Geoplan GmbH Die Steinexpo – eine Erfolgsgeschichte

Tatsache ist, dass Europas größte Steinbruch-Demo-Messe erneut abgeliefert hat. Die Steinexpo trumpfte mit spektakulären Exponaten, einem Besucher- und Ausstellerplus sowie einer gewohnt eindrucksvollen Basalt-Kulisse auf. Laut Messe waren insgesamt 62 965 Fachbesucher vor Ort – sowohl der Veranstalter als auch die Aussteller sprachen von einem großen Veranstaltungserfolg. Und genau das kann die bauMAGAZIN-Redaktion bestätigen: Die Steinexpo hat wichtige Impulse gegeben und konnte erneut mit großer Tragweite punkten.

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Von: Dan Windhorst

Zur Einordnung: Die Steinexpo zählt seit vielen Jahren zu den wichtigsten Events der Branche. Zurückzuführen ist das in erster Linie auf das Messekonzept: Echte Maschinen zeigen ihr Können unter realistischen Einsatzbedingungen in einem gigantischen Basalt-Steinbruch. Untermauert wird dieses Alleinstellungsmerkmal durch die Tatsache, dass die Branche alle drei Jahre wieder am Steinexpo-Fieber »erkrankt«. Man will sie schlichtweg nicht missen und weiß, dass die Stein­expo zu jenen Messen zählt, auf denen sich die Branche genau so zeigen kann, wie sie tatsächlich ist – ungeschminkt und ehrlich. Gleichzeitig, und das muss der Wahrheit halber erwähnt werden, profitiert die Expo vor allem von Ausstellern, die einen fast wahnwitzig großen Aufwand betreiben, um ihre haushohen 50-Tonner in einen abgelegenen Steinbruch zu schleppen. Kurzum: Was die Steinexpo bietet, finden wir sonst nirgendwo. Aber wie so oft, und das deutet sich bereits in der Headline an, schreibt sich auch die Erfolgsgeschichte der Steinexpo nicht von selbst.

»Brauchen noch mehr Action«

Der Veranstalter erhielt viel Lob für die nunmehr zwölfte Ausgabe der Steinexpo. Neben erneut ­hohen Besucherzahlen konnte die Messe mit einer gut austarierten Ausstellerliste punkten. Gleichwohl war mancherorts aber auch leise Kritik zu vernehmen – und zwar konstruktive. Bemängelt wurde, dass »zu wenig bewegt« und damit weniger gehalten wurde, als versprochen war. Im ersten Moment leuchtet das der Redaktion aber nicht ein.

Immerhin fanden auch dieses Mal wieder regelmäßige Vorführungen in der Live-Arena auf der unteren Ebene statt – und die waren, trotz so manchem Wetterumschwung, gut besucht. In Kritik geriet aber wohl vielmehr die »gähnende Langeweile« auf den einzelnen Ständen. »Keiner hat eine so tolle Kulisse wie die Steinexpo – es werden riesige Bagger, Radlader und Muldenkipper gezeigt, die wir nirgends sonst zu Gesicht bekämen. Und obwohl das so ist, bewegen die meisten nicht mal ihren Baggerarm«, wie diverse Fachbesucher und Aussteller, die an dieser Stelle anonym bleiben möchten, vor Ort kritisierten. Die Rede war davon, dass das Live-Demo-Potenzial trotz gezeigter Action unter seinen Möglichkeiten blieb. Aber genau hier gibt es einen Haken: Zum einen findet die Steinexpo im laufenden Betrieb statt, weshalb nicht nach Lust und Laune rangiert, gebaggert und gehämmert werden kann, ohne dem Steinbruchbetreiber, anderen Ausstellern oder der Messeleitung in die Quere zu kommen. Zum anderen birgt jede Live-Vorführung immer auch Risiken: Umgeben von tonnenschwerem Basaltgestein auf meterhohen Ebenen würden weitere Live-Demonstration ein zu hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Zwar wäre es sicherlich wünschenswert, dass sich der eine oder andere Hydraulikhammer durch das Gestein beißt, während die Sieb- und Brechanlagen den Messeboden zum Zittern bringen. Aber das Ende vom Lied bleibt, dass auch die Steinexpo an Richtlinien gebunden ist. Für die Zukunft dürfte es trotzdem ein Denkanstoß sein, den Ausstellern hier und da etwas mehr »Gestaltungsfreiraum« zu gönnen, um das eine oder andere »Baggerärmchen« schwingen und so manchen Löffel buddeln zu lassen.

Ein vielschichtiges Portfolio

Was die Steinexpo wieder in den Mittelpunkt rückte, war Vielfalt. Auf der gigantischen Ausstellungsfläche von rund 185 000 m2 zeigten die insgesamt 328 Aussteller, was sie aktuell im Köcher haben. Und am publikumswirksamsten war, wie sollte es auch anders sein, vor allem tonnenschwerer Stahl: Hersteller wie Komatsu, Liebherr, Caterpillar, Kobelco, Hitachi, Develon sowie Liu Gong, John Deere, Volvo, Sany und XCMG zeigten Großgeräte aus dem Bagger-, Radlader- und Muldenkipper-Segment. Hinzu kamen Maschinen und Anlagen von Sennebogen, Wirtgen, Kleemann, Rockster, SBM Mineral Processing, McCloskey, Vermeer und Keestrack, die viele Besucher anzogen. Gleichzeitig, und auch das ist ein großer Pluspunkt der Steinexpo, wurde erneut viel Fläche für digitale Tools geboten – das reichte von Flottenmanagementlösungen über integrierbare Wiegetechnik, neueste Assistenzsysteme bis hin zu Fernsteuerungs- und Überwachungs­einheiten. Viel Aufmerksamkeit erhielten im Übrigen die Anbaugerätehersteller: Mit FRD, HS-Schoch, Hydraram, Kemroc, MBI, Dappen, FAE und VeRotool, um nur einige zu nennen, waren große Namen vertreten, um Hydraulikhämmer, Löffel, Schaufeln, Abbruchgeräte, Anbaufräsen, Spezialwerkzeug, Schneidtechnik und Verschleißteile aufzuzeigen.

Verschleißteile für die Branche

Und Letzteres ist das Stichwort: Getreu dem Motto »Dem Verschleiß die Zähne zeigen« hat VeRotool neue Zähne- und Zahnsysteme für Bagger und Lader sowie zahlreiche andere Verschleiß- und Verschleißschutzteile vorgestellt. Auffällig ist, dass der Hersteller individuelle Lösungen in der Bearbeitung von hochverschleißfesten Stählen aufbieten kann – und das von der Serien- bis zur Einzelfertigung. Hinzu kommt die hauseigene Reparatur von Anbaugeräten, was den Lebenszyklus der Geräte deutlich verlängert und das Arbeiten trotz hohem Verschleiß innerhalb der Bau-, Gewinnungs-, Recycling- und Abbruchbranche weit kosteneffizienter gestaltet.

Smarte Sicherheitsfeatures

Ganz oben auf der Liste standen im Übrigen neue Sicherheitslösungen. Gerade in der Gewinnung, im Abbruch und im Recycling wird mit wahren Stahlkolossen hantiert. Am Stand von Develon durfte das bauMAGAZIN beispielsweise in den 37 t schweren Raupenbagger »DX360-9« steigen, um sich mit »Smart AVM« vertraut zu machen. Das System wurde entwickelt, um eine vollständige Rundumsicht zu gewährleisten. Hinzu kam »E-Stop«, ein KI-gestütztes System, das Personen und Objekte ab einer Entfernung von 10 m erkennt, visuell und akustisch warnt und alle Bewegungen stoppt, sobald die Maschine einen Abstand von 4 m unterschreitet. Gleichzeitig hat Develon die Gelegenheit genutzt, um mit seinem Mobilbagger »DX160WE-7K« auf seine Elektrosparte hinzuweisen: Der 16,8 t schwere Allrounder soll elektrische Power für Einsätze von bis zu zehn Stunden ermöglichen. Hinzu kam der Publikumsmagnet, der knickgelenkte 6x6-Muldenkipper des Typs »DA30-7«, der für Robustheit und Vielseitigkeit steht – auch dieser, so Develon, profitiere von neuen Sicherheitsfeatures, guter Übersicht und einfacher Handhabung.

Zwischen Bagger und Kipper

Das bauMAGAZIN warf im Übrigen auch einen Blick auf das Portfolio von Liebherr. Der ­Baumaschinenhersteller war mit einer 50 t schweren Weltpremiere, dem Raupenbagger »R 952 G8«, angereist, der mit einer neuen »emCAB«-Kabine sowie »Intusi«-Bedienung ausgestattet wurde. Vertreten waren insgesamt acht Exponate, darunter Muldenkipper und »X-Power«-Radlader wie der »L580«, der in der Live-Demo-Arena begutachtet werden konnte. Dort zeigte Liebherr allerdings auch seine leistungsstarke Planierraupe »PR 756 Litronic«: Dieses Stahlmonster der nunmehr achten Generation gilt als extrem leistungsstark und hat bei den Fachbesuchern offenbar großen Eindruck hinterlassen.


Großbagger im Steinbruch

Nicht zu übersehen war übrigens Kobelco: Klug positioniert, empfang der japanische Baumaschinenhersteller die Steinexpo-Besucher mit seinem über 50 t schweren und mit 24,7-m-Longfront ausgestatteten Abbruchbagger »SK400DLC-11E«. Die Brücke zur Gewinnung schlug hingegen der »SK850LC-11«: Der Gigant mit 382 kW Leistung und, je nach Ausrüstung, deutlich über 80 t Betriebsgewicht gilt als schwerster konventioneller Bagger des Herstellers. Auf der Messe war die Maschine mit einem 6,6 t schweren Anbauhammer von FRD Furukawa ausgestattet, der insbesondere mit hohen Losbrech- und Reißkräften von 432 und 351 kN punkten kann. Aber Kobelco kann auch kleiner: Mit dem »SK10SR-2E« zeigte man einen echten Show-Stopper und unterstrich, dass die Japaner mit Vielseitigkeit in ihrem aktuelle Kettenbagger-Programm auftrumpfen können – mit Modellen, die von 1 bis 140 t Betriebsgewicht reichen.

Stationär und mobil unterwegs

Im Segment der stationären und mobilen Aufbereitung fiel SBM Mineral Processing auf: Der Hersteller war mit einem mobilen Prallbrecher des Typs »Remax 300 Max« sowie einer stationären Einheit, dem Horizontal-Prallbrecher »RHS 13/164«, angereist und hat gleichzeitig seine mobile Mischanlage »Euromix 1600 Nova« vorgestellt. »Die ­Entscheidung, auch unsere mobile Beton-Technologie in Nieder-Ofleiden zu präsentieren, hat sich ausgezahlt,« resümiert Ernst Stöttinger, SBM-Vertriebsleiter Betontechnik.

Großgerät und Premieren

Als deutscher Händler für den größten Baumaschinenhersteller der Welt hatte Zeppelin wahrlich Großes im Gepäck: Zur Steinexpo fuhr man mit dem Muldenkipper »775-08 Kinetic« die nächste Generation auf – hinzu kam ein eindrucksvoller Großbagger des Typs »395 FS« mit Hochlöffel, der als wahres Kraftpaket der Gewinnungsbranche gilt. Viel Aufmerksamkeit erhielten Zeppelin und Caterpillar allerdings auch durch den Radlader »966XE«, der mit »Cat Command« ausgestattet wurde und so das ferngesteuerte Arbeiten widerspiegelte. Ebenfalls vertreten waren der dieselelektrisch angetriebene Radlader »988 XE«, der knickgelenkte Dumper »730 Next Gen« und der »950 GC Electric«, ein elektrischer Radlader für den Materialumschlag.

Gesamtlösung in den Fokus gerückt

Moderne Aufbereitungstechnik stand auch bei Christophel und Kölsch im Mittelpunkt: Die beiden Spezialisten für Brechen, Sieben und Fördern stellten mit dem »Powerscreen Premiertrak 600 XL« die neue Generation an leistungsstarken Vorbrechern aus. Hinzu kam die »Warrior 2100«, die für robuste Schwerlastsiebung steht und sich aufgrund einer Drei-Wellen-Technik flexibel auf unterschiedliche Materialien einstellen kann. Ebenfalls vertreten war der Prallbrecher »RM 100X« von ­Rubble Master, der Brechen, Nachsiebung, Windsichter und Überkornrückführung miteinander verbindet. Die Fachbesucher durften außerdem einen Blick auf das Haldenband »CT80«, den Prallbrecher »Dynarox I-120« von Hazemag und die transportfreundliche Sieblösung »Portafill MR-5X« werfen.

Viel Stahl und smarte Technik

Ein Muss auf jeder Steinexpo ist erfahrungsgemäß der Messeauftritt von Komatsu – und das nicht nur allein wegen der stählernen Giganten. Ein zentraler Aspekt des Baumaschinenherstellers war es, auf die digitalen Lösungen aufmerksam zu machen, darunter vernetzte Systeme für Flottenmanagement, Vermessung und Datenanalyse – u. a. in Kooperation mit dxbau solutions. Quasi fabrikneu ausgestellt war der neue knickgelenkte Dumper »HM460-6«: Dieser bis zu 74,9 t schwere Muldenkipper gilt als echtes Arbeitstier in der Gewinnung und kann neben einer Nenn-Nutzlast von 42 t eine Motorleistung von 396 kW aufbringen. Auf der Steinexpo zeigte Komatsu außerdem den Radlader »WA485-11«, die Planierraupe »D71PXi-24« sowie den schweren Kettenbagger »PC950LC-11« im harten Praxiseinsatz. Letzterer ist ein Vertreter der 95-t-Klasse und hat mit einem Löffelvolumen von 6,5 m3 sowie 405 kW Leistung überrascht. Eine noch größere Bandbreite an Exponaten erhielten die Fachbesucher dadurch, dass sowohl Kuhn Baumaschinen als auch Schlüter als Mitaussteller am Komatsu-Stand vertreten waren.

Elektrifizierung vorantreiben

Noch am Vorabend des Messestarts war das bauMAGAZIN am Stand von Liu Gong. Der chinesische Hersteller war mit insgesamt neun Exponaten nach Nieder-Ofleiden gereist und hatte gleichzeitig ambitionierte Ziele im Gepäck. In den kommenden Jahren möchte Liu Gong seine Marktposition in Deutschland deutlich ausbauen. Helfen soll hierbei insbesondere das Know-how in der Elektro-Technologie. Zu den Highlights zählten der elektrische Muldenkipper »DR50CE« und der elektrische Motorgrader »4280DE«. Der vollelektrische »DR50CE« bietet 50 t Nutzlast und eine Spitzenleistung bis zu 1 200 kW für anspruchsvolle Einsätze im Bergbau, Tunnelbau und im Steinbruch. Zudem baut LiuGong das Segment an batteriebetriebenen Radladern weiter aus. Der 41-t-Radlader »8110TE« stellt das Flaggschiff dar, während der »870HE« und der »848TE« ein breiteres Spektrum abdecken sollen.

Die Steinexpo – ein Fazit

In der offiziellen Pressekonferenz der Steinexpo war bereits am Eröffnungstag spürbar, dass die Steinbruch-Messe nicht nur nach außen hin ein Mammut-Projekt darstellt. Der Aufwand, fernab jeglicher Infrastruktur eine Großmesse zu veranstalten, ist gewaltig. Hinzu kommt, dass die Ausstellungsfläche alle drei Jahre von Neuem aus dem Basalt-Boden gestampft wird – der Steinbruchbetreiber muss in Absprache mit dem Veranstalter und den Behörden bereits viele Monate im Voraus die notwendigen Ebenen freiräumen, neue Zugänge schaffen und sich minutiös darum bemühen, hohe Sicherheit für die Aussteller und Fachbesucher zu garantieren. Das verlangt nach Wertschätzung. Schlussendlich konnte die Steinexpo mit Vielfalt, starken Exponaten und guter Laune überzeugen. Die nächste Ausgabe der Messe soll laut Veranstalter vom 29. August bis 1. September 2029 erneut im MHI-Steinbruch stattfinden.

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