Intermat Der Treffpunkt für Entscheider

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Von: Thomas Seibold

Seit der letzten Intermat sind aufgrund des Corona-bedingten Ausfalls 2021 sechs Jahre vergangen – eine lange Zeit nicht nur für Aussteller und Besucher, sondern auch für den Veranstalter. Denn dieser stand vor der Herausforderung, die französische Messe mit internationalem Anspruch hinsichtlich der aktuellen klimatischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in der Baubranche neu zu konzipieren und auszurichten. Unter dem Motto »Dekarbonisierung« wurde der Fokus auf vier Themenbereiche gelegt: »Innovation«, »Energie«, »neue Lösungen / Technologien« und »Corporate Social Responsibility(CSR)-Verpflichtungen«. Dieser klaren Fokussierung folgten an vier Messetagen 1 065 Aussteller, davon 68 % von außerhalb Frankreichs kommend, und 127 500 Besucher in den »Parc des Expositions«.

Im direkten Vergleich zu 2018 kamen damals an sechs Messetagen 173 300 Besucher, um 1 400 Aussteller zu besuchen. Die Messegesellschaft sprach in ihrem Abschlussbericht für 2024 nicht nur von einer besonders lebhaften und geselligen Atmosphäre, sondern auch von einem »hochkarätigen Publikum, das von der Dynamik des ökologischen und technologischen Fortschritts des Sektors begeistert war«.

Ein Drittel der Besucher reiste mit konkreten Investitionsplänen an, um die kohlenstoffarme und digitale Umstellung von Bauprojekten im eigenen Unternehmen oder bei Kunden zu beschleunigen. Nach Angaben der Messegesellschaft lag die Anzahl der täglich realisierten Kontakte pro Aussteller im Vergleich zu 2018 um 30 % höher.


Internationale Innovationen

Die Messe wurde von den Vorsitzenden der fünf großen französischen Bauverbände (DLR, Evolis, FFB, FNTP und Seimat) eröffnet, die sich durch die Unterzeichnung des Manifests »Die vier Schlüssel zur Begleitung der Dekarbonisierung der Bauausrüstungen« zusammengeschlossen und diesem verpflichtet haben. Der Einsatz der richtigen Energie für jeden Zweck, Energieeinsparungen, die Sensibilisierung der Akteure für die soziale Verantwortung der Unternehmen, aber auch die Verbesserung der Sicherheit und der Attraktivität der Berufe standen im Mittelpunkt der Debatten in den neuen Bereichen des Industrieforums und der Akademie auf der Messe.

Beim Gang durch die Messehallen und über den Outdoor-Bereich fiel auf, dass das »Who is who« der internationalen Bauunternehmen zu finden war. Am stärksten vertreten waren Anbieter aus Belgien, den Niederlanden, Italien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Finnland, den Maghreb-Staaten und der Türkei. Zwar waren am ersten Tag das Wetter – und wohl deswegen auch die Stimmung unter den Ausstellern – etwas getrübt, dafür hellte sich beides am zweiten Tag deutlich auf. Insbesondere der Außenbereich war spürbar belebter. Für Stimmung sorgten auch die »Intermat Innovation Awards«, die an 17 Aussteller und deren Produkte verliehen wurden (siehe Kasten). Der Messebereich »Neue Technologien & Energien« feierte auf der Intermat sein Debüt und zeigte ebenso wie das »Start-up-Village« Technologien und Ausrüstungen, die neue, alternative oder erneuerbare Energiequellen (Biokraftstoffe, Strom, Wasserstoff usw.) sowie virtuelle und digitale Technik, Lösungen zur Energiespeicherung oder autonome Fahrzeuge umfassten. Nach Angaben der Messe interessierten sich fast 50 % der Besucher für den Ausstellungsbereich und die Konferenzen, bei denen es um die Dekarbonisierung der Betonbranche ging.

Klasse statt Masse

Das Konzept der Messe, dieses Jahr auf Klasse statt Masse und einen klar definierten Themenbereich zu setzen, scheint aufgegangen zu sein. Die bereits für April 2027 geplante Intermat könnte sich daher noch stärker darauf fokussieren, als »geschäfts­fördernder Katalysator« in erster Linie der Branchentreffpunkt für Fachleute zu werden. Der Grundstein dafür wurde womöglich dieses Jahr in Paris-Nord Villepinte gelegt. s

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