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Würth Elektronik ICS: Programmierbare Lösung zur Stromverteilung

Würth Elektronik ICS, Anbieter von Systemlösungen zur Stromverteilung und Steuerung von Funktionen in mobilen Maschinen und Nutzfahrzeugen, hat jüngst durch die Kombination seiner Lösungskonzepte in beiden Bereichen mit der CAN-Box 8FR6 eine kompakte und intelligente Lösung für die Stromverteilung und Funktionssteuerung entwickelt. Die CAN-Box ist umfassend programmierbar und verspricht eine Vielzahl von Diagnosemöglichkeiten. Zusammen mit dem neuen Produkt stellte Würth Elektronik ICS auch die Software-Tools WEcontrol Designer und WE Flasher vor.

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Die CAN-Box 8FR6 nutzt einen Mikroprozessor des Typs NXP 32-Bit-Cortex M4, bietet 128 KB RAM und einen 512-KB-Flash-Speicher sowie ein 2-KB-F-RAM. Die 17 cm × 14 cm × 7 cm große Box der Schutzklasse IP64 verfügt über acht Sicherungs- und Relais-Ausgänge sowie sechs High-Side-Ausgänge und wird für die Stromverteilung auf mehrere Verbraucher eingesetzt. Dazu kommen acht analoge Eingänge, vier Digital- oder Frequenzeingänge mit schaltbarem Pull-up und zwei CAN-Bus-Schnittstellen. Jeder Relais-Ausgang kann mit bis zu 15 A, jeder High-Side-Ausgang mit bis zu 2 A belastet werden. Die High-Side-Ausgänge sind PWM-fähig und können dadurch auch zum Dimmen von Beleuchtungssystemen verwendet werden.

Alle Ausgänge sind mit einer Strommessung ausgestattet. Die Relais bieten die digitale Rückmeldung jedes Ausgangs (NO/NC), wodurch eine Diagnose defekter Sicherungen oder die Überwachung des Relais-Zustands möglich ist.

Zielsetzung: Robust im Betrieb

Um zu vermeiden, dass die Temperatur innerhalb der Box über 100 °C steigt, empfiehlt der Anbieter, eine Anwendungsbegrenzung und eine Systemwarnung über CAN-Kommunikation zu programmieren. Zur Temperaturmessung sind zwei Sensoren eingebaut. Über ein M6-Versorgungselement wird der Strom auf die Relais und die elektronischen Ausgänge des Moduls verteilt. Die CPU und die elektronischen Teile der Box werden von einem Pin des 39-poligen Leavyseal-Steckverbinders versorgt. Die Trennung in der Versorgung ermöglicht die getrennte Absicherung der Strom- und Logikleitungen.

Vielseitig in der Anwendung

Die CAN-Box 8FR6 bietet breite Diagnosemöglichkeiten und kann aktiv Warn- und Wartungsmeldungen versenden. So können Aktivierungszyklen und Betriebsstunden gespeichert werden und Überblick über Fahrzeugnutzungen bieten. Die CAN-Box 8FR6 vermag zudem, die Steuerung der meisten Verbraucher wie Beleuchtungssysteme zu übernehmen, um so die Ein- und Ausgänge auf den anderen Steuergeräten für die Handhabung der Sensoren oder maschinenspezifische Aufgaben freizugeben.


Die CAN-Box soll eine Reduzierung des Kabelquerschnitts ermöglichen. Bei der Definition der geschützten Stromleitungen werden bei konventionellen Lösungen meist der Laststrom geprüft und eine Sicherung mit dem Nennwert von mindestens 25 % über dem Laststrom ausgewählt. Unter Berücksichtigung aller Parameter berechnet man dann den Kabeldurchmesser. Mit der CAN-Box 8FR6 kann das Kabel mit geringerem Puffer ausgelegt werden, da die Box an jedem Ausgang eine Strommessung bietet. Die Strommessung ermöglicht, dass beispielsweise bei einem mehr als fünf Minuten andauernden Strom von 10 % über der Normallast der überlastete Ausgang abgeschaltet wird.

Frei programmierbar

Die CAN-Box 8FR6 ist mit dem WEcontrol Designer programmierbar. Dessen Editor enthält Funktionsbausteinbibliotheken, die die Programmierung erleichtern sollen.

Durch Implementierung des UDS-Boot­loaders soll eine einfache Integration in die Software-Umgebung der Maschinenhersteller unterstützt werden. Für das UDS-Protokoll wird das WE Flasher Tool angeboten, das per CAN mit UDS kommunizieren und das CAN-Netzwerk nach der CAN-Box durchsuchen kann, um Applikationen oder Firmware-Updates aufzuspielen. Durch die freie Programmierung lässt sich die CAN-Box laut Anbieter einfach an Verbraucher oder Funktionen anpassen.     t