»Klartext« - Teil 2 Neues Jahr, neuer Aufschwung?!

Bereits im ersten Teil unserer traditionellen »Klartext«-Rubrik wurde mehr als deutlich, dass die Branche vor Tatendrang sprüht, bislang aber noch immer auf Antworten aus Berlin wartet. Das Baujahr 2025 verlief schleppend und legte offen, dass die Investitionsbereitschaft der Bundesregierung zwar löblich ist, die Umsetzung aber zu schleppend voranschreitet. Gemeint sind damit das milliardenschwere Infrastrukturpaket, Förderprogramme, der »Bauturbo« sowie gezielte Sondervermögen, die der Bauwirtschaft auf die Beine helfen sollen. Die nachfolgenden Statements wichtiger Branchengrößen zeigen Prognosen, die durchaus optimistisch stimmen. Gleichwohl wird angemahnt, dass der Baumotor auch 2026 ins Stottern geraten kann, wenn die Bundesregierung nicht endlich aufs Gaspedal drückt.

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Von: Dan Windhorst

Die spannende Frage bleibt, ob Bundeskanzler Friedrich Merz sein Versprechen halten kann. Die erklärte Zielsetzung lautet, endlich wieder ins Bauen zu kommen. Helfen sollen milliardenschwere Sondervermögen für die Baubranche und das Militär. Auf dem Papier zeigt sich durchaus, dass wir uns künftig nicht vor Arbeit retten können. Und das hat gute Gründe: Zum einen ist der Baubedarf im öffentlichen Bau aufgrund der vielen maroden Straßen, Brücken und Schienen groß. Zum anderen müssen dieses Jahr viele Wohnungen gebaut werden, um dem Wohnraummangel entgegenzutreten. Hinzu kommt die Bundeswehr: Was über Jahrzehnte an Kasernen sowie Lager- und Übungsplätzen kaputtgespart wurde, muss nun schleunigst wiederaufgebaut oder zumindest ausreichend saniert werden.

Die angepeilte Verteidigungs- bzw. Kriegstüchtigkeit von Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt voraus, dass der Staat in den kommenden Jahren massiv investieren muss. Und das viele Geld dafür liegt spätestens seit den Sondervermögen auf dem Tisch. In »Klartext« weisen jedoch diverse Branchengrößen darauf hin, dass die Milliarden nur dann Sinn machen, wenn sie auch tatsächlich im Markt ankommen. Gemeint ist damit, dass die Politik zu zögerlich agiert und die Bauunternehmen ungeduldig darauf warten, dass Genehmigungen erteilt werden. Statt die Prozesse, welche noch immer an zu viel Bürokratie gekettet sind, ins Laufen zu kriegen, wird unnötig viel Zeit darauf verwendet, sich mit lästigen und zuweilen veralteten Detailfragen zu befassen. Zugegeben, mit der Baubranche steht der Politik ein Wirtschaftszweig gegenüber, der für seinen Pragmatismus bekannt ist und daher wenig Verständnis für bürokratisches Schneckentempo aufbringt. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass insbesondere die Bauverbände nicht erst seit gestern »meckern«.

Bereits seit Jahren weist die Bauindustrie darauf hin, dass der Wohnungsbau nur dann funktioniert, wenn Investoren verlässliche Zusagen erhalten, vernünftige Fördertöpfe vorhanden sind und der Staat die Bauherren nicht mit seiner Zettelwirtschaft bremst. Gleiches gilt für den öffentlichen Bau: Statt die marode Straße endlich aufzureißen, müssen monate- und teils jahrelange Genehmigungs- und Prüfverfahren durchlaufen werden. Mehr Vereinheitlichung würde, ebenso wie die rein digitale Abwicklung, dabei helfen, den tatsächlichen Turbo zu zünden. Grundsätzlich zeigt sich in »Klartext«, dass die Baubranche durchaus Hoffnung hat, dass wir dies Jahr ein besseres Baujahr erleben – die klaffende Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung muss jedoch weit schneller geschlossen werden, als es bislang der Fall ist. Letztlich bleibt abzuwarten, ob man in Berlin zeitnah gegensteuert und die Baubranche endlich machen lässt.d

»Rückkehr zur gewohnten Dynamik ist kein Selbstläufer«

Vor dem Hintergrund der jüngsten Marktentwicklungen und mit Blick auf das kommende Jahr erkenne ich in der Bauwirtschaft deutliche Chancen – doch die Rückkehr zur gewohnten Dynamik wird kein Selbstläufer sein. Nach der erfolgreichen Bauma 2025 und den vielversprechenden »Bauturbo«-Ankündigungen der neuen Bundesregierung gilt: Jetzt zählt Umsetzen statt Warten. Tatsächlich zeigen aktuelle Analysen: Für Deutschland rechnen Institute wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer Trendwende im Bauvolumen im Jahr 2026, bei etwa +2 Prozent Wachstum nach mehreren Jahren Rückgang. Interessant ist, dass sich laut Branchendaten bereits seit April eine vorsichtige Erholung im deutschen Markt für Minibagger abzeichnet – ein Trend, der sich bislang stabil hält und auf eine beginnende Marktbelebung hindeutet. Dennoch sind die makroökonomischen Kennziffern wie Bruttoinlandsprodukt, Bauproduktion und Einkaufsmanagerindex insgesamt noch zurückhaltend, was zeigt, dass der Aufschwung auf einem sensiblen Fundament steht. 

Der Gegenwind ist deutlich spürbar: Hohe Material- und Energiekosten, Fachkräftemangel sowie langwierige Genehmigungsprozesse bremsen insbesondere Infrastrukturprojekte. Für uns bei Bobcat bedeutet das: Ja, wir müssen geduldiger sein, aber das Momentum verpufft nicht. Wir begreifen diese Phase als Übergang – und genau hier setzen wir aktiv an: mit Innovationskraft, niedrigen Gesamtbetriebskosten (TCO) und der Effizienz unserer Maschinen sowie einem klaren Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Mit der Einführung unserer neuen Serie von 1- bis 2-t-Minibaggern auf der Bauma haben wir gezeigt: Wir warten nicht auf bessere Zeiten, wir liefern Lösungen. Unsere Minibagger, Kompaktradlader oder Kompakt-Raupenlader, die besonders in Deutschland beliebt sind, stellen Komfort, Kontrolle und Kosteneffizienz in den Mittelpunkt ihrer Konstruktion. Insgesamt erwarten wir eine deutliche Markterholung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Ein wesentlicher Faktor ist dabei, dass viele der von der Bundesregierung angekündigten Investitionen für das Infrastrukturprogramm bislang noch nicht vollständig in den zuständigen Ministerien und Vergabestellen angekommen sind. Sobald diese Mittel tatsächlich abgerufen und in konkrete Projekte umgesetzt werden, wird die Bauwirtschaft spürbar an Dynamik gewinnen – und die Nachfrage nach Maschinen entsprechend steigen. Fazit: Das Momentum ist vorhanden, doch es braucht den entschlossenen Einsatz aller Branchenakteure, um daraus nachhaltige Bewegung zu machen. Bobcat wird mit Innovationskraft, Kundennähe und unternehmerischer Stärke dazu beitragen, dass 2026 nicht nur ein Übergangsjahr wird, sondern ein sichtbarer Schritt nach vorn.

»Geduld ja, aber vorbereitet sein auf Chancen und Risiken«

Ich sehe die Lage 2026 für die Bauwirtschaft in Deutschland nicht als klaren »Neustart« oder ungebremste Fortsetzung des Booms, sondern eher als gemischt – mit echten Chancen, aber auch nicht zu unterschätzenden Risiken. In der Baubranche rechnet man damit, dass die zusätzlichen Mittel nicht sofort, sondern mit Verzögerung »ankommen« – ein Timing-Risiko, aber durchaus realistische Umsetzungsdynamik. Das bedeutet: Wenn Unternehmen mit starkem Investitionsdruck kalkulieren, könnte der tatsächliche Auftragseingang langsamer steigen als erwartet. Meiner Einschätzung nach ist das »Momentum aus 2025« nicht verpufft, aber auch nicht voll entfaltet. Ein großer Teil des öffentlichen Bauvolumens hängt von kommunalen Haushalten ab – doch viele Kommunen stehen unter finanziellem Druck und könnten Bauinvestitionen eher drosseln. Ein ausgewogener, vorsichtig optimistischer Ansatz erscheint mir der realistische Kurs: Geduld ja, aber vorbereitet sein auf Chancen und Risiken.

»Wir brauchen Geduld, Realismus und Verlässlichkeit«

Der VDBUM begrüßt ausdrücklich das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität als starkes und längst überfälliges Signal für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Die geplanten Investitionen in Verkehrswege, Energieinfrastruktur, Digitalisierung und klimafreundliche Technologien sind richtig, notwendig und ein wichtiges Fundament für wirtschaftliches Wachstum, Versorgungssicherheit und nachhaltige Standortentwicklung. Gleichzeitig weist der VDBUM realistisch darauf hin, dass zwischen politischer Beschlussfassung und tatsächlicher Umsetzung in der Baupraxis erhebliche Zeiträume liegen. Infrastrukturprojekte erfordern komplexe Planungs-, Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren, Umweltprüfungen sowie umfangreiche Beteiligungsprozesse. Diese Schritte sind notwendig, rechtlich geboten und gesellschaftlich sinnvoll – sie lassen sich jedoch nicht beliebig verkürzen. Vor diesem Hintergrund ist damit zu rechnen, dass ein spürbarer Mittelabfluss in die breite Bauwirtschaft erst stufenweise über mehrere Jahre erfolgen wird. 

Parallel dazu beobachten wir, dass milliardenschwere Investitionen in militärisch nutzbare Infrastruktur – etwa in Logistik, Kasernen, Verkehrsachsen oder Schutzbauten – deutlich schneller wirksam werden. Hier greifen beschleunigte Verfahren, Sonderregelungen und hohe politische Prioritäten. Diese Investitionen werden die Bauwirtschaft zwangsläufig früher erreichen und bereits kurzfristig Kapazitäten binden. Der VDBUM sieht hierin sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Die Branche ist grundsätzlich leistungsfähig, steht jedoch bereits heute unter erheblichem Fachkräfte-, Material- und Kostendruck. Eine verlässliche, planbare und kontinuierliche Mittelbereitstellung aus dem zivilen Sondervermögen ist daher entscheidend, um nachhaltige Investitionen nicht durch kurzfristige Überlastungen auszubremsen. Unser Appell lautet: Geduld, Realismus und Verlässlichkeit müssen die Umsetzung begleiten. Nur so gelingt es, sowohl die sicherheitspolitischen als auch die infrastrukturellen Zukunftsaufgaben Deutschlands erfolgreich und nachhaltig zu bewältigen.

»Den Bürokratieabbau entschlossener angehen!«

Nach der Bauma 2025 und den vielversprechenden »Bauturbo«-Initiativen der Bundesregierung zeigt sich: Die Branche hat Impulse erhalten, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen. Positive Signale von Messen und Ankündigungen reichen nicht aus, um die fundamentalen Rahmenbedingungen nachhaltig zu verändern. Der dringend notwendige Bürokratieabbau muss auf allen Ebenen entschlossener angegangen werden. Genehmigungs- und Vergabeverfahren im öffentlichen Bau dauern in Deutschland viel zu lange – sie müssen um bis zu 90 Prozent beschleunigt werden, um Investitionen in Gang zu bringen und Bauprojekte überhaupt wirtschaftlich umsetzen zu können. Der angekündigte »Bauturbo« kann erst dann seine volle Wirkung entfalten, wenn das zugesagte Sondervermögen auch tatsächlich in der Industrie ankommt und dort gezielt Wachstum und Innovation unterstützt. Ebenso entscheidend sind faire Wettbewerbsbedingungen. Um die heimische Bau- und Maschinenbauindustrie zu schützen, braucht es wirksame Anti-Dumping-Maßnahmen gegenüber Billigimporten, die zunehmend den Markt verzerren. 

Nur so lassen sich Arbeitsplätze und technologische Kompetenz in Deutschland langfristig sichern. Parallel dazu stehen wir weiterhin vor den Herausforderungen einer hohen Inflation, die bei nahezu stagnierendem Wachstum für eine spürbare Teuerung sorgt. Hinzu kommen Energiekosten, die im internationalen Vergleich deutlich zu hoch sind – ein klarer Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen. Auch die zunehmenden Infrastrukturmängel beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit des Standorts Deutschland und bremsen wirtschaftliche Dynamik. Wenn 2026 mehr werden soll als ein weiteres Übergangsjahr, braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln. Nur mit weniger Bürokratie, schnelleren Prozessen, bezahlbarer Energie und fairen Rahmenbedingungen kann aus dem aktuellen Stillstand eine echte Aufbruchsstimmung entstehen.

»Es braucht klare Rahmenbedingungen und verlässliche Signale«

Die aktuelle Lage in der Bauwirtschaft zeigt deutlich, dass die nach der Bauma 2025 geweckten Erwartungen bislang nicht erfüllt wurden. Die politischen Zusagen sind bisher nicht in konkrete Maßnahmen umgesetzt worden, und die angekündigten Reformen haben keine spürbare Wirkung auf die Geschäftslage. Gleichzeitig besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf – sowohl im Wohnungsbau als auch bei der Sanierung der Infrastruktur, insbesondere der Brücken. Ein klarer und verbindlicher Aktionsplan ist derzeit nicht erkennbar. 

Diese Unsicherheit führt dazu, dass viele unserer Kunden Investitionen zurückhalten. Das Momentum aus dem Jahr 2025 ist weitgehend verloren gegangen. Allein die Bereitstellung von Sondervermögen für Infrastruktur reicht nicht aus; entscheidend ist die schnelle und effiziente Umsetzung in konkrete Bauprojekte. Nur so können Vertrauen und Planungssicherheit entstehen. Als Hersteller von Spezialfahrzeugen sind wir bereit, zusätzliche Produktionskapazitäten bereitzustellen, um die Umsetzung großer Infrastrukturmaßnahmen zu unterstützen. Die Branche verfügt über die notwendige Expertise und Leistungsfähigkeit, um einen Beitrag zu leisten. Damit dies gelingt, braucht es jedoch klare Rahmenbedingungen und verlässliche Signale. Es ist jetzt entscheidend, dass die angekündigten Schritte zeitnah umgesetzt werden, damit aus Absichtserklärungen konkrete Ergebnisse entstehen und die dringend benötigte Dynamik in der Bauwirtschaft zurückkehrt. 

»2026: Wir erwarten langsame Steigerung statt Boom«

Die Freude über die Ankündigungen aus dem Beginn des Jahres 2025 ist einer Ernüchterung gewichen. Weder wurden die Erwartungen hinsichtlich der Höhe der Investitionen in Infrastruktur noch in die Umsetzungsgeschwindigkeit erfüllt. Insbesondere im Bereich Straßenbau kommen die Mittel offenbar nicht bei den umsetzenden Betrieben an. Die Asphaltmengen in Deutschland sinken auch in diesem Jahr und die erwartete Erholung ist noch nicht eingetroffen. Wir sehen weiterhin eine Investitionszurückhaltung in diesem Bereich, da die Straßenbaubranche mit einer fortwährenden Unsicherheit in Bezug auf das kommende Jahr konfrontiert ist. Man spürt einen vorsichtigen Optimismus für das kommende Jahr, der allerdings eher von der Hoffnung befeuert wird, dass die angekündigten Maßnahmen nunmehr doch greifen als von handfesten Indikatoren wie Auftragsvergabe und geplanten Projekten. Dies führt dazu, dass Investitionen in neue Maschinen teilweise verschoben werden und stattdessen die Nutzungsdauer der bestehenden Flotte verlängert wird. Ausdruck dessen ist das Wachstum im Ersatzteil- und Servicegeschäft. Insbesondere in den letzten Jahren zeigt sich hieran auch die Kaufzurückhaltung im Bereich Neumaschinen. Für Dynapac ist das ablaufende Jahr auch im Bereich Neumaschinen ein Erfolg mit einem soliden Wachstum. 

Die Ursachen dafür sind allerdings eher in einer starken Performance gegenüber dem Wettbewerb zu suchen als in einem Wachstum des Marktes. Mit unserem Modellwechsel im Bereich Großfertiger und unseren erfolgreichen Spezialmaschinen wie Beschicker und Sprühfertiger haben wir im Markt Erfolge erzielt. Dennoch sehen wir eine Kürzung der Investitionen und eine Verlagerung in das kommende Jahr. Für 2026 erwarten wir eine Belebung der Nachfrage. Wir sehen den Willen zur Erneuerung der Flotten bei unseren Kunden, sollte sich die Auftragslage verbessern. Da die Infrastrukturmaßnahmen aber nicht nur von einer ausreichenden Finanzierung, sondern auch von der Fähigkeit der Auftraggeber abhängen, die Projekte zu planen und zu beauftragen, erwarten wir eher eine langsame Steigerung statt einen wirklichen Boom. Die Talfahrt wird 2026 voraussichtlich ein Ende haben. Der erhoffte Neustart wird dennoch eher gemächlich erfolgen statt rasant, auch, da viele Investitionsentscheidungen in unserer Branche meist erst in der zweiten Jahreshälfte getroffen werden.


 

»Schluss mit Zögern. Jetzt heißt es: bauen statt bremsen!«

Die Ankündigungen eines »Bauturbos« klingen gut. Wir sehen erste Fortschritte: Die geplante EH-55-Plus-Förderung, schnellere Planungsverfahren in den Kommunen und der angekündigte Gebäudetyp E setzen wichtige Signale. Eine weitere Baugesetzbuch-Novelle soll folgen. Bauverfahren sollen einfacher, schneller und digitaler werden. Das alles lässt durchaus hoffen, dass der Neubau ab 2026 wieder anzieht. Dennoch bleibt festzuhalten: Vieles hätte schneller und entschlossener angepackt werden können. Ob 2026 zur Talfahrt oder zum Neustart wird, hängt nun davon ab, wie konsequent die Bundesregierung den eingeschlagenen Weg weitergeht. Nur wenn Zinsstützungen deutlich unter Marktniveau gefördert werden, kommen die vielen genehmigten, aber nicht realisierten Projekte tatsächlich ins Bauen. 

Die derzeit vorsichtig positiven Tendenzen bei Genehmigungen und Auftragseingängen müssen zu einer echten Trendwende werden – dafür braucht es verlässliche, langfristige Förderstrukturen und die Förderfähigkeit des EH-55-Plus-Standards nicht nur für genehmigte, sondern auch für künftige Projekte. Beim Gebäudetyp E drängt die Zeit besonders. Ein Gesetz erst Ende 2026 wäre schlicht zu spät. Bauherren, Architekten und Bauunternehmen brauchen früher klare rechtliche Grundlagen, damit auf bestimmte Komfort- und Ausstattungsstandards verzichtet werden kann. Bund und Länder müssen hier abgestimmt handeln – idealerweise bundesweit einheitlich. Wichtig ist zudem, falsche Debatten zu vermeiden: Modulares oder serielles Bauen wird nicht durch Vergaberecht blockiert. Schon heute wird vielfach modular gebaut, gerade im Holzbau und auch im öffentlichen Bereich. Entscheidend sind vielmehr klare und gebündelte Neubauprogramme, wie sie der Koalitionsvertrag verspricht. Geduld allein bringt uns also nicht weiter. Das Momentum aus 2025 ist noch da – aber es braucht jetzt konsequentes Handeln. Schluss mit Zögern und Bedenken. Jetzt heißt es: bauen statt bremsen.

»Das Vertrauen ist gewachsen, doch es bleibt fragil«

Die Bauma 2025 und generell die Entwicklung der letzten Monate haben gezeigt, dass die Baubranche grundsätzlich bereit ist, wieder Fahrt aufzunehmen. Die Stimmung hat sich spürbar aufgehellt, der Wille zur Investition ist vorhanden. Das erleben wir im direkten Austausch mit unseren Kunden sehr deutlich. Viele Unternehmen möchten modernisieren, Prozesse optimieren und ihren Fuhrpark fit für die Zukunft machen. Die angekündigten Impulse der Bundesregierung müssen nun aber endlich den Weg von der politischen Bühne auf die Baustellen finden. Ein »Bauturbo« entsteht nicht durch wohlklingende Schlagworte, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, eine konsequente Infrastrukturpolitik, beschleunigte Genehmigungsverfahren und eine klare Perspektive für Investitionen. 

Für uns als Hersteller von Spezialfahrzeugen, die täglich auf Baustellen im Einsatz sind, steht fest: Die Nachfrage im Bau folgt weniger kurzfristigen Konjunkturzyklen, sondern dem Vertrauen in Planbarkeit und Verlässlichkeit. Wenn Bauunternehmen Sicherheit in ihren Entscheidungen haben, investieren sie auch in leistungsstarke, effiziente und nachhaltige Lösungen. Dieses Vertrauen ist 2025 spürbar gewachsen, doch es bleibt fragil. Wird es nicht durch politische Unsicherheiten, fehlende Investitionsfreude im öffentlichen Sektor oder überbordende Bürokratie gestärkt, droht der positive Trend zu versanden. Ob 2026 ein Neustart wird oder eine Talfahrt, hängt daher weniger von der Geduld der Branche ab, sondern davon, ob aus Ankündigungen endlich Umsetzungen werden. Die Unternehmen stehen bereit, unsere Fahrzeuge ebenso. Jetzt braucht es Tempo, entschlossenes Handeln, klare Entscheidungen und den Mut, Projekte wirklich voranzutreiben – dann wird aus dem Schwung von 2025 ein nachhaltiges Momentum für die kommenden Jahre.

»Wir erwarten, dass den Worten 2026 Taten folgen«

Auch wenn wir keinen Zweifel an der Kraft der deutschen Wirtschaft haben, sind die Ankündigungen bislang wenig mehr als nur Worte, aus denen sich direkt noch keine einzige Anfrage ableiten ließ. Das liegt vor allem auch daran, dass die ebenfalls versprochene Entbürokratisierung, die zu einfacheren oder wenigstens kürzeren Genehmigungen führen sollte, noch nicht bei unseren Kunden angekommen ist. Zumal sich auch die Vergabepraxis bei wichtigen Großprojekten im Infrastrukturbereich oder die Umsetzung längst angekündigter Wohnungsbau-Programme nicht wirklich beschleunigt hat. 

Dieser gewaltige Investitions­stau – trotz ausgelobter Mittel in Milliardenhöhe – wird uns wohl noch weit bis ins nächste Jahr begleiten, und den Geschäftsverlauf aller Beteiligten entsprechend »holprig« gestalten. Bis Ende 2026 erwarten wir dann aber doch, dass den Worten Taten folgen, die branchenübergreifend die Bautätigkeit in Deutschland nachhaltig befördern. Bis dahin ist in unseren Kernsegmenten Gesteinsaufbereitung und Betonproduktion noch Durchhaltevermögen gefragt. Bei SBM setzen wir hier weiterhin auf technologisch führende, kontinuierlich entwickelte Maschinen und Lösungen und werden auch im nächsten Jahr wieder Neuheiten präsentieren. Und auch im klassischen Anlagenbau, der als besonders guter Indikator für mittelfristige Konjunkturerwartungen gilt, sind wir mit Neubauten, Erweiterungen und spezifischen Werksmodernisierungen gut ausgelastet, um die Zeit bis zum dringend notwendigen »echten« Aufschwung zu überbrücken.

»Noch wartet die Branche darauf, dass endlich der Knoten platzt«

Die Bauma war nicht nur ein starkes Signal für Innovationen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit, sondern auch ein Impulsgeber für Investitionen und ein Stimmungsbarometer für unser Land. Dazu haben die Ankündigungen der Bundesregierung zum Sondervermögen, Investitionsbooster und »Bauturbo« beigetragen. Noch wartet die Branche darauf, dass endlich der Knoten platzt. Die Frage ist: Wann kommt der Aufschwung, dem die Branche entgegenfiebert? Es wäre fatal, wenn das passiert, wovor Experten eindringlich warnen: Die genehmigten Mittel werden zum Stopfen von Haushaltslöchern eingesetzt anstatt zweckgebunden. Zu lange Genehmigungsverfahren sind ein weiteres Problem. Der längst überfällige Bürokratieabbau muss endlich grundlegend in Angriff genommen werden – Lippenbekenntnisse verschärfen die Lage nur. Hoffnung macht die angekündigte Modernisierungsagenda mit mehr als 80 konkreten Einzelmaßnahmen, die Deutschland zukunftsfähig machen soll. Wir müssen hier unnachgiebig bleiben, denn strukturelle Probleme, die sich über Jahre aufgestaut haben, lassen sich nicht über Nacht lösen. 2026 bietet die Chance, den Hebel umzulegen und Investitionen in Verkehrsinfrastruktur, die Energiewende und in Breitbandnetze deutlich voranzutreiben. Ich denke, dass der Tiefbau zum Stabilitätsanker der Baukonjunktur wird. Prognosen sehen hier ein Wachstum von rund 7,8 Prozent. 

Auch der Wohnungsbau muss endlich wieder substanziell zur Belebung der allgemeinen Bau- und Rohstoffkonjunktur beitragen – der Nachholbedarf ist eklatant.Daher wird es im nächsten Jahr umso wichtiger für Unternehmen, sich auf den Aufschwung vorzubereiten, wenn Deutschland die Baustelle Europas werden wird. Das bedeutet, sich mit der Vernetzung von Baumaschinen zu beschäftigen. Es wird auf Prozesse ankommen, aber auch auf Assistenzsysteme und Maschinensteuerungen. Sie werden eine große Rolle spielen, um produktiv und schnell Aufträge abzuarbeiten und die steigende Nachfrage effizient zu bewältigen – vor allem vor dem Hintergrund des weiterhin großen Fachkräftemangels. Wer jetzt in digitale Prozesse und moderne Technik investiert, sichert sich einen klaren Vorsprung und kann dann von den Investitionen profitieren.

»Wir erwarten immer alles sofort: Gebt der Politik Zeit!«

Ein typisches Phänomen unserer schnelllebig gewordenen Gesellschaft ist das vorschnelle und öffentliche Verurteilen. Wir erwarten immer alles sofort. Und kommt etwas nicht unseren Erwartungen entsprechend schnell, sind wir enttäuscht und kommunizieren das in alle Richtungen. Eine Nachricht ist heute sofort über das Internet verfügbar. Die Möglichkeit, öffentlich zu kommunizieren, ist für jeden Dank der verfügbaren Medien immer und sofort möglich. Die regierende Politik täte gut daran, sich gegen dieses Phänomen zu stellen und weniger und nur über einen Kanal zu kommunizieren. Dann würden sich die vielen Informationen nicht so stark multiplizieren und verselbstständigen. Tatsache ist, dass wir, die Wähler, dafür gesorgt haben, dass die Politiker miteinander diskutieren müssen. Warum meckern wir jetzt darüber und geben den gewählten Akteuren nicht die Zeit, ihre Themen auszudiskutieren? Stattdessen wird jeder veröffentlichte Zwischenstand öffentlich diskutiert und zerredet, und das sorgt für Unmut. Die Euphorie der Bauma war allgegenwärtig. 

Jeder war positiv, und vor allem große Hersteller, die den Druck der Massenproduktion haben, kommunizierten sehnsüchtig ihre vermeintlichen Verkaufserfolge. Dass dies so nicht eingetreten ist, belegen die VDMA-Zahlen, und weil dies so nicht eingetreten ist, ist die Enttäuschung allgegenwärtig groß und wird durch entsprechende Kommunikation befeuert. Jetzt sehen wir hektisches Agieren. Firmen bieten sich zur Übernahme an oder schließen Produktionsstandorte. Andere haben durch entsprechende Einsparmaßnahmen ihre Qualität so stark heruntergefahren, dass die entstehenden Probleme im Markt ihre Situation noch mehr belasten. Wieder andere versuchen, ihre Vertriebskanäle durch zusätzliche Farbe oder Namen zu verdoppeln, und merken gar nicht, dass sie sich dadurch eher schwächen, als sich zu stärken. Die daraus resultierenden Entlassungen kommunizieren sich entsprechend und befeuern den Unmut im Markt. Die Unternehmensführung von Hydrema sorgt mit einer klaren Strategie für Ruhe. Wir investieren in unsere Produktion und optimieren, dort wo notwendig, unseren Vertrieb. Wir bereiten uns in aller Ruhe darauf vor, dass sich der Markt nach der bestehenden Talfahrt wieder erholen wird. Und ansonsten wissen wir, dass nur wir selbst dafür verantwortlich sind, wenn wir keine Kunden finden, die sich für unser Produkt interessieren. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen diese Talfahrt und den mühsamen Aufwärtstrend mit dem Effizienzgewinn unserer Maschinen gut überstehen können, und stehen bereit.

»Sehen eine spürbare Belebung – auch im deutschen Markt«

Angesichts der global angespannten geopolitischen Lage bleibt eine verlässliche Prognose für 2026 schwierig. Weltwirtschaftliche Unsicherheiten prägen Investitionsentscheidungen und erschweren eine klare Einschätzung, ob die Baubranche vor einem echten Neustart steht oder weiterhin mit Gegenwind zu rechnen hat. Dennoch verzeichnet die Mobile Tiefbau Saugsysteme GmbH seit Jahresbeginn 2025 eine deutlich steigende internationale Nachfrage nach unseren Saugbaggern. Auch im deutschen Markt sehen wir diesbezüglich eine spürbare Belebung. Diese Entwicklung hängt unserer Einschätzung nach – wenn auch noch verhalten – mit dem angekündigten Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz zusammen, das zunehmend Investitionsimpulse setzt. Wir blicken daher verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum bleibt jedoch, dass sich die geopolitische Lage nicht weiter zuspitzt und politische Entscheidungsträger ihren Fokus auf Stabilität und die Stärkung der globalen Wirtschaftsstrukturen richten. Nur dann kann das sich abzeichnende positive Momentum erhalten und weiter ausgebaut werden.

»Aufschwung in Etappen statt direkter Turbo«

Aus meiner Sicht befinden wir uns als Branche in einer Phase des Übergangs. Die Talsohle haben wir größtenteils hinter uns gelassen. Von einem Turbo zu sprechen, der uns schnell wieder auf das Niveau von vor der Krise katapultiert, halte ich jedoch für zu früh. Denn strukturelle Herausforderungen wie hohe Finanzierungskosten, Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungsprozesse bestehen nach wie vor. Solche Rahmenbedingungen lassen sich nicht innerhalb weniger Monate grundlegend verändern, wie das Jahr 2025 gezeigt hat. Hinzu kommt, dass die Bauwirtschaft angesichts der langwierigen Haushaltsdiskussionen und des wachsenden Investitionsstaus vorsichtig geworden ist, was Ankündigungen von (öffentlichen) Bauprojekten angeht. Gleichzeitig spüren wir bei Doka ein Momentum der besonnenen Zuversicht: die Auftragsbücher der Bauunternehmen füllen sich wieder, die Umsätze entwickeln sich teils besser als erwartet. 

Ich würde folglich mehr von einem Aufschwung in Etappen als von einem Turbo sprechen – die Kurve geht wieder nach oben. Langsam, aber stetig. Es muss gebaut werden, und zwar in nahezu allen Segmenten, vom Wohnraum über Infrastruktur bis hin zu Industrie- und Zweckbauten. Der Bedarf ist höher denn je. Entscheidend für 2026 ist deshalb weniger die Frage, ob gebaut wird, sondern wie. Industrielle Vorfertigung, Digitalisierung und nachhaltige Bauweisen sind dabei keine kurzfristigen Marketing-Blitzlichter, sondern langfristige Treiber für mehr Effizienz und Planbarkeit. Viele unserer Kunden haben sich in der Krise noch stärker aufgestellt und nochmals weiterentwickelt. Denn auf lange Sicht sichern sich vor allem jene Unternehmen Handlungsspielraum, die flexibel auf schwankende Rahmenbedingungen reagieren, partnerschaftlich zusammenarbeiten und ihre Produktivität kontinuierlich verbessern. Ich habe großes Vertrauen in die Stärke unserer Kunden und der deutschen Bauindustrie. Jetzt müssen wir gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und anpacken – und das können wir.

»Veränderungsbereitschaft ist ungebrochen hoch «

Wir erleben eine gespaltene Entwicklung: Überregional tätige Großkunden verzeichnen eine gute Auftragslage, während kleinere Unternehmen ohne besondere Spezialisierung um jeden Auftrag kämpfen müssen. Für 2026 gehen wir davon aus, dass der erhoffte Aufschwung kommen wird, jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte. Erforderlich sind dafür eine deutliche Steigerung der Zahl der Ausschreibungen und somit schnellere Entscheidungszyklen bei den Auftraggebern. Wir sind davon überzeugt, dass die Bauindustrie zu einem Punkt zurückkehren wird, an dem sie als der Motor der deutschen Wirtschaft »stotterfrei« läuft. Dafür spricht, dass sich die Unternehmen in ihrer Veränderungsbereitschaft und Innovationskraft nicht bremsen lassen. In den Gesprächen nehmen moderne Technologien, z. B. im Hinblick auf die Energiewende, viel Raum ein. Beutlhauser stellt sich entsprechend auf. 

Wir fokussieren uns auf neue (Antriebs-)Technologien und digitale Lösungen, die unseren Kunden einen signifikanten Mehrwert in der täglichen Arbeit bieten. Beispielsweise statten wir seit diesem Jahr jede Neumaschine mit dem automatisierten Equipment-Tracking unseres Tochterunternehmens OneStop Pro aus. Gleichzeitig investieren wir weiter in einen modernen Fuhrpark und in unsere Organisation. In diesem Jahr haben wir mit »BeutlhauserKompakt« in Aurach und Hürth zwei neue Standorte eröffnet, die regional auf eine noch schnellere Versorgung mit zentralen Produkten abzielen. Beutlhauser entwickelt sich kontinuierlich weiter. So bleiben wir selbst in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein Partner auf Augenhöhe. Auch unsere über 160-jährige Firmengeschichte zeigt, dass wir mit Weitblick handeln und für Beständigkeit stehen.

»Für exportorientierte Maschinenbauer ein Warnsignal«

Der »Bauturbo« ist zunächst eine Entlastung für den Wohnungsbau und längst überfällig, besonders angesichts stark steigender Immobilienpreise. So positiv die Ankündigung eines umfassenden Bürokratieabbaus klingt, die Ernüchterung folgt dennoch schnell. Der Bauturbo ist zeitlich befristet und gilt nicht für den Gewerbebau und auch nicht für den Tiefbau. Zahlreiche Projekte verharren daher weiterhin in den bekannten administrativen Hürden. Besonders Unternehmen, die stark in den Asphaltbau investiert haben und dies häufig als Reaktion auf politische Forderungen nach nachhaltigerem Straßenbau, profitieren nur geringfügig. Dennoch ist davon auszugehen, dass sich mögliche positive Effekte erst verzögert bemerkbar machen. Selbst mit beschleunigten Verfahren bleibt ein Jahr Planungszeit ein sehr kurzer Zeitraum. 

Die Bauma 2025 war zwar gut besucht und für viele Aussteller erfolgreich, sofern man dies an den Besucherzahlen misst. Ein spürbares internationales Momentum stellte sich jedoch nicht ein. Die Zahl der ausländischen Fachbesucher blieb hinter den Erwartungen zurück. Für exportorientierte Maschinenbauer ist dies ein deutliches Warnsignal. Eine stabile Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft kann die sinkende Nachfrage aus dem Ausland nur in begrenztem Umfang kompensieren. Aus unserer Sicht befinden wir uns daher nicht automatisch an einem Wendepunkt. Der »Bauturbo« setzt ein wichtiges politisches Signal, reicht jedoch nicht aus, um der Branche im Jahr 2026 einen verlässlichen Neustart zu ermöglichen. Dafür braucht es eine Verlängerung der Regelungen, eine wirkliche Ausweitung auf Gewerbebau und Tiefbau sowie verlässliche und langfristige Investitionsanreize. Erst wenn diese Maßnahmen greifen, kann die Branche den Weg aus der bestehenden Unsicherheit finden und wieder echte Planungssicherheit erlangen.

»Zwischen Anspruch und Umsetzung klafft eine Lücke«

Die Bauma 2025 war ohne Frage ein Achtungserfolg: Volle Hallen, inspirierende Gespräche, greifbare Aufbruchsstimmung. Nach Jahren der Unsicherheit war erstmals wieder spürbar, dass die Branche an sich glaubt. Auch die neue Bundesregierung hat mit ihrem Versprechen eines »Bauturbos« große Erwartungen geweckt – schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, neue Investitionsimpulse für Infrastruktur und Wohnungsbau. Ein gutes halbes Jahr später stellt sich nun die Frage: Reicht dieses Momentum wirklich aus, um 2026 den ersehnten Neustart zu schaffen, oder droht uns erneut eine Phase der Stagnation und des Zögerns? Realistisch betrachtet sind wir noch nicht am Ziel. Materialpreise und Lieferketten haben sich beruhigt, doch die Finanzierungskosten bleiben hoch, der Fachkräftemangel ist ungelöst, und die angekündigte Entbürokratisierung kommt in der Praxis nur schleppend voran. 

Zwischen politischem Anspruch und realer Umsetzung klafft vielerorts noch eine deutliche Lücke – gerade bei kommunalen Projekten, wo Planungsprozesse nach wie vor zu lange dauern. Und dennoch: Wir haben das Momentum auf unserer Seite. In Zukunftsfeldern wie der Energie- und Verkehrsinfrastruktur, in der Gebäudesanierung, bei der Digitalisierung von Planungsprozessen und im gewerblichen Hochbau fließt wieder Kapital. Auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcen­effizienz wächst spürbar. Wer jetzt in moderne Technologien, Kooperation und intelligente Baustellenprozesse investiert, wird vom nächsten Aufschwung besonders profitieren. Lehnhoff stellt sich gerade neu auf, um diesen zu erwartenden Rückenwind voll nutzen zu können. 2026 wird vermutlich kein Jahr des großen Befreiungsschlags – aber es kann das Jahr werden, in dem die Branche den Grundstein für langfristiges, nachhaltiges Wachstum legt. Dafür braucht es Geduld, aber keine Passivität, sondern ein aktives Voranschreiten. Das Momentum ist nicht verpufft, es will gestaltet werden – mit Mut, Weitblick und dem festen Willen, aus dem Aufbruch von 2025 einen echten Neubeginn zu formen.

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