Weitere wichtige Exponate für Nürnberg geplant
Im Repertoire hat Holp für die GaLaBau allerdings auch seine Baggerlöffel, darunter den »Vario«- sowie den »Bankett«-Löffel. Beide Modelle sind aus Hardox gefertigt und gelten als robuste wie langlebige Helfer. Bezeichnet wird der »Bankett«-Löffel als »Spezialist für gepflegte Straßenränder« – und genau das erfüllt er auch. Durch seine abnehmbare Abdeckung kann mit dem Löffel nicht nur vor und hinter, sondern auch unterhalb von Leitplanken abgezogen werden. Mehr Stabilität und Langlebigkeit soll der Löffel laut Holp dadurch erhalten, dass er nur zu einer Seite hin offen ist. Gleichzeitig, so der Hersteller weiter, mache der außenliegende Rahmen zusätzliche Verstärkungen im Löffelinneren unnötig, was einen optimalen Materialfluss erlaube und die Arbeitsgeschwindigkeit erhöhe. Erhältlich ist der »Bankett«-Löffel in den Schnittbreiten 1 200 und 1 400 mm – betrieben wird mit Baggern von 10 bis 14 t im Schleppbetrieb. Beim »Vario«-Löffel wiederum haben wir es mit einem »Alleskönner« zutun – laut Holp sei er der flexibelste Baggerlöffel am Markt. Ausgelegt ist der Universallöffel auf Bagger mit einem Einsatzgewicht von 2 bis 25 t. Zu den üblichen Einsatzbereichen zählen klassische Erd- und Kanalarbeiten, Garten- und Landschaftsbau sowie der Straßen- und Verkehrswegebau. Erklärte Zielsetzung sei es, mit dem »Vario«-Löffel schnelles und flexibles Arbeiten in alle Richtungen zu ermöglichen – auch und gerade auf beengtem Raum oder entlang von Rohren, Mauerwerk und Randsteinen. Die V-förmige Öffnung ermöglicht laut Hersteller hohe Leistung im Schleppbetrieb und vereinfacht das Versetzen von Bäumen und Sträuchern. Die rechteckige Öffnung soll hingegen das Abziehen von Fahrbahn-Banketten sowie das Nachziehen von Böschungen erleichtern. Aktuell ist der »Vario«-Löffel in fünf Größen verfügbar, von 100 bis maximal 700 l Inhalt.
Mit hohem Aufwand in den Standort investiert
Abseits der Messevorbereitungen, die nun final auf Hochtouren laufen, durfte die Holp GmbH im Juni kräftig feiern. Auf der einen Seite blickte Holp auf das 25-jährige Bestehen als Maschinenbau-Unternehmen zurück und auf der anderen weihte man am Stammsitz in Murrhardt ein neues Gebäude ein. Auch hier durfte das bauMAGAZIN bereits im Vorfeld hinter die Kulissen blicken. Zum einen wurden neue Bürokapazitäten geschaffen, zum anderen investierte Holp in den Neuaufbau sowie die Erweiterung seiner Lager- und Fertigungskapazitäten. Eine Herausforderung war es, das Großprojekt, welches sich aufgrund der Corona-Pandemie deutlich in die Länge zog, im laufenden Betrieb zu stemmen. Das hat am Ende nicht nur viel Geld, sondern auch großen Aufwand gekostet. Großen Charme hat es, dass es sich Günter Holp nicht nehmen ließ, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Über Monate hinweg setzte sich der Geschäftsführer in die Fahrerkabine, um das großzügige Außengelände »umzupflügen«, aufzuschütten und neu zu gestalten. »Während andere joggen gehen, setzte ich mich in den Bagger – für mich ist das ein guter Ausgleich zum Schreibtischjob.« Einher geht der Neubau allerdings auch mit der Devise, für weiteres Wachstum zu sorgen. Gerade in der Produktionsabteilung wurde deutlich, dass man in hochmoderne Technik sowie digital gesteuerte Abläufe investiert hat, um die Prozesse zu optimieren und Fertigungszeiten deutlich zu verkürzen. Hinzu kommt, dass der Neubau laut Holp eine Verdoppelung der heutigen Belegschaft von rund 40 Mitarbeitern ermöglicht, wodurch das Unternehmen zeitnah auf Marktveränderungen reagieren und seine Produktivität bei Bedarf massiv erhöhen kann.
Das Unternehmen früher und heute – ein Fazit
Die Zusammenfassung lautet, dass jede Firmengeschichte seine ganz eigenen Wege sowie Ecken und Kanten hat. Ein charmanter Faktor ist, dass wir gerade in der Bau- und Baumaschinenbranche immer wieder Unternehmen erleben, die als klassischer Einmannbetrieb gegründet wurden und trotz ihres späteren Erfolgs ihre Wurzeln nicht verkannt haben. Die Holp GmbH darf man hier getrost dazuzählen. Eine Anekdote, die mir bis heute nicht aus dem Kopf geht, ist, wie Günter Holp mit Bewunderung von den Anfängen der Firma sprach: »Mein Vater hat damals praktisch Tag und Nacht auf seiner Raupe verbracht. Jeder, der diese alten Maschinen noch kennt, weiß, was das für eine Kraftanstrengung bedeutet. Die Bedienung mittels Pedal und Hebel, die permanenten Vibrationen bei Wind und Wetter – heute würde das vermutlich niemand länger als ein paar Minuten durchhalten. Und dieser Mann tut das jetzt seit über 65 Jahren.« Zutreffenderweise heißt es, dass sowohl beim Vater als auch beim Sohn sprichwörtlich Hydrauliköl durch die Adern fließt. Bis heute bringt Holp »selbstgetüftelte« Lösungen auf den Weg, die so gar nichts mit künstlich geschönten Broschürenfloskeln zu tun haben. »Auf dem Papier klingt vieles richtig, aber erst wenn ich mich selbst in den Bagger setze, weiß ich, was die Praxis wirklich braucht.« Festhalten lässt sich, dass eben dieses Machertum der Grund für die Erfolgsgeschichte von Holp sein dürfte. Und nur zur Klarstellung: Es geht in diesem Zusammenhang nicht darum, jemandem blindlings »Honig ums Maul« zu schmieren, sondern vielmehr darum festzuhalten, dass diese Branche von genau diesem Macher-Typus profitiert – und ihn, wie ich finde, heute (mehr denn je) bitter nötig hat.