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Ford Trucks: Mit dem F-Max in Deutschland durchstarten

Als einer der ältesten deutschen Vertragspartner von Ford lud die Stegmeiergroup in ein denkmalgeschütztes Flug-Hangar nach Crailsheim (Baden-Württemberg), um die neue Zugmaschine F-Max erstmals in Deutschland vorzustellen. Auch die bauMAGAZIN-Redaktion hat sich zu diesem Anlass auf den Weg gemacht, um den Lkw genauer unter die Lupe zu nehmen und die feierlich inszenierte Vertragsunterschrift zwischen Ford Otosan, Ford Trucks, der Stegmaiergroup sowie F-Trucks Deutschland zu begleiten.

Von Dan Windhorst

Mit Stegmaier hat Ford Trucks einen Partner in Deutschland gefunden, der bereits im Jahr 1927 als kleine Kfz-Werkstatt gegründet wurde und heute als international tätige Gruppe mit insgesamt 21 Unternehmen und 400 Mitarbeitern agiert. Am Stammsitz in Crailsheim sollen künftig sämtliche Services im Bereich Wartung, Reparatur, Karosserie- und Fahrzeugbau sowie Spezialanfertigungen für Ford Trucks abgewickelt werden. »Durch unsere langjährige Erfahrung und Kompetenz im Bereich Dienstleistungen, Reparatur und Wartung bieten wir mit unserem internationalen Netzwerk ideale Voraussetzungen für einen schnellen Aufbau der Ford-Nutzfahrzeuge-Organisation in Deutschland«, so Alex Kröper, Gesellschafter und Geschäftsführer der F-Trucks Deutschland GmbH.

Den Standort Deutschland betrachtet Dave Johnston, stellvertretender Geschäftsführer von Ford Otosan, als Schlüsselmarkt in den globalen Expansionsplänen von Ford Trucks: »Trotz der noch immer anhaltenden Covid-19-Pandemie richten wir weiterhin neue Vertriebspartnerschaften ein. Als weltweites Produktionszentrum für schwere Nutzfahrzeuge von Ford freuen wir uns, mit den Fahrzeugen, die wir in der Türkei entwickeln und herstellen, eine Vorreiterrolle einzunehmen.« Der F-Max, so Dave Johnston weiter, sei ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie weit man bei Ford in Sachen Produktion, Design, Technologie und Fahrzeugentwicklung gekommen sei.

Ein Kraftpaket mit optimiertem Verbrauch

Verbaut ist im neuen F-Max ein 500 PS starker E6-Ecotorq-Motor mit adaptivem Antriebsstrang, der mit Kraftstoffeffizienz und einem maximalen Drehmoment von 2 500 Nm punkten soll. Der Motor ist zudem mit der Euro-6d-Abgasnorm konform. Verschiedene Fahrmodi wie »Eco« und »Power« sollen zur Optimierung des Kraftstoffverbrauchs beitragen. Hinzu kommen ein Lüfterrad mit Visko-Kupplung, ein Turbolader mit variabler Geometrie sowie 400 kW an Motorbremsleistung. Grundsätzlich verfügt der F-Max über ein Leergewicht von 7 379 kg bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 t – das zulässige Gesamtzuggewicht beträgt wiederum 42 t. Die Nutzlast beziffert der Hersteller auf 10 621 kg.


Das hauseigene System ConnecTruck hingegen soll einen effizienteren Geschäftsablauf unterstützen: Durch die FMS-Integrationskompatibilität mit Connec­Truck soll der Betrieb effizienter werden – aufgrund OTA-Updates und Ferndiagnosen, so der Hersteller, ließen sich zudem die Standzeiten verringern. Ausgestattet ist der F-Max in der Standardversion mit einer komfortablen Fahrerkabine, übersichtlich gestalteten Bordelementen, klappbarem oberem Schlafplatz, Achslastanzeige, ESP, ASR, sowie Spurhalte- und Notbremsassistent. Dazu kommen zahlreiche optionale Extras.

Klare Mission für den deutschen Markt

»Unsere Vision ist es, echte Werte zu schaffen – und das in mittlerweile 45 Ländern bei mehr als 60 Jahren an Produktion«, erläuterte Dave Johnston. »Dazu kommt, dass wir uns klare Ziele im Bereich des Umweltschutzes gesteckt haben: Bis 2040 soll das Zero-Emission-Ziel erreicht sein.« Zu den weltweiten Geschäftsaktivitäten urteilt Dave Johnston: »Wir werden unsere Aktivitäten vervielfachen: Derzeit sind wir in insgesamt 45 Ländern mit Händlern aktiv – bis 2024 sollen es rund 55 Länder sein.« Özenç Kirandi, Managing Director D-A-CH-Region bei Ford Trucks, ergänzte: »Erklärtes Ziel für den deutschen Markt muss es an dieser Stelle sein, den Aftersales zu stärken und einen exzellenten Service anzubieten, um Stillstandzeiten zu minimieren.«

Gleichwohl sind sich alle Beteiligten bei Ford Trucks sowie dem deutschen Händler darüber im klaren, welchem Markt sie dabei begegnen wollen: Der Nutzfahrzeugsektor in Deutschland ist besonders hart umkämpft, bietet gleichzeitig aber auch mit den richtigen Produkten und Serviceangeboten ein gewaltiges Potenzial. Emrah Duman, Direktor International Markets bei Ford Trucks, stellte klar: »Das wichtigste Argument, um mit Ford-Trucks in Deutschland erfolgreich zu sein, ist die Kombination aus unserem leistungsstarken F-Max und dem Stegmaier-Team: Zum anderen wissen wir durchaus von der starken Konkurrenz, aber wir genießen volles Vertrauen von Ford. Wir arbeiten hart daran, gerade am deutschen Markt erfolgreich zu sein. Und nach den ersten Erfahrungen mit dem F-Max hält das Fahrzeug deutlich, was es verspricht.«

Marktanteile von drei bis fünf Prozent

Sowohl Ford Trucks als auch die Stegmaiergroup wollen dennoch organisch und profitabel wachsen – Stand heute mit einer klaren Ein-Fahrzeug-Strategie. Vorerst soll der F-Max demnach allein im Mittelpunkt stehen. Angedeutet wurde im Rahmen der Präsentation aber auch, dass es auf lange Sicht das Ziel sei, das Portfolio um Varianten für den Bausektor zu erweitern. Erwartungen, was den derzeitigen Marktanteil betrifft, rechnet man seitens Ford Trucks derzeit mit 3 % bis 5 %. Gut gewappnet sieht sich die Stegmaier-Familie für die Zielsetzung: Geführt wird das Unternehmen in vierter Generation und soll bereits jetzt durch die jungen Nachfolger Jan Plieninger, Alex Kröper und Marc Stegmaier als Gesellschafter und Geschäftsführer bei F-Trucks Deutschland zukunftsfähig aufgestellt werden.    d

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