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EVS Hydrogen Diesel raus – Wasserstoff rein?!

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: EVS Hydrogen

Die Klimaschutzziele geben die vollständige Reduktion von CO₂-Emissionen der automotiven Industrie bis zum Jahr 2050 vor. Ob sich die gesteckten Ziele mit batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen erreichen lassen, ist aufgrund der großen Anwendungsfelder nicht abschätzbar. Als Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung im Bereich der Wasserstoff-Verbrennungsmotorentechnik stellt das bayerische Unternehmen EVS Hydrogen ein vielseitig einsetzbares Antriebskonzept vor, das flexibel in allen Bereichen der modernen Industrie Einsatz finden soll.

Neben der Automobilindustrie, die meist die Entwicklungrichtung vorgibt, stehen ebenso Märkte wie die Baubranche, Spezialfahrzeuge oder Offroad-Anwendungen vor großen Herausforderungen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Gesucht werden hier auch Lösungen, die das bestehende Antriebskonzept des Verbrennungsmotors weiter nutzen, den emissionslosen Betrieb aber ohne Einschränkungen ermöglichen. Wasserstoff gilt als ein unverzichtbarer Baustein für eine erfolgreiche Energie- und Antriebswende. Das Technologie- und Ingenieurbüro EVS Hydrogen stellt seine Wasserstoff-Verbrennungstechnologielösung als praktische Alternative zu H₂-Brennstoffzellen- und Elektroantrieben für Offroad-Anwendungen auf der Bauma vor.

Der Einsatz des Wasserstoffmotors biete sich in Antrieben an, in denen der Betrieb von Brennstoffzellen keinen Sinn mache, wie das Entwickler-Team aus der Nähe von Passau betont. Die eigene Technologie lasse sich vollständig in bestehende Antriebssysteme integrieren.

Wasserstoff statt Brennstoffzelle und Strom

Die Antriebstechnik im Offroad-Bereich basiert auf rotierenden Antrieben für Hydraulik- oder direkt betriebenen Maschinen. Somit muss ein neues Motorensystem dem eines bestehenden Systems (wie dem Dieselmotor) entsprechen.


Eine Brennstoffzelle zeige aber laut EVS Hydrogen neben ihren innovativen Vorteilen auch massive Nachteile. Besonders im Baumaschinen- und Offroad-Bereich stoße ihre Nutzung schnell an ihre Grenzen. Als Faktoren nennen die Entwickler hohe Kosten für die Rohmaterialien, den Umbau von Konstruktionskonzepten oder die fehlende Verlässlichkeit bei Anwendungen abseits der Straße. Die Wasserstoffverbrennung hingegen löse die Brennstoffzellenproblematik aufgrund der Reinheitsanforderungen an Luft und Wasserstoff im Offroad-Bereich.

Durch die Unabhängigkeit von Ladestrukturen verspricht der Einsatz von Wasserstofftechnik laut EVS ebenso Unabhängigkeitsvorteile gegenüber batterieelektrischen Antrieben. Es gäbe zwar Anwendungsbereiche, in denen batterieelektrische Antriebssysteme eine sinnvolle Lösung darstellen. In diesen Bereichen seien aber oft noch die Standzeit der Batterien und Kosten ein großes Thema.

Einfach nachzurüsten bzw. zu integrieren

EVS Hydrogen hat sich das Ziel gesetzt, ein emissionsfreies, zukunftsorientiertes Antriebssystem als einfach nachrüstbare bzw. integrierbare Motorapplikation mit Wasserstoff für alle Bereiche der modernen Industrie zu schaffen.

Dank einer robusten und einfachen Bauweise mit wenigen Motorkomponenten und einem drehmomentgeregelten Betriebsverhalten ähnlich einem konventionellen Dieselmotor eigne sich der H2-Verbrennungsmotor laut Entwickler ideal für den Einsatz in der Bauindustrie. EVS Hydrogen greift für die emissionslose Verbrennung von Wasserstoff nicht auf das Hubkolbenprinzip zurück, sondern hat sich für ein rotierendes Motorprinzip entschieden.

Die Hybridbauweise des Motors mit Elektro- und Verbrennungsmotor bildet eine Einheit, um einen elektrifizierten und emissionsfreien Betrieb zu ermöglichen. Für batterieelektrische Antriebssysteme eignet sich der Motor laut Anbieter beispielsweise als mobiles Ladegerät oder als »Range Extender« mit Wasserstoff.    t

Zahlen

Wasserstoff-Verbrennungsmotor      
Abmessungen: 300 mm × 350 mm × 440 mm    
Gewicht: 30 kg – 75 kg    
Leistung: 10 kW    
Skalierbarer Leistungsbereich: 5 kW bis 100 kW    
Wasserstoffqualität: Keine Anforderung    
Ausgangsspannungen: 48 V, 120 V DC oder 400 V AC (weitere möglich)    

Unternehmen

Das Entwickler-Team von EVS Hydrogen in Untergriesbach bei Passau hat sich zum Ziel gesetzt, eine emissionslose Technologie zu entwickeln, die bekannten Lösungen der automotiven Industrie ähnlich ist, dabei aber auf den Energieträger Wasserstoff setzt. Das Ergebnis aus langer Forschung und Entwicklung im Bereich der Wasserstoff-Verbrennungsmotoren ist laut Anbieter ein vielseitiges Konzept, das in allen Industriebereichen Einsatz finden soll.