Volz Consulting: Die papierlose Baustelle

Trotz innovativer Arbeitsweisen und der voranschreitenden Digitalisierung basiert der Straßenbauprozess vielfach auf dem Medium »Papier« in Form von Bauzeiten- und Einsatzplänen, Arbeitslisten, Mischgutbestellungen oder Anforderungsscheinen. Obwohl die Bauausführung im Asphaltstraßenbau inzwischen durch digitale Assistenzsysteme begleitet wird, gibt es noch ein ganz entscheidendes Papier, das bisher alle Optimierungsversuche abgewehrt hat – der Papierlieferschein. Die mit digitalen Systemen wie BPO aus dem Hause Volz Consulting erfassten Statusmeldungen wie Vollwägung und Entladung lassen sich aber nutzen, um den Papier-Anachronismus vergessen zu machen.

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Erst wird die Faktura zwischen Mischgutbetrieb und Bauunternehmen automatisiert, dann kann der Prozess mit der Auftraggeberseite harmonisiert werden. Um das prozesssicher zu gestalten, müssen alle Lieferungen digital begleitet werden. Direkt nach der Beladung wird vom Mischgutbetrieb der Datensatz des Lieferscheins in Echtzeit zum Tablet auf der Baustelle gesendet. Dort wird die Entladung per Knopfdruck und optional per Unterschrift bestätigt. Dieser Status wird in Echtzeit an die Asphaltmischanlage zurückgesendet und der akzeptierte Lieferschein an das Rechnungswesen übergeben. Seitens des Bauunternehmens können Mischgutrechnungen digital kontrolliert werden, indem die Datenbanken automa­tisiert abgeglichen werden. Automatisch wird ersichtlich, welche »Lieferscheine« beladen, eingebaut oder abgewiesen wurden.

Seit dem Jahr 2016 ist diese Prozedur in BPO mit digitaler Unterschrift auf der Baustelle verfügbar. Um eine lückenlose digitale Prozesskette sicherzustellen, ist es notwendig, sämtliche Artikel und alle Lieferungen, ab der ersten Einheit bzw. Tonne, digital zu begleiten. Dazu muss es möglich sein, automatisch und nahezu ohne Mehraufwand Mischanlage und Baustelle zu vernetzen. Diese Anforderung will Volz mit BPO Lite – für Einbauunternehmen und gleichermaßen für Mischgutbetriebe entwickelt – erfüllen. Die Lieferscheindaten werden dem Polier in Echtzeit auf dem Smart­phone zur Verfügung gestellt, der die Entladung quittieren kann.


Digitaler Lieferschein kann Mischgutproduktion optimieren

Geht es nach Volz Consulting, verspricht der digitale Lieferschein gerade für Mischanlagen viele Vorteile. Hierzu wurde für Asphaltmischanlagen ein Software-Modul entwickelt, das es ermöglicht, Serviceangebote von Mischanlagen zu vergrößern und gleichzeitig den internen Prozess zu optimieren. In einer interaktiven Schiebtafel lassen sich Produktionsaufträge aller Mischanlagen im Unternehmen darstellen. Über ein digitales Bestellsystem können auch externe Kunden Bestellungen aufgeben und Mischgutabrufe per App platzieren. Entsprechende Berechtigungs- und Statussysteme entlasten den Vertrieb und die Disposition. Für jede Mischanlage werden Aufträge separat in einem interaktiven Kalender dargestellt. Liefer­zeiten und Leistungsparameter werden berücksichtigt und fließen pro Tag in eine auftragsübergreifende Taktung sämtlicher Liefer- und Produktionsaufträge ein. Auf dieser Basis wird eine Mischsequenz erzeugt, die prognostiziert, wann auf welches Material umgestellt werden muss.

Durch die Integration von BPO Lite ist es möglich, auch für externe Kunden die Baustelle und die Logistik in Echtzeit zu vernetzen. Dadurch lässt sich das Serviceangebot erweitern und es entsteht die digitale Lieferkette, der digitale Lieferschein wird umgesetzt. Die Echtzeitdaten fließen in einem weiteren Schritt in das BPO-Logistik-Cockpit der Mischanlage zurück, das wiederum Empfehlungen zur optimalen Auslastung des Produktionsprozesses gibt.

Schnell reagieren

Die Module zur Produktionsprozessoptimierung, die auftragsübergreifende Taktung der Logistik, die digitale Produktionsplanung und die Echtzeitvernetzung externer Baustellen sind bei den NWM Nordwestdeutsche Mischwerken bereits im Einsatz: »Die BPO-Auftragsdisposition gibt uns die Möglichkeit, an allen Produktionsstätten, immer aktuell, sämtliche Mischgutbestellungen auf einen Blick zu sehen. Das erleichtert es uns, bei Kapazitätsengpässen schnell zu reagieren«, sagt Friedhelm Döbber-Rüther, Leiter Zentraldisposition NWM Nordwestdeutsche Mischwerke.    t

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