Aktuelles Thema des Monats Hochbau (Schalung/Gerüste/Beton)

Westag & Getalit: Sichtbeton charakterisiert Forschungszentrum

Mehr als zweieinhalb Millionen Menschen mit Herzschwäche leben in Deutschland. Die ­Erforschung der vielfältigen Ursachen, bessere Behandlungsmöglichkeiten und Strategien zur Langzeitversorgung bilden die Arbeitsgrundlage des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI). Optimale Rahmenbedingungen erhält das Zentrum durch den Bau eines neuen Forschungsgebäudes in Würzburg. ­Sichtbeton kennzeichnet das Haus, deshalb war die Wahl der optimalen Schalhaut von großer Bedeutung.

Die Architekten Nickl und Partner aus München planten und entwarfen den Zweckbau, der sich mit seiner Kubatur sensibel in die Landschaft und den Würzburger Klinikkomplex integriert. Das Bauunternehmen Riedel Bau aus Schweinfurth errichtete den Rohbau unter Verwendung von Schalungsplatten aus dem Hause Westag & Getalit. Gegliedert ist der Bau in einen Sockel mit drei Untergeschossen, dem gläsernen Eingangsbereich und dem siebenstöckigen Turm.

Als Bezugspunkt zum weißen Erscheinungsbild des Uniklinikums und den streng gegliederten Fassaden der Umgebung betont eine weiße Bandfassade die Form des Neubaus. Architektin Juditha Rudolf: »Wir planen Klinik- und Forschungsprojekte auf der gesamten Welt. Das neue Würzburger Forschungszentrum ist ein Beispiel von vielen. Das Gebäude wurde als Stahlbetonkonstruktion geplant, die Wandflächen, Deckenbereiche, Stützen und Brüstungen in SB3 und SB4 ausgeführt. Als stimmige Ergänzung des Oberflächenkonzeptes kam hell-grauer Sichtbeton zum Einsatz.«

Um optimale Sichtbetonergebnisse erzielen zu können, war die Wahl der Schalhaut von Bedeutung. Michael Hörmann von Westag & Getalit betreute die Baustelle und unterstützte das Sichtbeton-Team. »Auf der Baustelle beeinflussen letztendlich viele unterschiedliche Faktoren die Qualität des Sichtbetons. Aber die richtige Schalhaut ermöglicht bessere Ergebnisse.«


Sichtbetonteam: Gute Abstimmung

»Die Konzeption und Planung der Schalung erfolgte durch unsere Arbeitsvorbereitung und den Schalungssystemhersteller Doka nach Vorgaben der Baustelle. Unterstützung kam von den Schalhautexperten der Westag«, sagt Martin Schlereth, Oberbauleitung Riedel Bau. Es sei ein konstruktiver Dialog gewesen, »wobei wir nach Erstellung der Musterwände und im laufenden Betrieb verschiedene Parameter anpassen mussten. Die gleichlaufende Einsatzhäufigkeit der Regel- und Sonderschalungsformate hatten wir dabei im Fokus, aber das leistet die eingesetzte Betoplan Top MF in jeder Situation.«

Bei diesem Plattentyp habe die Baustelle die möglichen Wechselwirkungen besser im Griff, wie Michael Hörmann betont. »Die hohe mechanische Resistenz der Oberfläche und die Lichtbeständigkeit ermöglichen zielsicher das Erreichen der gewünschten robusten, aber matten und hellen Oberflächen.«

Wie Riedel-Polier Stephan Mahlmeister ergänzt, fertigte sein Unternehmen Foyerwände und Treppenhauskerne, insgesamt 2 500 m², vorwiegend in der Sichtbetonklasse SB 4. Die Ausführung in SB 3 umfasste Stützenschalung für repräsentative Bereiche, Treppenpodeste, 4 000 m² Deckenschalungen und 1 700 m² Brüstungen sowie Unterzüge. Der Sichtbeton wurde per Kübel eingebaut, die Massenbauteile wie Bodenplatten und Decken mit Pumpe und Rundverteilern.

Architektonische Vorhaben umgesetzt

Überwiegend und aufgrund der Bewehrungsführung entschieden sich Planer und Bauausführende für den Einsatz von grauem Sichtbeton C 35/45 mit Edelsplitt aus Basalt. Bei Beton der Klasse C 30/37 verwendete man Kies, weil der sich besser verarbeiten lässt.

Höchste Anforderungen an den Sichtbeton legten Bauherr und Architekt an die Foyerwände. Die teilweise über 3,8 m hohen Ansichtsseiten mit ihren definierten Ankerrastern waren als SB 4 ausgeschrieben. Zur Erzielung einheitlicher Flächen wurden neue Schalhäute in den ersten beiden Einsätzen zur Erstellung der SB 3-Stützwände eingesetzt und dann erst in den Fertigungsprozess der SB 4-Flächen aufgenommen. Alle architektonischen Vorgaben zum Ankerraster und zu den Fugenstößen wurden umgesetzt.

Aufgrund des extremen Betondrucks der bis zu 5 m hohen Wände wurden für die Trägerschalung Doka-Verbundschalungsträger I-tec 20 eingesetzt, deren größere Steifigkeit für eine exakte Ausführung vor allem der scharfkantigen Ecken erforderlich war.

»Teilweise mehr als 20 Einsätze verzeichneten wir mit der Betoplan Top MF. Die besten Ergebnisse lieferte sie nach dem dritten Schalhauteinsatz, wenn sich eine Ausgleichsfeuchte eingestellt hatte«, unterstreicht Polier Stephan Mahlmeister. Die Schalbeläge Betoplan Top MF wurden im geschosshohen Format 3,8 m (bis 5,2 m) x 2 m von hinten verschraubt. Die optimierten Schalungselemente konnten durch eine abgestufte Ausführung sowohl für die hohe Foyerwand, als auch für die unterschiedlich hohen EG- und OG-Wände eingesetzt werden.    §

Nach oben
facebook Instagram youtube twitter rss