Verkehrswegebau – Tiefbau

»Die Bauma war für Liebherr ein voller Erfolg«

Von Michael Wulf

Im bau­MAGAZIN-Gespräch betonten zudem Gerold Dobler (Unternehmenskommunikation Liebherr-International), Alexander Katrycz (Marketingleiter Liebherr-Werk Telfs) und Martin Koller (Marketing und Public Relations Liebherr-Werk Bischofshofen), dass bei der Entwicklung der jetzt neu vorgestellten Maschinen nicht alleine nur der Produktivitätsgewinn im Vordergrund gestanden sei, sondern die Themen Sicherheit, Robustheit oder Kraftstoff­effizienz eine ebenso große Rolle gespielt hätten.

Beispielsweise sei bei der Entwicklung der neuen mittleren Radlader-Reihe mit den Modellen L526, L538 und L 546 »die Investition in die Robustheit der Maschinen die Leitlinie gewesen«, so Katrycz und Holler, denn diese Radlader sollen künftig verstärkt im Industriebereich eingesetzt werden. So verbaut Liebherr größere Achsen und verstärkt die Stahlkonstruktionen, um die Robustheit und Langlebigkeit sowie die Standfestigkeit dieser Radlader weiter zu steigern. Die Achsen verfügen über automatisch wirkende Selbstsperrdifferenziale, die auch auf unwegsamem Terrain für höchste Traktion sorgen. Zudem haben die Entwickler das Interieur der Kabine ganzheitlich überarbeitet.

 Mit unserem Bauma-Auftritt konnten wir erneut unsere Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und technologische Vielfalt einem sehr großen internationalen Fachpublikum präsentieren.«

Stefan Heissler,

Mitglied des Direktoriums der Firmengruppe Liebherr





»Effizient und vielseitig«

Liebherr habe die neuen Modelle L 526, L 538 und L 546 mit Blick auf die aktuellen Anforderungen des Marktes entwickelt, sagten Katrycz und Holler. Der bewährte und effiziente hydrostatische Fahrantrieb überzeuge wie gehabt mit Kraftstoffeinsparungen von bis zu 25 % im Vergleich zu Radladern derselben Größenklasse. Um die Einsatzvielfalt zu erweitern, bietet Liebherr zahlreiche einsatzspezifische Lösungen. So können Kunden bei diesen Modellen zwischen Z-Kinematik für Standardeinsätze und Parallel-Kinematik für Industrieeinsätze wählen. »Die neuen Allround-Radlader sind somit besonders effizient und vielseitig im Einsatz«, so ­Katrycz und Holler. Die auf der Bauma präsentierten Modelle L526 und L546 haben in der Standardausführung Kipplasten von 7 700 kg bzw. 10 500 kg und Schaufelgrößen von 2,1 m³ bzw. 2,8 m³.




PR 716 komplettiert Raupen-Reihe

Weltpremiere feierte auf der Bauma auch die PR 716 Litronic, mit der Liebherr die Baureihe seiner Planierraupen-Generation 6 erweitert. Diese umfasst nun insgesamt sechs Modelle mit Einsatzgewichten von 13 t bis über 73 t. Das Nachfolger­modell der erfolgreichen PR 714 hat ein Einsatzgewicht von 13 200 kg bis 15 200 kg und eine Motorleistung von 93 kW/126 PS. Die PR 716 wird von einem 4-Zylinder-Dieselmotor angetrieben, mit dem die Emissionsrichtlinien der Stufe IV/Tier 4 final erfüllt werden. Um die geforderten Emissions- und Verbrauchsziele zu erfüllen, wurde der gesamte Verbrennungsprozess optimiert, und die Partikel wurden bereits innermotorisch auf ein Minimum reduziert. Zur Vereinfachung des Systems und zur Optimierung der Abgasnachbehandlung setzt Liebherr auch bei der PR 716 auf selektive katalytische Reduktion (SCR-Technologie). Dies macht den Einsatz eines Diesel-Partikelfilters überflüssig und reduziert damit den Wartungsaufwand für den Kunden. Die hocheffiziente Verbrennung sorgt für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch.

Wie alle Raupen der »Generation 6« verfügt auch die neue PR 716 Litronic über eine elektronisch geregelte Fahrsteuerung mit integrierter Eco-Funktion. Diese bietet die Wahl zwischen hohem Leistungsver­mögen und maximaler Wirtschaftlichkeit. Dabei sorgt die Eco-Steuerung in leichten bis mittelschweren Einsätzen für einen noch effizienteren Betrieb des Fahrantriebes. Die im schweren Schubbetrieb aktivierte proaktive Leistungsanpassung erhöht kurzzeitig die Motorleistung entsprechend dem aktuellen Bedarf. Daraus resultiert neben schnelleren Reaktionszeiten auch eine spürbare Steigerung des Leistungs- und Durchzugsvermögens. Durch den hydrostatischen Antrieb wird die Motor-Drehzahl konstant gehalten. Sämtliche Antriebskomponenten und das intelligente Liebherr-Motormanagement sind optimal auf diese Drehzahl abgestimmt, was ganz wesentlich zu einem reduzierten Kraftstoffverbrauch beiträgt.


Neuer Dieselmotor

Im Zuge der Maschinenumstellung auf die Abgasstufe IV/Tier 4 final hat Liebherr seine Hydraulikbagger weiter verbessert. Die Maschinen von der 14-t-Klasse an weisen im Vergleich zu den entsprechenden Vorgänger-Maschinen nicht nur reduzierte Stickstoffoxid- und Feinstaub-Emissionswerte auf. Zugleich bieten sie auch einen geringeren Kraftstoffverbrauch und teilweise verlängerte Wartungsintervalle. Durch die Überarbeitung der Kabine konnte zudem eine Komfortsteigerung und eine Verbesserung der Fahrersicherheit erreicht werden.

Auf der Bauma präsentierte Liebherr drei Mobil- und sechs Raupenbagger aus der neuen Baureihe, in denen ein neu entwickelter Liebherr-Dieselmotor verbaut. Bei dieser neuen Generation kommt die Liebherr-SCR Technologie zum Einsatz, die aus einem SCR-Katalysatorsystem und weiteren Komponenten wie Injektor und Adblue-Versorgung besteht. Ein Partikelfilter ist nicht notwendig, kann aber für spezielle Baustellenanforderungen zusätzlich eingebaut werden.

Das Gesamtsystem für Liebherr-Hydraulikbagger der Abgasstufe IV/Tier 4 final reduziert die Abgasemissionen effektiv und hat keine Leistungseinbußen zur Folge. Durch die Weiterentwicklung des Liebherr-Motors konnten zudem die Wartungsintervalle verlängert werden. Dies führt zu weniger Stillstandzeiten und erhöht somit die produktive Arbeitszeit der Maschinen.


Optimale Regelung durch LPE

Aufgrund des innovativen Liebherr-Power-Efficiency (LPE), das alle Powermanagement-Prozesse der neuen Liebherr-Mobilbagger optimal regelt, wird der Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert. Das pro-aktive Eingreifen in die Motorsteuerung, die Veränderung des Schwenkwinkels der Hydraulikpumpe und die Anpassung der Motordrehzahl führen zum optimalen Wirkungsgrad der Antriebskomponenten in jeder Arbeitssituation. Dies ermöglicht eine höhere Motorleistung bei niedriger Drehzahl. Die neuen Liebherr-Raupenbagger sind mit der integrierten, leistungssteigernden Baggersystemtechnik, die auf dem Positive Control-Hydrauliksystem basiert, ausgestattet.

Das gilt auch für den in München vorgestellten Raupenbagger R 936, der ein Einsatzgewicht von 30 t bis 38 t hat und dessen Motorleistung bei 170 kW/231 PS liegt. Mit seiner neuen Ausrüstung erreicht er maximale Grab- und Losbrechkräfte zur deutlichen Produktivitätssteigerung von bis zu 13 % im Vergleich zum Vorgängermodell. Ein optimiertes Hydrauliksystem mit separatem Drehwerkskreislauf sorgt für mehr Produktivität und ermöglicht eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 7 % bei einer um 10 kW erhöhten Motorleistung im Vergleich zur vorherigen Generation.


LTM 1450-8.1 sorgt für Aufsehen

Für großes Aufsehen sorgte auf der Bauma auch die Weltpremiere des Mobilkrans LTM 1450-8.1 mit 450 t maximaler Traglast. Für den Antrieb sorgt ein Achtzylinder-Dieselmotor von Liebherr mit 505 kW/687 PS und einem Drehmoment von 3 160 Nm. Der Motor erfüllt die Abgasemissionsrichtlinien Stufe IV/Tier 4 final und kann für Schwellenländer auch nach Stufe III-Richtlinien gebaut werden. Der 8-Achser hat mit 85 m den längsten Teleskopausleger weltweit, der im öffentlichen Straßenverkehr bei 12 t Achslast mitgeführt werden kann (ein ausführlicher Bericht folgt in einer der nächsten bauMAGAZIN-Ausgaben). »Das ist absolutes High-Tech-Engineering«, sagte Gerold Dobler zum LTM 1450-8.1, für den es weltweit schon 30 Aufträge gebe, zwei davon seien »spontan« auf der Bauma erteilt worden.

Nicht zuletzt deshalb fiel auch Doblers Bauma-Fazit äußerst positiv aus: »Wir haben keinerlei negative Stimmen gehört in dieser Woche. Sogar aus Märkten, die wie beispielsweise Brasilien derzeit eher schlecht laufen, haben uns Riesen-Delegation besucht.« Eines der Highlights auf dem Messestand war der Show-Kampf der Tischtennis-Nationalmannschaften der Herren aus Deutschland und Österreich. Das Match wurde nämlich in der 130-m³-Mulde des Mining-Trucks T 264 ausgetragen.

Nach oben
facebook youtube twitter rss