Klartext Erleben wir 2026 den Befreiungsschlag?!

Das Baujahr 2025 war turbulent – und lässt uns trotz zahlreicher positiver Signale mit offenen Fragen zurück. Zum einen haben wir eine großartige Bauma in München erlebt, die wichtige Impulse geliefert hat. Zum anderen wurde eine neue Regierung gewählt, die vor Tatkraft strotzt: Unter Bundeskanzler Friedrich Merz soll die Branche mittels Bauturbo und milliardenschwerer Sondervermögen einen Aufschwung erleben. Unter der Rubrik »Klartext« hat das  bauMAGAZIN die wichtigsten Branchengrößen und -kenner der Bau- und Baumaschinenbranche um ihre Einschätzung gebeten. Wir wollten wissen: »Werden wir 2026 eine erneut holprige Talfahrt oder vielleicht doch den ersehnten Neustart erleben? Müssen wir schlichtweg geduldiger sein, oder ist das Momentum aus 2025 unlängst verpufft?«

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Von: Dan Windhorst

Letztlich dürfte Ungewissheit ein tragender Faktor sein: Das bauMAGAZIN war auch 2025 wieder viel unterwegs und hat mit Herstellern, Händlern, aber auch Bauherren, Verbänden, Politikern und Handwerkern über die aktuelle Situation der Branche gesprochen. Und taktgebender Tonus ist, dass man politisch seit Jahren im Trüben fischt. Gerade in Zeiten der Ampelregierung unter Altkanzler Olaf Scholz (SPD), so der Vorwurf, habe man wichtige Entscheidungen auf die lange Bank geschoben und sei nicht dazu in der Lage gewesen, der Bauindustrie die richtigen »Werkzeuge« in die Hand zu geben. Die Bauverbände fordern seit Jahren die Neuauflage langfristig gedachter Bauförderungen, die flächendeckende Digitalisierung, die Entbürokratisierung von Anträgen bzw. Behörden und deutlich schnellere Vergabeprozesse. Und mittlerweile wirkt es, als seien die »Schreihälse« der Interessensvertreter heiser – es wird viel geredet, viel diskutiert und wenig beschlossen. Zur Wahrheit gehört an dieser Stelle aber auch, dass wir uns bereits seit Ausbruch der Corona-­Pandemie, einhergehend mit dem Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine, in einem geopolitischen Ausnahmezustand befinden. 

Die Regierung war und ist an außergewöhnlich hohe Sonderausgaben gekettet. Ein gutes Beispiel hierfür sind die milliardenschweren Investitionen in die Bundeswehr sowie die direkte Unterstützung der Ukraine mit Artilleriegranaten, zusätzlichen Finanzmitteln und etlichen Kampfpanzern. Hinzu kommen mit Blick auf die Baubranche der Anstieg der Inflation, die dramatisch gestiegenen Energie- und Materialpreise sowie die erschwerte Finanzierung, um das neue Haus in die Gegend zu pflastern. Das Resultat daraus: Die Politik muss Prioritäten setzen – und steht dabei unter enormem Zeitdruck. Das alles soll aber keine politischen Entgleisungen relativieren. Die neue Bundesregierung steht hier in der Verantwortung, die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Und die zahlreichen »Klartext«-Statements spiegeln das wider: Es braucht Mut und Entschlossenheit aus Berlin, zuweilen aber auch die Tatkraft und den Optimismus der Branche selbst, um sich für die Zukunft der Bauindustrie zu wappnen. Denn die Aufgaben werden nicht weniger: Abseits des Hoffens auf politische Unterstützung müssen sich die Unternehmen der Branche nach wie vor der kräfteraubenden Digitalisierung widmen, sich mit nachhaltigen Lösungen auseinandersetzen und intern Bürokratieabbau betreiben. Nachfolgend sprechen die wichtigsten Branchengrößen der Bau- und Baumaschinenbranche darüber, wie sie die aktuelle Situation einschätzen, und wagen die Prognose, ob uns im neuen Jahr 2026 weiterhin Stillstand droht oder ob wir den lang­ersehnten Befreiungsschlag erleben.d

»Die erhoffte Dynamik spiegelt sich kaum in den Märkten wider«

Die Baubranche bewegt sich weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld mit regional unterschiedlichen Entwicklungen. Die Bauma 2025 hat wichtige Impulse gesetzt, und die politischen Initiativen der Bundesregierung zeigen, dass die Bedeutung der Bauwirtschaft erkannt wurde. Dennoch spiegelt sich die erhoffte Dynamik bislang nur kaum in den Märkten wider. Für Liebherr als international agierendes Unternehmen ergibt sich 2025 ein differenziertes Bild: Während wir im ersten Halbjahr insgesamt ein moderates Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnten, ist im Bereich Baumaschinen und Mining ein Umsatzrückgang zu beobachten. Regional betrachtet entwickelt sich beispielsweise der europäische Markt stabil, während u. a. in Nordamerika und einigen Nicht-EU-Ländern Rückgänge zu verzeichnen sind. 

Für das Jahr 2025 erwarten wir ein moderates Umsatzwachstum, wobei aktuelle Entwicklungen – wie die Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte in die USA  – das Erreichen der Ziele erschweren. Auch für 2026 rechnen wir nicht mit wesentlichen Wachstumsimpulsen, sondern gehen weiterhin von einer Seitwärtsbewegung bei der Umsatzentwicklung aus. Die nächste größere Wachstumsphase wird vermutlich nicht vor 2027 einsetzen. Bis dahin nutzen wir die Zeit und investieren gezielt in unsere Standorte und Innovationen. Derzeit entsteht in Tupelo (USA / Mississippi) ein neues Logistikzentrum, das die Lieferfähigkeit für den nordamerikanischen Markt verbessert, und in Houston (USA / Texas) planen wir einen neuen Vertriebs- und Servicestandort. In Nambsheim (Frankreich) errichten wir eine Produktionsstätte für Kabinen von Erdbewegungsmaschinen, während wir an unseren Standorten in Bulgarien die Kapazitäten für Luftfahrt-, Verkehrstechnik- und Betontechnologie ausbauen. In Deutschland erweitern wir in Ehingen das Werk für Mobil- und Raupenkrane und investieren bis 2034 einen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung des Standorts für Turmdreh- und Mobilbaukrane in Biberach. Unsere Erfahrung zeigt, dass Diversifikation, Internationalität und eine dezentrale Struktur helfen, konjunkturelle Schwankungen abzufedern und Chancen in einzelnen Märkten zu nutzen. Die positiven Impulse sind nicht verpufft, sondern bilden die Grundlage für eine allmähliche Erholung. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabil entwickeln und die angekündigten Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.

»Deutschland muss ins Machen kommen!«

Die vorläufige Haushaltsführung nach dem Ampel-Aus, der Ausschreibungsstopp der Autobahn GmbH, der weiterhin kriselnde Wohnungsbau und die enttäuschte Hoffnung auf das Sondervermögen: Das Baujahr 2025 hat der Branche wirklich alles abverlangt, es brodelte an allen Ecken und Kanten. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Erstmals seit vielen Monaten hat sich unsere Perspektive verbessert. In allen wichtigen Sparten verzeichnen wir zum Ende des Jahres ein Auftragsplus. Ich bin zwar nur zögerlich optimistisch, denn nach wie vor haben einige Sparten hart zu kämpfen und leiden an Auftragsmangel. Aber viele Indikatoren zeigen in die richtige Richtung. Die Ankündigung des Bundeskanzlers, dass jedes baureife Projekt auch gebaut wird, gibt zumindest eine Perspektive. Wichtig ist, dass konkrete Projekte jetzt an den Start gebracht werden. Das ist nicht nur für den Bau, sondern die gesamte Wirtschaft relevant. Denn laut einer aktuellen Umfrage des IW Kölns haben 77 Prozent aller Unternehmen angegeben, dass sie in ihren betrieblichen Abläufen durch Einschränkungen im Straßenverkehr behindert sind. 

Damit sind die desolaten Straßennetze und maroden Brücken mit Abstand das größte Verkehrsproblem. Das Bundesverkehrsministerium täte gut daran, ein konkretes Bauprogramm für Schiene, Straße und Wasserstraße mit baureifen Projekten vorzulegen. Denn der Bau wird gebraucht wie nie: Nicht nur für den Ausbau und die Ertüchtigung unserer Infrastruktur oder für dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum. Die Produktivität unseres Handels zu steigern, wird jetzt die zweite Seite einer Medaille sein. Von der Bundesregierung erwarten wir jetzt das Gleiche: verlässliche Investitionen, Transparenz und Planungssicherheit. Damit aus dem kleinen Hoffnungsschimmer zum Ende des Jahres ein Blitz-Start in 2026 wird. Ich habe immer wieder gesagt: »Deutschland muss ins Machen kommen.« Jetzt ist die Zeit dafür!
 

»Wir benötigen noch etwas Geduld, aber auch wesentlich mehr Klarheit«

Für die Umsetzung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Mrd. Euro benötigen wir noch etwas Geduld, aber auch wesentlich mehr Klarheit zur Verwendung und Informationen zur Ausführung dieser Mittel. Zur Zeit der Bauma 2025 im April war dieses Sondervermögen seitens der politischen Führung angekündigt und natürlich Gesprächsthema mit vielen unserer Kunden. Beschlossen wurde die Umsetzung erst am 24. Juni und durch den Bundestag am 18. September als Gesetz verabschiedet. Am 26. September 2025 gab der Bundesrat grünes Licht, und am 2. Oktober tritt das Sondervermögen rückwirkend zum 1.1.2025 in Kraft. Das sind Zeiträume für Entscheidungen, die sich mit Budgetplänen der Wirtschaft nicht so leicht in Einklang bringen lassen. Noch dazu fehlt uns Klarheit zur Verteilung, fehlt dem kommunalen Bereich Klarheit für öffentliche Ausschreibungen. Das verursacht weitere Verzögerungen in der Investitionsbereitschaft unserer Kunden und dämpft unsere anfängliche Freude über dieses Investpaket. Wir sehen dennoch der Zukunft und vor allem 2026 sehr positiv entgegen und gehen von einer steigenden Investitionsbereitschaft unserer Kunden aus, auch wenn das kein »Boom« sein wird.

»Statt Turbo-Tuning gehört der komplette Baumotor auf den Prüfstand«

Niemand wird ernsthaft aus den 2025er-Absatzzahlen im deutschen Baumaschinenmarkt einen neuen »Boom« herauslesen wollen. Das gilt auch für das Jahresplus von über 25 Prozent für mittlere und schwere Hydraulikbagger. In absoluten Zahlen bedeutet dies allerdings auch nur eine leichte Erholung gegenüber 2024 mit deutlich unter 2 000 platzierten Maschinen. Trotz vermeintlich guter Jahre ab 2021, in denen sich der »Corona-Schock« mit Preisturbulenzen, unsicherer Komponenten-Verfügbarkeit und entsprechend langen Lieferzeiten in einem immensen Nachfrageplus auswirkte, liegt das gesamte Segment mit voraussichtlich rund 2 200  platzierten Maschinen 2025 immer noch gut 40 Prozent unter dem Jahresabsatz 2019. Kurz gesagt: Wir spüren eine deutliche Investitionszurückhaltung quer durch alle Branchen, die sich wohl auch 2026 nicht substanziell auflösen wird. Dabei sind die Rahmenbedingungen eigentlich gut: Der inzwischen unbestrittene Bedarf in allen Bausektoren wird flankiert von Milliardenzusagen, die jahrelange Investitionslücken in den Bereichen Wohnen, Bildung, Energie und Mobilität stopfen sollen. Jetzt wird sogar ein »Bauturbo« angeworfen, ungeachtet dessen, dass der »Baumotor« selbst derzeit mehr als unrund läuft. 

Das Kaputtsparen vergangener Jahre betraf eben nicht nur Straßen und Brücken, Bahnstrecken, Schulen oder Krankenhäuser, sondern eben auch dringend notwendige Strukturen in Planung und Verwaltung. Der gesamte Baumotor samt Getriebe muss auf den Prüfstand und mit ihm der immer größer werdende Katalog an Vorschriften und Richtlinien, die heute oft dazu führen, dass sich wichtige Entscheider selbst auf fachlicher Ebene gegenseitig blockieren. Statt »Turbo-Tuning« also eine Generalüberholung durch echte Experten, auch wenn sie länger dauert und die Lösung nicht im nächstbesten Regal zu finden ist. Wie in vielen anderen gesellschaftlichen sowie auch wirtschaftlichen Bereichen, die ja maßgeblichen Einfluss auf unsere Branche haben, müssen aber auch schnell politische Blockaden aufgelöst werden. Nach wie vor scheint die Zusammenarbeit vieler Akteure mehr von argwöhnischer Besitzstandswahrung statt von ökonomischen Notwendigkeiten geprägt. Aber genau das braucht es heute, um gemeinsame Ziele zu formulieren und diese auch umzusetzen.

»Wir blicken zuversichtlich auf die Bausaison 2026«

Wechselnde Rahmenbedingungen, u. a. aufgrund der schwankenden internationalen Zins- und Zollpolitik oder des zögerlichen Investitionsverhaltens in Europa, haben die Branche im vergangenen Jahr erneut vor Herausforderungen gestellt. Trotzdem konnte die Wirtgen Group ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf solidem Niveau bestätigen. Für 2026 bleibt der weltweite Bedarf an Infrastrukturprojekten hoch. Urbanisierung, der dringende Erhalt des Verkehrsnetzes und die digitale Transformation treiben die Investitionen voran. In Europa und insbesondere Deutschland rechnen wir deshalb mit einem sich aufhellenden Investitionsklima. Ein Abbau bestehender regulatorischer Hürden und verlässliche Rahmenbedingungen würden ein starkes Signal an die Branche senden und den Weg für weitere Investitionen ebnen. 

Bauunternehmen stehen nach wie vor unter Druck, Projekte effizienter umzusetzen. Wir als Hersteller müssen ihnen Lösungen bieten, die die Effizienz steigern, Kosten senken und gleichzeitig den steigenden Anforderungen bei Ausschreibungen von Bauprojekten gerecht werden. Zudem müssen wir die digitale Transformation vorantreiben: Die Digitalisierung der Baustelle ist dabei eine der entscheidenden Stellschrauben. Und sie ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Realität. Vernetzte Maschinen, datenbasierte Planung und automatisierte Prozesse sind entscheidend, um die Produktivität zu erhöhen und Ergebnisse noch präziser und damit in höherer Qualität zu realisieren. Potenzial und Vorteile eines ganzheitlichen Lösungsansatzes hat die Wirtgen Group auf der vergangenen Bauma 2025 bereits vorgestellt. Die Rahmenbedingungen bleiben für die gesamte Bau- und Baumaschinenbranche herausfordernd. Als Wirtgen Group blicken wir jedoch zuversichtlich auf die neue Bausaison 2026 – mit einem klaren Kurs und der konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden, gestützt auf das Know-how und die Leidenschaft unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit.

»Der Bauturbo läuft (wenn überhaupt) im untertourigen Standgas«

Besser lässt sich wohl der scheinbar verheißungsvolle Start ins Jahr 2025 kurz und knapp nicht zusammenfassen – weitere echte Wachstumssignale blieben jedoch im Jahreslauf aus. Insgesamt sehen wir keine nachhaltige Erholung im Markt, weder für unsere Kunden im Erdbau oder Rohstoffsektor noch herstellerübergreifend für uns und andere Anbieter entsprechender Ausrüstungen, Maschinen oder Fahrzeuge. Um in dem für viele schon überstrapazierten Bild zu bleiben: Der »Bauturbo« läuft (wenn überhaupt) im untertourigen Standgas. Für unser Segment der knickgelenkten Muldenkipper, das nicht nur in stationären Betrieben von einer mittelfristig planbaren Auslastung und entsprechend regelmäßigen Neuinvestitionen lebt, bringt dies ein weiteres höchst unbefriedigendes Absatzjahr mit wenig Perspektive auf eine kurzfristige Besserung im Jahr 2026. 2025 werden wir wohl insgesamt knapp über der Corona-Marke von 180 platzierten Maschinen liegen. Diese Zahlen setzen natürlich auch die angekündigten Milliardeninvestitionen in ein ganz eigenes Licht: Geld ist da – Bedarf ist da. 

An private Investoren kann man allenfalls appellieren, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, anders sieht es bei den öffentlichen Trägern aus. In den Gesprächen mit unseren Kunden bleibt oft der Eindruck, dass viele Entscheidungsebenen und Fachbereiche nach wie vor im eingeübten Krisenmodus verharren. Natürlich lassen sich weder Personalmangel, unklare Vorschriften oder festgefahrene Genehmigungsverfahren über eine (Wahl-)Nacht überwinden – allerdings scheint auch ein beschleunigtes ­Aussitzen wenig zielführend. Und wir sind auch Baumaschinenhersteller in Deutschland: Im Gegensatz zu manch anderen Marktteilnehmern konnten wir unsere Produktion über die vergangenen Jahre konsolidieren, auch wenn sie mit knapp 500 Fahrzeugen im Jahr 2025 bei lediglich bei 75 Prozent der Auslastung vergangener Jahre liegt. Verantwortlich dafür ist insbesondere der starke Preisdruck, dem unsere Fahrzeuge und ihre großteils europäischen Komponenten durch die Abschottungspolitik in wichtigen globalen Märkten – allen voran den USA – unterworfen sind. Auch hier erwarten wir eine klare Haltung der politisch Verantwortlichen, die auch der immer wichtiger werdenden Bedeutung Europas als Baumaschinenmarkt gerecht wird und gleichzeitig die Zugänglichkeit anderer globaler Märkte für europäische Akteure sichert.

»Innovation und Nachhaltigkeit sind die zentralen Treiber«

Die Unsicherheit in der Baubranche ist nach wie vor spürbar, und die Frage, ob 2026 eine weitere Talfahrt oder einen Neustart bringt, beschäftigt viele Unternehmen. Aus Sicht von Volvo CE ist klar: Das Momentum aus 2025 ist keineswegs verpufft, sondern bildet die Grundlage für eine nachhaltige Erholung und den dringenden Bedarf der Transformation der Branche. Die Bauma 2025 hat gezeigt, dass Innovation und Nachhaltigkeit zentrale Treiber für die Zukunft sind. Unsere gezielten Investitionen in voll­elektrische Maschinen, digitale Services und die Stärkung der Wertschöpfungskette sind klare Zeichen dafür, dass wir den Wandel aktiv gestalten. 

Deutschland bleibt dabei der wichtigste Markt für Volvo CE in Europa, und die Nähe zu unseren Kunden und Partnern ist entscheidend, um gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln. Natürlich ist Geduld gefragt, denn die Transformation der Bauindustrie ist ein langfristiger Prozess, der von vielen externen Faktoren beeinflusst wird – darunter geopolitische Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen. Wir sind überzeugt, dass 2026 von moderatem Wachstum geprägt sein wird. Die Weichen sind gestellt, und mit kontinuierlicher Zusammenarbeit, Innovationskraft und Investitionen können wir die Branche weiter vorantreiben.

»Nachholbedarf ist groß: Es wird dauern, bis die Erholung breiter greift«

Das Jahr 2026 sehen wir optimistisch und gehen von einem vorsichtigen, realen »Neustart« mit zwei Geschwindigkeiten aus. Es wird darauf ankommen, welchen Bereich des Bauens man betrachtet: Wohnungsbau versus Infrastruktur, öffentlicher Bau versus Gewerbe / Tiefbau. Wir erwarten für die Bauindustrie eine Stabilisierung – dank staatlicher Impulse. Prognosen für Bauvolumen signalisieren eine Trendwende. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet 2026 mit einem realen Anstieg des Bauvolumens um etwa 2,0 Prozent, getrieben von Infrastrukturprojekten mit Nachfrageanstiegen bereits seit Herbst dieses Jahres. So lag laut dem aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamts im September 2025 der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe 20,7 Prozent über dem Vorjahresmonat mit deutlichen Zuwächsen im Hoch- wie Tiefbau. Es könnte ein frühes Indiz sein, dass die aktuelle Situation punktuell durch »große Aufträge« durchbrochen und Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird. Einen »Turbo« sehen wir derzeit noch nicht, auch die kommenden Monate bleiben wohl etwas holprig, Vorsicht ist angezeigt: Der Wohnungsbau bleibt vermutlich schwach aufgrund der Hypothekenzinsen und Baukosten, die den Neubau unattraktiv machen. 

Die strukturellen Hemmnisse Genehmigungsstau, Materialkosten und Fachkräftemangel bremsen die Entwicklung. Auch wenn Finanzierungsumfeld und staatliche Impulse stimmen, ohne spürbare gravierende Erleichterungen werden Projekte verzögert realisiert oder ausgebremst. Insgesamt sehen wir daher eine heterogene Entwicklung und eine Zweiteilung der Branche. Während Tief- und Infrastruktur-Bau durch staatliche Aufträge wachsen könnten, insbesondere durch Energie-, Verkehrs- und Mobilitätsprojekte, bleiben Neubau und Wohnungsbau möglicherweise weiterhin auf niedrigem Niveau. Der Nachholbedarf ist groß, und es wird dauern, bis die Erholung breiter greift. Meine Einschätzung daher: 2026, ein vorsichtiger, aber realer «Neustart« mit zwei Geschwindigkeiten. Unternehmen, die breit aufgestellt sind und über Expertise im Tief- und Infrastrukturbau verfügen, sollten 2026 gute Chancen haben. So wie auch wir als Develon mit unserem auf den Tief- und Infrastrukturbereich abgestimmten Lösungen. Gerade in diesen Zeiten hilft unseren Kunden und Händlern die Sortimentsbreite von Develon.

»Ich bin von einem klaren Neustart überzeugt«

Das Jahr 2026 wird für unsere Branche kein weiteres Abgleiten, sondern ein klarer Neustart – davon bin ich überzeugt. Nach der Übernahme des Sany-Baumaschinengeschäfts Ende 2024 haben wir das Jahr 2025 bewusst genutzt, um uns strukturell, organisatorisch und technologisch stärker aufzustellen. Wir haben klare Strukturen geschaffen, unsere Tools strategisch weiterentwickelt und unser Händlernetz gezielt und partnerschaftlich ausgebaut. Gleichzeitig profitieren unsere Baumaschinenkunden heute in vollem Umfang vom etablierten Putzmeister-Servicenetz, was unsere Reaktionsfähigkeit und Qualität nachhaltig erhöht. Diese Synergien über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sind ein entscheidender Faktor für unsere Stabilität im kommenden Jahr. Auch wenn die Bauma 2025 für viel Aufwind gesorgt hat, bleiben wir realistisch: Die viel zitierten »Bauturbos« der neuen Bundesregierung müssen nun endlich in konkrete, verlässliche Beschlüsse überführt werden. Unsere Branche braucht Planungssicherheit – nicht nur Ankündigungen. 

Trotzdem sehen wir für 2026 deutliche Wachstumstreiber. Sany entwickelt sich dynamisch weiter, mit einem stetig wachsenden Portfolio, modernen Technologien und insbesondere batterieelektrischen Lösungen, deren Nachfrage in der DACH-Region rasant zunimmt. Genau hier können wir unseren Kunden heute wirtschaftlich attraktive und zukunftsfähige Produkte anbieten. Der Investitionsstau der vergangenen Jahre wirkt zunehmend als Beschleuniger, und dank unserer internen Neuaufstellung sind wir stärker positioniert denn je. Das Momentum der Bauma ist keineswegs verpufft – wir haben es stabilisiert und in unsere Prozesse überführt. Mein Dank gilt unseren Kunden und Partnern, die uns in diesen bewegten Zeiten die Treue halten und mit uns die Überzeugung teilen, dass Sany eine der bedeutenden neuen Kräfte im Baumaschinenmarkt wird. 2026 gehen wir mit klarer Vision, hoher Energie und starkem Fundament voran.

»Der eigentliche Turbo kommt nicht aus Berlin!«

Ich blicke trotz allem positiv nach vorn. 2025 hat uns gezeigt, wie viel Bewegung in der Branche steckt – aber eben auch, dass wir uns nicht darauf verlassen dürfen, dass politische Programme allein den Wendepunkt bringen. Entscheidend wird sein, ob wir unsere Baukultur gerade im Tief- und Straßenbau wirklich verändern wollen. Neue Vertragsmodelle wie IPA oder der Progressive Partnerschaftsvertrag Tiefbau sind für mich klare Wegweiser. Sie stehen für Transparenz, Partnerschaft und mehr Realitätssinn bei komplexen Infrastrukturprojekten. Statt Fronten aufzubauen, rücken Auftraggeber und Auftragnehmer enger zusammen. Genau das brauchen wir – weniger Gegeneinander, mehr gemeinsames Lösen. Aber Verträge allein machen noch keinen Neustart. Wir müssen auch unsere eigenen Prozesse ehrlich hinterfragen. Bei Qiky und Tibatek setzen wir darum konsequent auf Lean-Denken: Abläufe schlanker, sicherer und effizienter machen – und zwar vom ersten Handgriff bis zur Übergabe. 

Dazu gehört auch, offen für neue Maschinentechnik und spezielle Anbaugeräte zu sein. Ja, Innovation kostet. Aber sie ermöglicht optimiertes und sicheres Arbeiten, schont Ressourcen und spart am Ende Geld, weil schneller und präziser gebaut wird. Wer Prozesse verbessern will, muss bereit sein, seine eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Ein gutes Beispiel ist unser digitales Sicherheits­tool von Qiky: Unterweisungen direkt per QR-Code auf der Baustelle – standardisiert, dokumentiert und jederzeit abrufbar. Gerade auf großen Energietrassen oder komplexen Tiefbauprojekten schafft das Klarheit und Sicherheit. Darum bin ich überzeugt: 2026 wird das, was wir selbst daraus machen. Das Momentum aus 2025 ist nicht verpufft – es wartet darauf, genutzt zu werden. Wenn wir offen bleiben, mutig testen, Prozesse optimieren und innovative Technik zulassen, kommen wir stärker aus dieser Phase heraus. Der eigentliche Turbo kommt nicht aus Berlin. Er kommt von den Menschen auf der Baustelle, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Bauprozesse neu zu denken.

»Prozesse neu denken: Jetzt handeln für den Neustart!«

Die Bauma 2025 hat gezeigt, wie viel Innovationskraft und Optimismus in unserer Branche stecken. Diese Aufbruchsstimmung trug uns bis in den Sommer – doch aktuell spüren wir Zurückhaltung. Investitionsentscheidungen werden verschoben, politische Unsicherheit bremst. Die Frage liegt auf der Hand: Müssen wir einfach geduldig sein? Aus unserer Sicht: Nein, wir müssen aktiv gestalten. Denn die Perspektive für 2026 ist deutlich positiver. Infrastruktur, Tiefbau, Gleisbau und Abbruch haben sich stabilisiert, erste Signale für neue Projekte sind erkennbar. Die großen Ausschreibungen fehlen noch, aber sie werden kommen. Entscheidend ist, dass wir die Zeit bis dahin nutzen, um gemeinsam mit Kunden und Lieferanten Lösungen zu entwickeln, die echten Mehrwert schaffen. Was heißt das konkret? 

Wir müssen Prozesse neu denken, Digitalisierung und Automatisierung konsequent vorantreiben und Mechanisierung dort einsetzen, wo sie Effizienz und Sicherheit erhöht. Gleichzeitig gilt es, die Zusammenarbeit zu intensivieren: Wer heute im Schulterschluss agiert, wird morgen die Nase vorn haben. Innovation ist kein Selbstzweck – sie ist der Schlüssel, um die Herausforderungen von Fachkräftemangel, Kostendruck und Nachhaltigkeit zu meistern. Unser Appell: Warten ist keine Option. Wir brauchen Mut, Kreativität und Partnerschaft, um aus der Unsicherheit von heute den Neustart von morgen zu machen. 2026 wird nicht von Geduld geprägt sein, sondern von denen, die jetzt handeln.

»Für uns hat sich die Bauma zum Türöffner entwickelt«

Als Hersteller mobiler und stationärer Arbeitsplatz- und Stauraumlösungen ist die Hoch- und Tiefbaubranche für die Bott-Gruppe ein beständiger und bedeutender Markt. Prüf-, Wartungs- und Reparaturdienstleister machen einen großen Teil unseres Kundenstamms aus. Das betrifft einerseits die öffentliche Infrastruktur – viele Straßen, Brücken und elektrische Anlagen sind bekanntlich in schlechtem Zustand und haben regelmäßige Kontrollen und Instandhaltungsarbeiten bitter nötig. Andererseits ist auch das dazu erforderliche Baugerät auf regelmäßigen Service angewiesen. Eventuelle Unsicherheiten in der Branche, die zu Investitionspausen unter den Bauunternehmern führen, wirken sich daher nicht unbedingt negativ auf uns aus – schließlich gilt es in solchen Zeiten umso mehr, den bestehenden Maschinenpark in Schuss zu halten. Unter anderem hierfür kommt unsere Fahrzeugeinrichtung zum Einsatz. Allerdings hat die Bauma gezeigt, dass derzeit von Unsicherheiten nicht die Rede sein kann. Die Stimmung unserer Standbesucher war gut – über alle Teile der Branche hinweg und auch auf internationaler Ebene. Für uns hat sich die Bauma zu einem wichtigen Türöffner entwickelt, ob in Nordamerika oder Fernost. Das länderübergreifende Interesse steigt aus unserer Sicht von Jahr zu Jahr. 

Das heißt nicht, dass wir keinen Wandel in der Branche spüren. Wir beobachten beispielsweise vermehrt, dass Energiedienstleister ihre Tiefbauarbeiten nicht mehr extern vergeben. Stattdessen werden spezialisierte Unternehmen übernommen, um sich die Expertise ins eigene Haus zu holen. Dadurch treten einige unserer größten Abnehmer im Tiefbau auf den ersten Blick gar nicht als Bauunternehmen in Erscheinung – dennoch sind sie so präsent wie eh und je. In unseren Augen stehen die Zeichen daher gut. In Hinblick auf die Infrastruktur in Deutschland gibt es vieles aufzuholen. Es muss aus unserer Sicht also etwas passieren – gegebenenfalls mit staatlicher Unterstützung. Daher sind wir davon überzeugt, dass der positive Trend auch hierzulande anhalten wird. Wir setzen weiterhin auf beste Produkt- und Servicequalität als unsere stärksten Zug­pferde. Die Erfahrung hat gezeigt: Diese bringen die Branche voran, egal wie es weiter geht. Unsere Kunden wissen das – und blicken mit entsprechendem Selbstbewusstsein in die Zukunft. Wir tun es ihnen gleich.

»Wir dürfen die positiven Signale nicht übersehen«

Trotz einer starken Bauma 2025 und der politischen Zusage eines »Bauturbos« bleibt die Marktsituation im Schwerlastsegment auch im vierten Quartal angespannt. Besonders deutlich zeigt sich das an der weiterhin verhaltenen Investitionstätigkeit vieler Unternehmen. Hinzu kommen zunehmend komplexe Rahmenbedingungen – allen voran im Bereich der Streckengenehmigungen, deren Bearbeitungszeiten durch Bürokratie und fehlende digitale Prozesse weiter erheblich belasten. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im aktuellen VDA-Bericht vom Oktober 2025 wider: Das Geschäftsklima verschlechtert sich, und die Erwartungen der Branche gehen spürbar zurück. Vor diesem Hintergrund ist eine vorsichtige Planung für das Jahr 2026 unumgänglich. Gleichzeitig dürfen wir die positiven Signale nicht übersehen. Das neue Sondervermögen für die Wirtschaft umfasst umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen, die direkt auf Bau- und Transportvolumina einzahlen werden. Auch aus dem Sondervermögen für die Bundeswehr ergeben sich Impulse: Bereits der Infrastrukturbericht 2024 weist rund 8 000 geplante Bauvorhaben für die Bundeswehr aus – ein Potenzial, das in den kommenden Jahren zusätzliche Transportbedarfe auslösen dürfte. Ebenso zu beachten ist ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt: Die Bundeswehr bereitet sich zunehmend darauf vor, zusätzliche Transportaufträge gezielt an die zivile Transport- und Spezialtransportbranche zu vergeben, um ihre logistischen Bedarfe künftig breiter abzusichern. Damit entsteht parallel zur Bauindustrie ein weiterer relevanter Nachfrageimpuls, der ab 2026 zunehmend spürbar werden dürfte. 

Zudem setzt das Infrastrukturbeschleunigungsgesetz mit seinen regulatorischen Vereinfachungen ein klares Zeichen für mehr Tempo. Für das Schwerlastgewerbe bedeutet dies: Ja, wir müssen uns noch etwas gedulden. Aber das Momentum aus 2025 ist nicht verpufft – es verlagert sich. Wir erwarten ab 2026 eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage und gehen in den Folgejahren von einer deutlichen Verbesserung aus. Die Kombination aus öffentlichen Investitionen, beschleunigter Regulierung und steigender Nachfrage – sowohl aus der zivilen Bauindustrie als auch seitens der Bundeswehr – schafft die Grundlage für einen nachhaltigen Aufwärtstrend.

»Kein Stillstand: Wir wollen den Markt aktiv mitgestalten«

Auch wir spüren eine gewisse Zurückhaltung in der Baubranche, jedoch bedeutet das für uns kein Stillstand. Im Gegenteil: Durch Engagement, Spezialisierung und individuelle Lösungen wollen wir aktiv auf die Kunden zugehen und den Markt dadurch mitgestalten. Beispiele für kundenorientierte Projekte aus dem Hause Schoch waren zuletzt die Effizienzsteigerung durch den Materialmix mit »Hardox 500 Tuf« oder auch die Sonder-Anbaugeräte wie der Reißlöffel »The Beast«, der Kanallöffel »The Raptor« oder unser neuestes Produkt, »The Cleaner«, ein Besen für Bagger mit den gängigsten Schnellwechselaufnahmen. Gleichzeitig sehen wir großes Potenzial in der kurzfristigen Verfügbarkeit unserer bereits lagernden Anbaugeräte, sowohl im Abverkauf als auch in der Miete. 

Von Mini-Löffeln über die komplette Abbruchtechnik bis hin zu Lösungen für >50-t-Trägergeräte decken wir die gesamte Bandbreite ab. Wir stellen außerdem immer häufiger fest, dass die Nachfrage im Segment der großen Anbaugeräte spürbar anzieht. Hier gehen wir bewusst keine Kompromisse ein und vertrauen auf unsere bewährten Materialpartner Hardox, Borox und Esco. Mit diesem Mix aus Spezialisierung, Flexibilität und schneller Verfügbarkeit sehen wir uns positiv für 2026 aufgestellt. Denn Fakt ist: Die Arbeit ist da, es wird gebaut. Entscheidend ist, dem Markt die richtigen Produkte und Lösungen bereitzustellen. Und genau dafür sehen wir uns als HS-Schoch-Baumaschinen-Gruppe ideal aufgestellt. Ob Serienprodukte, flexible Sonderlösungen oder Regeneration, wir stehen unseren Kunden als kompetenter Partner zuverlässig zur Seite.

»Der Mut zum Weitermachen ist derzeit wichtiger denn je«

Geduld ist in der aktuellen Lage zwar eine Herausforderung, doch sie ist zugleich das realistischste und notwendigste Mittel. Die vergangenen Jahre waren für unsere Branche – wie für viele Unternehmen – eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Umso wichtiger ist es nun, die Entwicklungen genau zu beobachten: Es gibt erste stabile Signale einer Erholung. Diese sind vielleicht noch nicht spektakulär, aber klar wahrnehmbar. Natürlich kann auch eine neue Bundesregierung die Bauindustrie nicht mit wenigen politischen Impulsen sofort wieder auf ein früheres Boom-Niveau heben. Strukturelle Reformen, Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie finanzielle Rahmenbedingungen brauchen Zeit, um Wirkung zu entfalten. In solchen Phasen gilt ein Gedanke, den Winston Churchill treffend formuliert hat: »Erfolg ist nicht endgültig, Misserfolg ist nicht fatal: Was zählt, ist der Mut, weiterzumachen.« Dieser Mut zum Weitermachen ist derzeit wichtiger denn je – sowohl für die Politik als auch für die Unternehmen der Branche. 

Was uns besonders positiv stimmt, sind die Signale aus der Praxis. In vielen Gesprächen stellen wir fest, dass neue Projekte langsam wieder zunehmen. Trotz oftmals negativer Schlagzeilen blicken wir deshalb optimistischer auf die kommenden Monate. Es gibt nicht nur Negatives: So hat das Statistische Bundesamt im September ein starkes Plus bei den Baugenehmigungen für Wohnungen von +59,8 Prozent zum Vorjahresmonat gemeldet. Darüber hinaus weist der Haushalt des Einzelplans 25 ein Volumen von fast 13 Mrd. Euro auf. Unsere tägliche Erfahrung zeigt, dass sich ein vorsichtiger, aber klarer Aufwärtstrend abzeichnet. Das Momentum der Bauma 2025 ist nicht verpufft – es hat sich vielmehr in einen nachhaltigen, tragfähigen Neustart verwandelt. Wenn die politischen Rahmenbedingungen weiter konkretisiert werden und die Branche ihren Gestaltungswillen beibehält, stehen die Chancen gut, dass 2026 eher ein Jahr des Wiederantriebs als eine erneute Talfahrt wird.

»Nachhaltige Lösungen sind weiter auf dem Vormarsch«

Die vergangenen Jahre haben die Baubranche gefordert, insbesondere den Hochbau – von Lieferengpässen über Preissteigerungen bis hin zu einer anhaltenden Unsicherheit in vielen Segmenten. Der Tiefbau war davon weniger betroffen. Wir sahen weder eine rückläufige Nachfrage noch eine Zurückhaltung bei Projekten. Auch im Bereich gewerblicher Bauten zeigte sich das Marktgeschehen für uns stabil. 2025 war bei uns geprägt von einer deutlich steigenden Nachfrage nach Batteriespeichern und hybriden Energiesystemen. Viele Unternehmen prüfen genauer, wo sie Emissionen und Kraftstoff einsparen können, ohne Kompromisse bei Verlässlichkeit oder Einsatzzeiten einzugehen. Gleichzeitig werden die Emissions- und Geräuschvorgaben strenger und beschleunigen diesen Wandel zusätzlich. Kompakte Batteriespeicher gewinnen zusätzlich an Bedeutung. Systeme wie unsere »Battery Box 30«, die wir dieses Jahr neu auf den Markt gebracht haben, zeigen, wie sich die Baustromversorgung zunehmend hin zu leisen, emissionsarmen Set-ups entwickelt. 

Mit Batteriespeichern in verschiedenen Leistungsklassen von 15 bis 600 kW und unseren Hybrid-Set-ups mit emissionsreduzierenden Stage-V-Aggregaten sind wir darauf gut vorbereitet. Entscheidend bleibt für unsere Kunden jedoch eines: Mobiler Strom muss zuverlässig, sicher und jederzeit verfügbar sein. Daran werden wir gemessen, und daran wird sich auch 2026 nichts ändern. Ob das kommende Jahr einen Neustart bringt? Die Bauma hat gezeigt, wie viel Gestaltungswille in der Branche steckt. Und der politische »Bauturbo« kann zusätzliche Dynamik auslösen, ebenso die geplanten Investitionen in Verkehrswege, Energieinfrastruktur und Telekommunikation. Hier erwarten wir eine zunehmende Nachfrage – und können dank unserer großen Mietflotte flexibel reagieren, kurzfristig liefern und Projekte in allen Größenordnungen zuverlässig mit mobilen Anlagen bis in den Megawattbereich versorgen.

»Wohlklingende Ankündigungen reichen hier nicht aus«

Die Bauma 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in unserer Branche steckt – Innovationskraft, volle Hallen und eine spürbare Aufbruchsstimmung. Doch wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass dieser Schwung genügt, um 2026 automatisch zum Neustartjahr zu machen. Die Realität vieler Unternehmen bleibt geprägt von hohen Finanzierungskosten, langwierigen Genehmigungsverfahren und einer nach wie vor vorsichtigen Investitionsbereitschaft, insbesondere im Wohnungsbau. Wohlklingende »Bauturbo«-Ankündigungen reichen hier nicht aus – entscheidend sind die konsequente und schnelle Umsetzung der Bundesregierung sowie der Glaube an die eigene Stärke. Für uns bei Rädlinger war die ruhigere Marktphase kein Bremsklotz, sondern ein Fenster für Fortschritt. Wir haben die Zeit genutzt, um großflächige Investitionen in unseren Werken umzusetzen, den Automatisierungsgrad weiter zu erhöhen und damit unsere Produktion noch effizienter, flexibler und zukunftssicherer aufzustellen. 

Parallel dazu haben wir unser Portfolio gezielt erweitert und mit Produktinnovationen verstärkt, die genau auf die Anforderungen eines sich wandelnden Marktes eingehen. Das gibt uns – und unseren Partnern – Rückenwind für das kommende Jahr. Ob 2026 zur Talfahrt oder zum Neustart wird, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die neue Bundesregierung vom Ankündigungs- ins Umsetzungshandeln kommt. Die Baubranche braucht investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, verlässliche Förderkulissen und echte Beschleunigungen, nicht nur neue Schlagworte. Gleichzeitig bleibt klar: In unsicheren Zeiten brauchen Kunden und Händler vor allem eines – Verlässlichkeit. Genau diese wollen wir bieten. Unsere Investitionen, unser erweitertes Portfolio und unsere langfristige Ausrichtung mit unseren Fertigungsstandorten in Deutschland sind ein klares Signal, dass wir Stabilität und Partnerschaft auch dann leben, wenn die Marktbedingungen herausfordernd sind. Das Momentum von 2025 ist also nicht verpufft – aber es braucht weiterhin Mut. Wenn Politik und Wirtschaft gemeinsam liefern, kann 2026 zum echten Neustart werden. Wir sind bereit dafür.

»Es gibt auch klare Wachstumstreiber«

Das Jahr 2025 war für die Baubranche ein Jahr der gemischten Gefühle. Die Diskussionen rund um den Bau-Turbo und das Infrastrukturpaket wirkten wie der dringend benötigte Hoffnungsschimmer – das war insbesondere auf der bauma deutlich zu spüren. Doch im Laufe des Jahres hat sich diese Dynamik leider verflüchtigt. Der Glaube an eine schnelle Erholung des deutschen Baumarktes ist geschrumpft, und die Stimmung ist aktuell von Zurückhaltung geprägt. Der Wohnungsbau in Deutschland bleibt das Sorgenkind der Branche, belastet durch steigende Kosten und überbordende Vorschriften. Und das, obwohl der Bedarf unübersehbar ist: Wohnraum fehlt überall. Eigentlich wären das ideale Voraussetzungen – wenn auch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies zuließen. Auch das groß angekündigte Infrastrukturpaket der Regierung hat bislang kaum Wirkung entfaltet. Die Branche steht bereit, und die angekündigten Investitionen sind ein wichtiges Signal. Die entscheidende Frage ist: Gelingt es der öffentlichen Hand, die geplanten Baumaßnahmen konsequent, schnell und professionell umzusetzen?

Die gesamte Bauwirtschaft blickt hier mit großen Erwartungen auf die kommenden zwölf Monate. Trotz der schwierigen Lage gibt es für 2026 auch klare Wachstumstreiber, etwa im Bereich Energieversorgung, im Verkehrswegebau, im Infrastruktursektor der öffentlichen Hand, in der IT-Branche sowie in Teilen der Rüstungsindustrie. Hier sehen wir eine stabile Nachfrage durch große Projekte mit enger Taktung und hohem Tempo. Bei PERI richten wir unsere strategischen Schwerpunkte genau auf diese Anforderungen aus, um unsere Kunden dabei zu unterstützen, Bauprozesse zu beschleunigen, die Qualität zu steigern und Kosten zu reduzieren. Das ist ein Anspruch, der tief in unserer DNA verwurzelt ist: Mit unseren flexiblen Systemen, der intelligenten Vernetzung unserer Schalungs- und Gerüstlösungen und den umfangreichen Services ermöglichen wir als leistungsfähiger Partner, Baustellen effizienter zu machen. Denn eines wird immer deutlicher: Die Ansprüche an Geschwindigkeit und Verlässlichkeit, mit der Projekte umgesetzt werden müssen, steigen kontinuierlich. Insgesamt blicken wir trotz aller Unsicherheiten optimistisch auf das Jahr 2026. Die Herausforderungen bleiben, doch Chancen sind ebenso vorhanden – insbesondere, wenn Politik und die Baubranche gemeinsam anpacken. Wir freuen uns darauf, die Zukunft des Bauens gemeinsam mit unseren Kunden aktiv zu gestalten.d

»Der Bauturbo hat aus unserer Sicht langsam gezündet«

Die Bauma war auch für uns ein voller Erfolg. Neue Bagger wie der »HX360/HX400« mit elektro-hydraulischer Vorsteuerung waren die Highlights – mittlerweile bewähren sich die Maschinen in Mitteleuropa auf zahlreichen Baustellen und im Abbruch. Wichtig ist das Konzept unseres großen E-Baggers (»HX230e«, 25 t, 503-kWh-Akku) sowie des 15-Tonnen H2-Brennstoffzellen-Mobilbaggers. Beide haben auf der Bauma großes Interesse geweckt. Umweltfreundlichkeit spielt in der Baubranche eine immer größere Rolle – als weltweiter Anbieter hat es sich Hyundai CE zur Priorität gemacht, seinen Kunden und Händlern umweltfreundliche Maschinen, die in der Leistung dieselgetriebenen Baggern in nichts nachstehen, anzubieten. Hyundai ist bei Hightech-Themen ganz vorne dabei. Neben der erfolgreichen Markteinführung unseres elektrischen Minibaggers» HX19e« treibt Hyundai CE die Entwicklung emissionsfreier Baumaschinen auch für größere Maschinen weiter voran. Der »Bauturbo« hat aus Hyundai-Sicht langsam gezündet. 

Seit Sommer 2025 sehen wir eine verstärkte Nachfrage nach unseren Neuheiten. Dazu trägt die Verfügbarkeit unsere Bauma-Neuheiten ebenso bei wie das den Markterfordernissen angepasste Händlernetz. In Europa konnten wir in den Schlüsselmärkten wichtige neue Handels- und Mietpartner gewinnen. Zusätzlich gehen wir in neue Märkte. Die rad- und kettengetriebenen Kompaktlader verschaffen uns Marktzugang zum GaLaBau und zu Kommunen, und mit dem Mobilbagger »HW250A« haben wir einen Umschlagbagger mit langer Ausrüstung, Vier-Pratzen-Abstützung und erhöhter Kabine im Portfolio – somit reden wir nun auch in der Recyclingbranche ein Wörtchen mit. Im Key-Account-Geschäft hat sich Hyundai Construction personell neu aufgestellt – wir sind nun mit Management, Händlern und sehr guten Finanzierungsangeboten in der Lage, überregional tätigen Unternehmen maßgeschneiderte Pakete anbieten zu können, und das landes- und europaweit mit voller Unterstützung unserer wichtigsten Händler.

»Die entscheidenden Treiber sitzen in unseren eigenen Unternehmen«

Ich finde, wir dürfen nicht vergessen, dass wir vor der aktuellen Konjunkturdelle eine außergewöhnlich lange Zeit des Aufschwungs erlebt haben. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die aktuelle Situation auch lange anhält. Außerdem ist es schwierig zu bewerten, auf welches Niveau der Markt bei einem Aufschwung wieder ansteigt. Die Frage ist berechtigt, ob wir 2026 auf einen Neustart hoffen dürfen oder ob wir uns weiter durch ein holpriges Tal bewegen. Meine Antwort darauf fällt nüchtern aus: Selbst die politische Entscheidung, mehr Geld in Infrastruktur, Militär und erneuerbare Energie zu investieren, bedarf einer langen Vorlaufzeit, bis sich aus dieser Entscheidung Projekte in Ausführung für den Bau ergeben. Zudem sind infolge der vorgezogenen Wahlen verschiedene Ministerien ungeplant früher neu besetzt worden. Das hat ein gewisses Vakuum entstehen lassen, wodurch sich die Umsetzung bereits getroffener Entscheidungen verzögert. Wir dürfen den Blick nicht allein nach Berlin richten, sondern müssen auch in den eigenen Betrieb schauen und erkennen, welche Potenziale durch eigene Aktion gehoben werden können. Was wir als Unternehmen beeinflussen können, ist unsere eigene Handlungsfähigkeit. Wir Unternehmer stehen heute mehr denn je in der Pflicht, unser Geschäftsmodell aktiv weiterzuentwickeln. Das Momentum aus 2025 verpufft nur für jene, die darauf warten, dass andere für sie handeln. Die aktuelle Lage zwingt uns zu Kreativität, Effizienz und Innovationskraft – und genau darin liegt auch die Chance. 

Wer flexibel bleibt, in moderne Technologien investiert, erkennt, was mit dem eigenen Betrieb vielleicht in guten Zeiten links liegenblieb, aber heute attraktiv ist, Kunden enger einbindet und Prozesse entschlackt, wird nicht nur stabil durch schwierigere Phasen kommen, sondern gestärkt daraus hervorgehen. Ich glaube fest daran, dass die entscheidenden Treiber eines echten Neustarts nicht in Berlin sitzen, sondern in unseren eigenen Unternehmen. Veränderungen im Markt sind unvermeidbar, aber unser Umgang damit entscheidet, ob wir sie als Risiko oder als Sprungbrett nutzen. Prognosen, wann der große Aufschwung kommt, gebe ich bewusst keine ab. Aber: Die Firmen, die jetzt mutig anpacken, werden bereit sein, sobald die Rahmenbedingungen wieder anziehen – egal ob das 2026 geschieht oder später.

»Die Branche kann sich wieder zu alter Stärke zurückarbeiten«

Die Bauma 2025 war für Steelwrist in vielerlei Hinsicht eine großartige und sehr erfolgreiche Veranstaltung. Unsere Präsenz auf der Messe hat zahlreiche Besucher beeindruckt, und der wieder aufkeimende Optimismus sowie die spürbare Aufbruchsstimmung in der Branche waren an jeder Ecke wahrnehmbar. Dazu haben sicherlich auch die kurz zuvor angekündigten politischen Maßnahmen beigetragen, die für frischen Wind und neue Hoffnungen sorgten. Auch wenn die unmittelbaren Impulse der Bauma inzwischen etwas abgeebbt sind, bleibt ein gewisses Momentum bestehen, das nach unserer Einschätzung nachhaltig wirken wird. Es schafft wichtige Ausgangsbedingungen, auf denen eine Erholung der Branche aufbauen kann. Dennoch löst dieses Momentum allein die bestehenden Bremsfaktoren noch nicht vollständig. Entscheidend wird sein, dass politische Maßnahmen nun tatsächlich greifen und für mehr Finanzierungssicherheit sorgen, um die notwendigen Marktdynamiken stabil auszulösen. 

Aktuell sehen wir punktuell erste Erholungserscheinungen. Investitionsentscheidungen, die zuvor auf Eis lagen, werden wieder vorbereitet. Projekte, die ins Stocken geraten waren, kommen zurück in die aktive Planung, und auch das Thema Förderung gewinnt langsam wieder an Fahrt. Diese Entwicklung zeigt, dass der Markt nicht zum Stillstand gekommen ist, sondern sich Stück für Stück neu ordnet. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben: Der Prozess verläuft langsamer, als viele in der Branche gehofft haben. Von einem klaren, klassischen Neustart im kommenden Jahr kann daher noch nicht die Rede sein. Aus unserer Sicht wird 2026 vielmehr als Übergangsphase dienen und damit als wichtiges Fundament, auf dem sich die Branche 2027 wieder zu alter Stärke zurückarbeiten kann. In dieser Zeit werden Geduld, ein gesunder Optimismus und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit entscheidend sein. Wenn alle Akteure in der Branche diese Faktoren mittragen, können daraus die Kräfte entstehen, die für einen echten Neustart notwendig sind. 

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