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Kiesel: Ein Projekt, das Maßstäbe setzt

Vor der beeindruckenden Kulisse des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen wurde am 17. Februar der KTEG MultiCarrier 1600S an seinen neuen Eigentümer übergeben. Im Beisein der Geschäftsleitungen der beteiligten Unternehmen Kiesel, KTEG, sowie der Hagedorn Unternehmensgruppe, wurde er als bislang größter Vertreter seiner Art in den Betrieb entlassen.

„Wenn in Deutschland neue große Bauprojekte entstehen, muss in der Regel zunächst ein Altbestand abgebrochen und das Gelände revitalisiert werden. Dabei kann sich auch nach einer Sprengung der weitere Abbruch durchaus noch in Höhen von mehr als 35 Metern abspielen. Auf so einer Baustelle stehen wir hier. Für solche Aufgaben braucht der Unternehmer die passenden Maschinen. Und hier ist KTEG der perfekte Partner. Mit unserer Erfahrung und Expertise sind wir darauf spezialisiert, ihm passgenau dieses Equipment zu anzubieten,“ erläutert Harald Thum, Geschäftsführer der KTEG GmbH, eine der Kernkompetenzen seines Unternehmens. „Nicht selten liegen die Anforderungen, wie auch hier in Lünen außerhalb des Rahmens. Wir bei KTEG entwickeln und bauen Lösungen für solche und andere Projekte in enger Abstimmung mit den Auftraggebern. Auch die Hagedorn Unternehmensgruppe ist bei uns fündig geworden und gemeinsam haben wir das Maschinenkonzept KMC in einer mehrmonatigen Projektphase punktgenau auf den Einsatz zugeschnitten.“

Lösungen „out-of-the-box”

Die KTEG GmbH, ein deutsches Unternehmen der Kiesel Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, solch maßgeschneiderte Lösungen in Deutschland zu entwickeln und zu bauen. Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 2013 und wurde bis hin zur Marktführerschaft mit einem Marktanteil von aktuell über 50% im Segment Abbruch fortgeschrieben. Inzwischen arbeiten 30 Ingenieure daran, die Produkte stetig weiter zu entwickeln. Mit dem flächendeckenden Netzwerk für Vertrieb, Service und Ersatzteilversorgung der Kiesel Gruppe hat man einen starken Partner mit einer über 60-jährigen Branchenerfahrung an seiner Seite.

„KTEG steht für eine Lösung ohne Kompromisse. Sei es in der Beratung, der Entwicklung, dem Bau oder dem After-Sales-Service. Wir sind dank kurzer Wege immer für unsere Kunden da,“ führt Thum weiter aus. „Unser KMC ist in den Grundzügen vergleichbar zum bewährten Schweizer Taschenmesser. Aus einem großen Baukasten wählen wir bedarfsgerecht die passende Ausrüstung aus, die dann in der Kombination mit dem Anbaugerät perfekte Ergebnisse liefert. Dabei denken wir „out-of-the-box“, das heißt, wir denken in Lösungen und fokussieren uns dabei vollkommen auf die Branche und den geplanten Einsatz. Dieses Herangehen ist für die meisten Hersteller, die auf die Produktion von Großserien spezialisiert sind, nicht denkbar. Wir bei KTEG sind da flexibler und können von der Losgröße 1 bis hin zur Serie alles abbilden.“

Eine Maschine, die sich selbstständig aufbaut

Um einen Koloss wie den KMC1600S von einem Einsatzort zum nächsten zu bringen, sind etliche Vorbereitungen zu treffen. Aufgrund der Dimensionen muss die Maschine in mehrere Segmente zerlegt transportiert werden. Die Seitenschiffe und das Kontergewicht demontiert die Maschine dabei in Eigenregie und ohne externe Hilfsgeräte. Am Zielort baut sie sich genauso selbständig wieder auf. Dieses Konzept macht das Handling selbst einer solchen Großmaschine einfach und kostengünstig.


Der Transport des KMC1600S und seiner Ausrüstungen vom badischen Geisingen ins westfälische Lünen war aufsehenerregend. Die Einzelteile der Maschine und ihre Ausrüstungen belegten neun Schwerlaster. Obwohl winterliche Straßenverhältnisse den Transport verzögerten, erreichte er sicher sein Ziel, wo er mit der zum aktuellen Einsatz passenden Ausrüstung aufgebaut wurde.

Die feierliche Übergabe eines Baggers an den neuen Eigentümer hat bei der Kiesel Gruppe Tradition. Aber eine Übergabe in dieser Größenordnung erlebt man nicht alle Tage. Grund genug, dieses Ereignis im Stil einer Schiffstaufe zu inszenieren. Taufpatin und Geschäftsführerin Barbara Hagedorn ließ stilecht vor Gästen, Pressevertretern und Mitarbeitern eine stattliche Sektflasche am KMC1600S zerschellen und wünschte dem KMC1600S „allzeit einen sicheren Stand“.

Immer die ideale Höhe mit dem passenden Ausleger

Unmittelbar im Anschluss ging es an die Arbeit. Dabei zeigte der KMC1600S eindrucksvoll seine Leistungsfähigkeit, Kraft und Reichweite. Dank der verschiedenen Ausleger, wie der Tele-High-Reach-Ausrüstung, die er je nach Einsatz ankoppelt, ist er in der Lage, Abbrüche bis zu einer Höhe von 60 Metern auszuführen. Parallel dazu greift er je nach Einsatzanforderung auf eine sogenannte Triple-Boom-Ausrüstung zurück, die durch den Einsatz von Verlängerungsstücken schrittweise von 21 auf bis zu 36 Metern erweitert werden kann.

„Die verschiedenen Auslegerlänge sind das Resultat der Bemühungen, in den jeweiligen Höhen immer das maximale Anbaugerätegewicht einsetzen zu können“, erläutert Harald Thum das Konzept. „So kommen wir schrittweise von 25t in 21 Metern, über 12t in 36 Metern bis hin zu beachtlichen 3t in 60 Metern. Der Wechsel des Anbaugerätes erfolgt dank des vollhydraulischen Schnellwechselsystems OilQuick genauso spielend, wie man das von Baggern kleinerer Baugrößen kennt. Aus dem Blickwinkel „Zeit ist Geld“ ist dies ein entscheidender Faktor für die Produktivität im Einsatz.“

„Die neuen Herausforderungen und Dimensionen brauchen derartige Innovationen. Der KMC, der genau nach unseren Anforderungen entwickelt wurde, ist ein Leistungsträger, der unsere immer komplexer werdenden Rückbauprojekte effizienter bewältigen kann,“ sagt Thomas Hagedorn, geschäftsführender Gesellschafter der Hagedorn Unternehmensgruppe.

In den kommenden Monaten wird der KMC1600S einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass aus dem ehemaligen Industriegelände in Lünen neuer Lebensraum geschaffen wird.

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