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KEMROC: Querschneidkopffräsen schaffen Platz für neue Brücke

Wo vor vier Jahren die Leipziger Messebrücke über eine Bahntrasse abgerissen wurde, steht mittlerweile ein Ersatzbauwerk. Jetzt wurden noch die Pfeiler der früheren Brücke entfernt. Dabei verwendeten Spezialisten der STRABAG zwei Hydraulikbagger mit Querschneidkopffräsen von KEMROC. Damit konnte man auf Hämmer oder Scheren verzichten, der neue Brückenkörper blieb vor Erschütterungen verschont und die Arbeiten wurden ohne Gefahren für den Zugverkehr ausgeführt.

Bereits 2016 wurden der Aufbau der alten Brücke und im Herbst letzten Jahres dann die Widerlager abgerissen. Die Pfeiler ließ man stehen, weil sie als Fundament für das Traggerüst der neuen Brücke dienen sollten. Nachdem in diesem Jahr das moderne Betonbauwerk errichtet wurde, stand auch der Abbruch der alten Pfeiler an. Dafür waren von Generalunternehmer Glass Ingenieurbau Leipzig Spezialisten der STRABAG, Gruppe Leipzig, beauftragt worden. Sie mussten unter erschwerten Bedingungen bei laufendem Bahnverkehr in unmittelbarer Nähe vorgehen.

Ein klassischer Abbrucheinsatz per Bagger und Hammer wurde verworfen: So war eine erschütterungsarme Verfahrensweise geboten, weil sich im anstehenden bindigen Boden möglichst keine schädlichen Schläge auf das neue Bauwerk übertragen sollten. Zudem hätten beim Hammereinsatz eventuell größere Betonbrocken auf die Gleise der unmittelbar benachbarten Bahnlinie fallen und die Schienen beschädigen können. Ein Abbruch per Hydraulikbagger und Schere wurde ebenfalls verworfen, weil die Dimensionen der Brückenpfeiler – 26 m Länge, 1,8 m bis 2,8 m Breite und 7,2 m bis 7,5 m Gesamthöhe – für die Maulweiten üblicher Scheren zu groß waren. Daher blieb nur der Abbruch per Bagger und Anbaufräse als brauchbare technische Lösung übrig.

Konzept entwickelt

Mit Patrick Israel von KEMROC-Handelspartner TBH Thüringer Baumaschinenhandel entwickelten Bauleiter Justus Steinert und die STRABAG-Kollegen ein Abbruchkonzept, das auch das knappe Zeitfenster wegen der notwendigen Bahnsperrpausen für den Personen- und Güterverkehr berücksichtigen musste. Man beschloss, parallel mit gleich zwei KEMROC-Querschneidkopffräsen KR120 und KR150 an zwei Hydraulikbaggern (26 t bzw. 27 t Einsatzgewicht) aus dem TBH-Mietpark vorzugehen.


Schnell, gefahrlos und wirtschaftlich

Die Querschneidkopffräsen der KEMROC-Reihe KR werden vielfach im Abbruch und Tunnelbau verwendet. Sie sind auch im Kanal- und Rohrleitungsbau, bei der Betonsanierung sowie bei Profilierungs-, Unterwasserarbeiten und im Gesteinsabbau verwendbar. Die Maschinen verfügen über robuste Gehäuse, ihre Motoren entwickeln hohe Drehmomente für maximale Schneidkräfte. Beim Abbruch der Brückenpfeiler aus Stampfbeton in Leipzig stießen die KEMROC-Maschinen indessen auf keinen hohen Widerstand.

Ausgeführt wurden die Arbeiten im September. Auf der Brückenseite mit zwei S-Bahn-Gleisen konnte nur nachts während der Bahnsperrpausen gearbeitet werden, die beiden Gleise für den Güterverkehr auf der anderen Seite wurden tagsüber gesperrt. Beim Fräsvorgang erzielten die KEMROC-Maschinen eine hohe Leistung, wie Bauleiter Justus Steinert rückblickend berichtet: »Wir hatten vor dem Abbrucheinsatz die Maschinen am Bestandswiderlager getestet und daraufhin mit einer Abbruchleistung von rund 4 m³/h pro Trägergerät gerechnet. Beim eigentlichen Abbruch der Brückenpfeiler mit einer Masse von jeweils 390 m³ pro Widerlager erreichten wir dagegen sogar 6 m³/h bis 6,5 m³/h pro Bagger.« Dabei blieb laut Bauleiter der Verschleiß mit rund fünf Meißeln je 100 m³ in vertretbaren Grenzen.

Der Stampfbeton stellte mit einer Druckfestigkeit von C20/25 bis C35/45 keine wirkliche Herausforderung für die Fräsen dar. »Aber natürlich waren die Arbeitsbedingungen schwierig, immerhin waren die Pfeiler nur jeweils 3,5 m von den Bahngleisen entfernt. Insgesamt sind wir jedenfalls in der Sollzeit geblieben und mit 26 bis 30 reinen Frässtunden sogar schneller fertig geworden als vorgesehen«, betont Justus Steinert. Und was die Abbruchkosten betreffe: »Natürlich war der Maschinenaufwand beträchtlich und die Mietkosten einer Fräse sind deutlich höher als die eines Hammers! Aber den Takt geben bei uns die Mannkosten an, Maschinenkosten sind zweitrangig. Was die technische Rundumbetreuung betrifft, haben wir mit Baumaschinenhändler TBH einen verlässlichen Partner, mit dem wir auch schon länger zusammenarbeiten.«    t

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