hanns Renz, Business Director DACH bei KCME, betonte. Hinzu kommt, dass neben Pascal Andert auch Thomas Hagedorn als Eigentümer von MSG Andert auftritt. Mit der Eberle-Hald GmbH hat Kobelco außerdem einen starken Partner für Baden-Württemberg dazugewonnen: »Mit insgesamt sieben Niederlassungen, knapp 200 Mitarbeitern und einem gut auf­gestellten Servicenetz ist Eberle-Hald insbesondere in den Bereichen Erdbewegung, Vermietung, GaLaBau und Baustellenausstattung stark vertreten.« Zum einen stellte Hanns Renz klar, dass die Erweiterung des Händlernetzes notwendig sei, um den gestiegenen Bedarf abzudecken. Zum anderen dürfe man nicht unterschätzen, wie anspruchsvoll der Markt geworden sei: »Europa ist zweifelsohne der anspruchsvollste Markt der Welt – mit allen 24 Amtssprachen in der EU. Hinzu kommt der hohe technologische Anspruch.« Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Kobelco auch in Europa als »japanisch geprägt« gilt. 

Das heißt in erster Linie, dass die Maschinen auf Zuverlässigkeit und Langlebigkeit getrimmt sind. Tatsächlich gelten Kobelco-Maschinen als unverwüstlich – damit siedelt sich der Baumaschinenhersteller aber auch klar im Premium-Segment an. »Und genau das möchten wir uns in Zukunft erhalten – mit hochwertigen Maschinen und starken Händlern«, wie Renz klarstellte. Und obwohl Kobelco aufgrund seiner hohen Produktqualität stetig Marktanteile dazugewinnen konnte, gibt es auch Nachteile: Gerade bei unabhängigen Vermietern schwächelt das Geschäft aufgrund höherpreisiger Maschinen. Der Grund: kurzfristige Nutzung bei möglichst geringem Kostenaufwand. Zuletzt konnte Kobelco bei Mietmaschinen ab 12 t trotzdem einen Marktanteil von immerhin 6 Prozent in Deutschland verzeichnen. Seit Jahren verzeichnet Kobelco vorrangig aber überall da Wachstum, wo Baumaschinen über eine lange Nutzungsdauer hinweg hohen Anforderungen gerecht werden müssen. Und zur Wahrheit gehört auch, dass Kobelco regelmäßig innovative Ideen aus seiner Entwicklerschublade zaubert.

Hydraulikbagger

»SK140SR LC« von Kobelco  
Betriebsgewicht (t) 15 bis 18
Motorleistung (kW) 86
Löffelvolumen (m3) 0,24 bis 0,7
Abmessungen (mm) L x H x B 7 530 x 2 790 x 2 590
Grabtiefe (m) 5,9
Reißkraft (kN) 64

Echte Abbruchgiganten

Gerade im Abbruchsegment ist Kobelco seit vielen Jahren eine wahre Hausnummer – die Anfänge reichen bis in das Jahr 1977 zurück. Damals wurde ein »YS1200« vom KCM-Vorgänger Yutani Heavy Industries als weltweit erster hydraulischer Abbruchbagger eingesetzt. In den darauffolgenden Jahrzehnten entwickelten sich Kobelco-Giganten wie der 100 t schwere »SK1000DW« mit einer Reichhöhe von 43 m oder der »SK2200D«, der in 50 m Höhe arbeiten konnte und satte 220 t auf die Waage brachte. Mit seinen »Straight boom«- und »High Reach«-Maschinen startete Kobelco dann in den vergangenen Jahren eine wahre Modell-Offensive mit erstaunlichen Bolzenhöhen von 21 bis 40 m. Das heutige Flaggschiff im Abbruch-Segment ist der »SK1300DLC-11«, ein 140 t schweres Monster mit 382 kW Motorleistung und insgesamt vier möglichen High-Reach-Auslegerkombinationen. Arbeiten kann der »1300er« bei 40 m Bolzenhöhe mit einem maximalen Werkzeuggewicht von 4,3 t. Sind die oberen Etagen eines Abbruchobjekts abgetragen, lässt sich die Arbeitsausrüstung am Grundausleger innerhalb von zwei Stunden wechseln – dann kann er in gut 24 m Höhe mit Anbau-Werkzeug bis 10 t arbeiten. Außerdem hat Kobelco kürzlich mit dem »SK650DLC« einen 80-t-Bagger mit »Next«-Wechselausrüstung vorgestellt, der über eine neue Abbruchkabine verfügt und deutlich höhere Anbaugewichte für Abbruchwerkzeug mit sich bringt. 

Aufgrund einer völlig neuen Geometrie lässt sich die High-Reach-Ausrüstung nun auch in Bodennähe effizient einsetzen. Wesley Elverding, Produkt Marketing Manager bei KCME, erklärte: »Das Next-System ist heute deshalb so erfolgreich, weil ein zügiger Wechsel der Auslegerkonfiguration und hohe Werkzeuggewichte möglich sind.« Klarzustellen ist laut Elverding: »›Next‹ ist kein Schnellwechsel-System, sondern vielmehr eine bewährte und kostengünstigere Alternative in OEM-Qualität.« Letztlich haben sich die Demolition-Bagger von Kobelco in den vergangenen Jahren als Allrounder entpuppt – sie sind hochwertig gebaut, erweisen sich als äußerst robuste Arbeitstiere und werden, wie an den neuen »DLC«-Modellen der elften Generation gut zu erkennen ist, stetig weiterentwickelt. Und das hat gute Gründe: Das Marktpotenzial der Abbruchbranche ist schlichtweg immens. Im Jahr 2023 erzielten die 100 größten Abbruchunternehmen der Welt einen Umsatz von 8,3 Mrd. US-Dollar – knapp 4,3 Mrd. US-Dollar davon wurden allein in Europa erwirtschaftet. Und obwohl der Rückbau in Deutschland nicht ansatzweise mit dem im Kobelco-Mutterland Japan zu vergleichen ist (dort reißt man jährlich über 100 000 Wohneinheiten ab), wurden im Jahr 2022 hierzulande über 16 000 Wohneinheiten dem Erdboden gleichgemacht. Für Kobelco bedeutet das: ranklotzen und Maschinen auf den Weg bringen, die diesem gewaltigen Abrissbedarf gerecht werden.

Minibagger – große Vorzüge

Last but not least ging Kobelco in Lelystad auf seine kompakten Minibagger ein, die im Segment von 1 bis 6 t angesiedelt sind. Die Kombination aus Auslegerschwenkfunktion und kleinem Heckradius ermöglicht den Einsatz dieser Maschinen auch bei sehr begrenzten Platzverhältnissen. Der »SK26SR« beispielsweise bietet einen Schwenkradius bei Auslegerschwenkung von 1 930 mm – der Heckschwenkradius beträgt 775 mm. Und: Aufgrund des geringen Einsatzgewichts lässt sich diese Maschinengattung entsprechend einfach mit dem Anhänger transportieren – für den innerstädtischen Bau sowie für GaLaBauer ein mitunter entscheidender Faktor. Beliebt sind die Minibagger insbesondere aufgrund ihrer Vielseitigkeit, individueller Anpassungsmöglichkeiten und starker Leistung, denn trotz der Größe setzt Kobelco hier auf große Grabtiefe, Reichweite und Kraft. Und was bei den Großmodellen des Japaners gilt, scheint sich auch bei den Mini-Varianten zu bewahrheiten: Am Markt gelten die »Kleinen« als ebenso robust und zuverlässig wie ihre tonnenschweren Pendants im Abbruch-, Gewinnungs- oder Erdbewegungssegment. Die Maschinen sind schlicht und ergreifend auf eine lange Lebensdauer und möglichst geringe Ausfallzeiten ausgelegt. Ein Blick in die Fahrerkabine zeigt im Übrigen, dass man mittlerweile auf großzügige und ergonomische Varianten setzt, die neben viel Platz aber auch eine gute Rundumsicht aufbieten. Intuitive Steuerungssysteme und eine möglichst feinfühlige Hydraulik sollen darüber hinaus hohen Bedienkomfort ermöglichen.

Kobelco auf Wachstumskurs

Die Zusammenfassung lautet: Der neue Hauptsitz in Lelystad hat Eindruck hinterlassen, so auch die neuesten Maschinen und das Remote-System. Das bauMAGAZIN hat »K-Dive« bereits mehrfach zu verschiedenen Anlässen im Einsatz erlebt: es läuft stabil, ist zuverlässig, wirkt technisch ausgereift und lässt sich vielseitig auf unterschiedlichsten Baustellen einsetzen. Spürbar ist, dass sich Kobelco intensiv auf die kommenden Jahre vorzubereiten scheint – wohlwissend, dass man sich in Europa auf hartumkämpften Märkten durchboxen muss. Ein wichtiger Faktor dürfte sein, dass Kobelco ehrlich zu sich ist und keine Spielchen spielt: Man kennt seine Stärken und scheut sich nicht davor, Schwächen zu benennen. Statt halbherzig entwickelte Maschinen künstlich auf Hochglanz zu polieren, bleibt der Schuster, wie man so schön sagt, lieber bei seinen Leisten. Die japanischen Maschinen gelten als unverwüstliche Arbeitstiere und die verbaute Technik als innovativ. Mit seiner neuen europäischen Zentrale sowie den kürzlich dazugewonnenen deutschen Händlern hat KCME nun eine lohnende Steilvorlage erhalten, um seine Marktposition in Deutschland in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

Abbruchbagger

»SK1300DLC-11« von Kobelco  
Betriebsgewicht (t) 140
Motorleistung (kW) 382
Transportabmessungen (mm) L x H x B 21 300 x 5 200 x 5 730
Bolzen- bzw. Arbeitshöhe (m) 40
Maximales Werkzeuggewicht (t) 4,3
Mögliche Auslegerkombination Vier High-Reach-Varianten

Firmeninfo

Kobelco Construction Machinery Europe B.V.

Veluwezoom 15
1327 AE Almere

Telefon: +31 36 2020 300

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