Vermeer Deutschland GmbH Minimalinvasive Bohrungen

Für Kommunen bietet das horizontale, grabenlose Bohren zahlreiche Vorteile. Alexander Kandora, Produktspezialist für Tiefbau und Leiter des HDD-Kompetenzzentrums von Vermeer Deutschland in Bestwig, erläutert: »Grundsätzlich sind Horizontalbohrungen minimalinvasiv. Es ist nicht erforderlich, die Straße aufzureißen, und zeit- sowie kostenintensive Folgearbeiten zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands entfallen.« Das öffentliche Leben wird nur geringfügig beeinträchtigt, und es entstehen lediglich geringe Kosten für Straßensperrungen sowie Verkehrsregelungen. Während der Verkehr ungehindert fließen kann, wird unterirdisch zunächst eine Pilotbohrung im Horizontalspülbohrverfahren durchgeführt. Anschließend werden die Leerrohre im Rückzug eingezogen.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Vermeer

Hierfür ist lediglich zu Beginn und am Ende der Trasse eine Grube zum Bohren bzw. Ziehen erforderlich. Laut Kandora ist zu Beginn jeder Planung grundsätzlich der wichtigste Punkt zu klären: »Bei den ersten Gesprächen mit Kunden geht es darum, wo die Bohrung stattfinden soll, bevor besprochen wird, was das Projekt beinhaltet. Die Bodenbeschaffenheit bestimmt, ob eine Jet- oder Felsbohranlage erforderlich ist.«

Aufgrund seiner 25-jährigen Erfahrung in der HDD-Branche ist der Fachspezialist häufig in der Lage, das eingesetzte Verfahren bereits auf Anhieb zu erkennen. Gelegentlich ist ein geologisches Gutachten erforderlich, um zusätzliche Informationen über die Beschaffenheit des Untergrunds zu gewinnen. Davon hängt ab, wie der Bohrkopf für die geplante Bohrung gestaltet sein soll. An dieser Stelle kommt die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter des HDD-Kompetenzzentrums von Vermeer Deutschland in Bestwig zum Tragen. Kandora erläutert ausführlich: »Die Bohrköpfe werden in sorgfältiger Handarbeit gefertigt und richten sich nach den spezifischen Anforderungen des Kundenprojekts hinsichtlich Durchmesser und Bodenbeschaffenheit.« Beim Jetbohren ist der Bohrkopf leicht abgeschrägt, wodurch eine Steuerung in die gewünschte Richtung ermöglicht wird. Beim Felsbohren wird der Rollen- oder Felsbohrmeißel an der Spitze zusätzlich durch eine Innenstange angetrieben.

Flexible Mischanlagen

Bei beiden Verfahren ist eine hohe Präzision der Bauteile und Bohrwerkzeuge im Erdreich von entscheidender Bedeutung. Ein weiterer wesentlicher Faktor für das Gelingen einer Horizontalspülbohrung ist die Bedeutung der Bohrflüssigkeitsmischanlage. Die eingespülte Bohrsuspension kann je nach Bedarf aus Wasser, Polymeren, Benetzungsmitteln, Bentonit und weiteren Zusätzen bestehen. Sie stabilisiert den Bohrkanal, verbessert die Gleitfähigkeit und sorgt für die Kühlung des Bohrwerkzeugs, wodurch größere und längere Bohrungen ermöglicht werden.


Die Bohrflüssigkeits-Mischanlagen von Vermeer sowie aus der Produktion in Bestwig stellen durchdachte Komplettlösungen dar. Sie umfassen ein Mischsystem, verschiedene Tankgrößen (variabel von 1 100 bis 20 000 l), einen Träger, ein Antriebs­aggregat, eine Umwälzdüse, Schläuche, eine Kreiselpumpe sowie Rohrleitungen. »Damit erreichen wir eine saubere, stabile Durchmischung und schaffen die Grundlage für einen erfolgreichen Bohrvorgang«, erläutert Kandora.

Früher wurden die Antriebsaggregate von Vermeer mit Dieselmotoren betrieben, heute kommen zukunftsorientierte Elektroantriebe zum Einsatz. Alexander Kandora ergänzt: »Dieser Fortschritt wird insbesondere in städtischen Gebieten sehr geschätzt. Zum einen verfügen wir über eine leise Bohranlage, zum anderen über eine geräuscharme, emissionsfreie Mischanlage sowie eine gute Beleuchtung im Mischcontainer. Darüber hinaus können die Mitarbeitenden vor Ort bei Bedarf Werkzeuge wie einen Trennschleifer anschließen.«

In Eigenregie verlegen

Insbesondere im kommunalen Bereich sind die Horizontalbohranlagen und Felsbohrgeräte von Vermeer sehr gefragt. Der Bohrspezialist erläutert: »Viele Kommunen treten heutzutage als Telekommunikationsanbieter auf und verlegen die Kabel eigenständig. Dadurch werden diese Projekte nicht mehr ausgeschrieben. Vielmehr übernehmen die Kommunen die Durchführung mit einer HDD-Bohranlage selbst, da sie auf diese Weise flexibler agieren und zudem Kosten einsparen können.«

Neben Leerrohren für Kabel werden zunehmend auch Wasserleitungen eigenständig verlegt bzw. repariert. Sowohl bei der Auswahl der geeigneten Maschine als auch bei der Inbetriebnahme stehen die Fachkräfte der Vermeer Deutschland GmbH sowie der gesamten Vermeer-Kifour Group als offizieller Händler den Anwendern unterstützend zur Verfügung. Bei der Auslieferung einer Horizontalbohranlage oder eines Felsbohrgeräts sind die Spezialisten beispielsweise drei Tage vor Ort, um die Bediener einzuweisen, Tipps zu geben, Fragen zu beantworten und die ersten Bohrungen zu begleiten. Alexander Kandora legt besonderen Wert auf diesen Aspekt: »Das gibt nicht nur dem Kunden die nötige Sicherheit, sondern auch uns, dass alles gut klappt und zum Erfolg führt.«

Breites Portfolio

Das HDD-Portfolio der Vermeer Deutschland GmbH umfasst Horizontalbohranlagen und Felsbohrgeräte in unterschiedlichen Größen – von klein bis sehr groß – und ist für jede Herausforderung geeignet sowie entsprechend ausgestattet. Eine Besonderheit der Vermeer-HDD-Maschinen besteht darin, dass die Vorschub- und Rückzugskraft jeweils identisch sind. Nach Angaben von Kandora ist dies am Markt nicht üblich. Die 3,5 t schwere »D10« stellt ein zuverlässiges und wirtschaftliches Einstiegsmodell für kleinere Verlegungsprojekte, wie beispielsweise Hausanschlüsse, dar. Die 5,8 t schwere »D20« wurde mittlerweile über 4 000-mal verkauft und eignet sich aufgrund ihrer kompakten Bauweise besonders gut für Arbeiten in dicht besiedelten Stadtgebieten sowie für kurze Bohrstrecken. Weitere Modelle mit einer Leistung von bis zu 399 kN sind die »D23«, »D24« und »D40«. Ab einer Leistung von 400 kN befinden sich die Modelle »D100«, »D120E« (vollelektrisch), »D220« und »D550« am oberen Leistungsende. Die größeren Maschinen stellen zudem Daten für die zukunftsorientierte »VermeerOne«-Plattform bereit, die im Rahmen einer Flottenmanagementlösung ausgewertet werden können.

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