Letztlich dürfte Ungewissheit ein tragender Faktor sein: Das bauMAGAZIN war auch 2025 wieder viel unterwegs und hat mit Herstellern, Händlern, aber auch Bauherren, Verbänden, Politikern und Handwerkern über die aktuelle Situation der Branche gesprochen. Und taktgebender Tonus ist, dass man politisch seit Jahren im Trüben fischt. Gerade in Zeiten der Ampelregierung unter Altkanzler Olaf Scholz (SPD), so der Vorwurf, habe man wichtige Entscheidungen auf die lange Bank geschoben und sei nicht dazu in der Lage gewesen, der Bauindustrie die richtigen »Werkzeuge« in die Hand zu geben. Die Bauverbände fordern seit Jahren die Neuauflage langfristig gedachter Bauförderungen, die flächendeckende Digitalisierung, die Entbürokratisierung von Anträgen bzw. Behörden und deutlich schnellere Vergabeprozesse. Und mittlerweile wirkt es, als seien die »Schreihälse« der Interessensvertreter heiser – es wird viel geredet, viel diskutiert und wenig beschlossen. Zur Wahrheit gehört an dieser Stelle aber auch, dass wir uns bereits seit Ausbruch der Corona-Pandemie, einhergehend mit dem Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine, in einem geopolitischen Ausnahmezustand befinden.
Die Regierung war und ist an außergewöhnlich hohe Sonderausgaben gekettet. Ein gutes Beispiel hierfür sind die milliardenschweren Investitionen in die Bundeswehr sowie die direkte Unterstützung der Ukraine mit Artilleriegranaten, zusätzlichen Finanzmitteln und etlichen Kampfpanzern. Hinzu kommen mit Blick auf die Baubranche der Anstieg der Inflation, die dramatisch gestiegenen Energie- und Materialpreise sowie die erschwerte Finanzierung, um das neue Haus in die Gegend zu pflastern. Das Resultat daraus: Die Politik muss Prioritäten setzen – und steht dabei unter enormem Zeitdruck. Das alles soll aber keine politischen Entgleisungen relativieren. Die neue Bundesregierung steht hier in der Verantwortung, die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Und die zahlreichen »Klartext«-Statements spiegeln das wider: Es braucht Mut und Entschlossenheit aus Berlin, zuweilen aber auch die Tatkraft und den Optimismus der Branche selbst, um sich für die Zukunft der Bauindustrie zu wappnen. Denn die Aufgaben werden nicht weniger: Abseits des Hoffens auf politische Unterstützung müssen sich die Unternehmen der Branche nach wie vor der kräfteraubenden Digitalisierung widmen, sich mit nachhaltigen Lösungen auseinandersetzen und intern Bürokratieabbau betreiben. Nachfolgend sprechen die wichtigsten Branchengrößen der Bau- und Baumaschinenbranche darüber, wie sie die aktuelle Situation einschätzen, und wagen die Prognose, ob uns im neuen Jahr 2026 weiterhin Stillstand droht oder ob wir den langersehnten Befreiungsschlag erleben.d