Robert Steinhauser, Vice President of Sales Transport Technology bei der Goldhofer AG.
»Das »PST/SL-ES 285« ist das stärkste Schwerlast-Modul, dass bislang entwickelt wurde – es revolutioniert den Schwertransport.«
Innovation Lab
Zwischen Weltpremieren, Fahrdemonstrationen und Live-Shows gab es einen Bereich, über den ungewöhnlich viel gesprochen wurde. Dort standen nicht die größten Fahrzeuge, sondern wurde sichtbar, wie Innovation bei Goldhofer entsteht. Das Innovation Lab war laut Goldhofer »bewusst kein Produktkatalog in Messeform«. Wer den Bereich betrat, durchlief vielmehr eine Reise durch unterschiedliche Reifegrade einer Ideenschmiede: von ersten Konzepten über Entwicklungsprojekte bis hin zu Technologien, die bereits ihren Weg in Produkte gefunden haben. Das Innovation Lab folgte dem Anspruch, Innovationsfähigkeit sichtbar zu machen: Besucher sollten verstehen, wie Goldhofer aus einer Idee eine marktreife Lösung entwickelt und dem Kunden zuhört. Zu sehen waren u. a. Digital-Twin-Konzepte, neue Plattform-Architekturen, Datenlösungen, Simulationswerkzeuge sowie Ansätze zur weiteren Vernetzung von Fahrzeugen und Systemen. Manche Konzepte waren bereits kurz vor der Marktreife. Andere befinden sich noch in einem frühen Stadium.
Neue Weiterentwicklungen
Zwischen den Premieren wurde ebenso die Weiterentwicklungsarbeit von Goldhofer ersichtlich: Die »FT Series« etwa ist längst im Markt etabliert. Entwickelt als immer weiter wachsendes Baukastensystem, welches sich unterschiedlichen Transportanforderungen anpassen kann, wurden nun die neuesten Erweiterungen vorgestellt: Neue Sonderfahrwerke mit Baggerstielmulde für die größten Baumaschinen über flexible Einachs-Fahrwerke für noch höhere Anpassbarkeit an die Einsatzsituation bis hin zu den neuen Split-Fahrwerken. Basierend auf der umfangreichen Grundkonfiguration von Rahmenbreite, Biegemoment, Achszahl, Bereifung und Zubehör lassen sich so individuelle Anforderungen noch besser realisieren. Der Gedanke dahinter ist einfach: Nicht der Kunde soll seine Anwendungen an ein Fahrzeug anpassen. Das System soll sich an die Aufgaben des Kunden anpassen.
Auch der neue »Stepstar MPA« mit Einzelradaufhängung als Erweiterung der nachlauf- und zwangsgelenkten Varianten sorgte für intensive Diskussionen. Die Gründe dafür liegen vor allem in einer Kombination von Eigenschaften, die im Alltag vieler Transporteure enorme Auswirkungen haben können: extrem niedrige Fahrhöhe von 790 mm aufgrund der hauseigenen »CargoPlus«-Bereifung, bis zu 12 t Achslast, hohe Wendigkeit durch ±60°-Lenkeinschlag und die bereits bekannte Optimierung von Eigengewicht und Nutzlast der »Starline«. Gerade bei hohen und voluminösen Ladungen im Speditionsalltag entstehen daraus Vorteile, die sich unmittelbar auf Genehmigungen, Streckenauswahl und Wirtschaftlichkeit auswirken.
Innovation Days – ein Fazit
Zwölf Jahre Warten – zwei Tage Ausnahmezustand. »Das Wichtigste war für uns, nicht einfach eine Veranstaltung zu organisieren, sondern einen echten Mehrwert zu schaffen und unseren Kunden zu präsentieren. Die vielen Gespräche auf dem Gelände, die Diskussionen an den Fahrzeugen und die Begeisterung für neue Ideen zeigen, dass genau das gelungen ist: Innovation entsteht nicht hinter verschlossenen Türen, sie entsteht dort, wo Menschen bereit sind, Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Genau dafür stehen die Innovation Days. Innovationsführerschaft und konsequente Ausrichtung auf unsere Kunden ist und bleibt die DNA von Goldhofer«, so Matthias Ruppel, CEO der Goldhofer AG. Schlussendlich konnte das Unternehmen mit seinen Innovation Days stark punkten: Die vorgestellten Lösungen dürften für große Aufmerksamkeit am Markt sorgen – gleichwohl hat Goldhofer aber thematisiert, dass die Branche vor tiefgreifenden Veränderungen steht und sich angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen sowie gestiegener Anforderungen und der Erwartung an effizientere Transporte anpassen muss. Wichtig sei daher, innovativ zu bleiben, dem Markt aufmerksam zuzuhören und die Entwicklerschmiede nicht ruhen zu lassen.