Deutschlands Brücken werden alt. Mehr als 25 000 sind laut Experten dringend sanierungsbedürftig. Viele sind dabei so marode, dass Abriss und Neubau wirtschaftlicher sind als eine Instandsetzung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an neuen Brücken – nicht nur für Autobahnen, sondern auch für die kommunale Infrastruktur und Bahnstrecken. Dazu stehen Bauherren, Planer und Ausführende vor großen Herausforderungen: knappe Budgets, zunehmender Fachkräftemangel, hohe Sicherheitsanforderungen und ein gestiegenes öffentliches Interesse an reibungslosen Abläufen. Ein Land befindet sich im Sanierungsstau – und die Frage ist: Wie bauen wir unsere Zukunft?
Genau hier setzt Peri an. Mit dem »Variokit«-Ingenieurbaukasten bietet der Schalungs- und Gerüsthersteller ein intelligentes System, das mehr ist als die Summe seiner Teile: mietbare und flexibel kombinierbare Bauteile, ergänzt durch umfassende Planungs-, Schulungs- und Supportleistungen – vom ersten Entwurf bis zur fertigen Brücke.
Systemintelligenz statt Einzelbauteile
Ob Sanierung oder Neubau, ob Bauweise im Stahlverbund oder Ortbeton – das Grundprinzip bleibt immer gleich: Mit nur wenigen Bauteilen decke der »Variokit«-Ingenieurbaukasten nach Unternehmensangaben vielfältige Anwendungsbereiche ab und sei für fast alle Anforderungen im Brückenneubau sowie bei der Sanierung eine wirtschaftliche Lösung. Damit sollen Bauunternehmen vor allem von mehr Flexibilität profitieren – denn 95 Prozent aller Bauteile sind mietbar, was kalkulatorischen Spielraum verschafft und Investitionen variabel hält. Aber auch beim Kauf zahlt sich die Investition längerfristig aus: Die Bauteile aus Stahl lassen sich wiederverwenden und bieten Langlebigkeit, wodurch ganz nebenbei auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet wird.
Besonders sticht heraus, dass die Lösungen aus dem »Variokit«-Ingenieurbaukasten nicht nur untereinander flexibel kombinierbar sind, sondern auch mit den Bauteilen des Peri-»Up«-Gerüstbaukastens. Somit lassen sich exakt zugeschnittene Lösungen inklusive Zugängen und Arbeitsplattformen realisieren, die den Herausforderungen vor Ort bestmöglich entsprechen. Denn davon gibt es im Brückenbau derzeit mehr als genug: Personalmangel, enge Zeitfenster, komplexe Verkehrsführungen und steigender Kostendruck prägen nahezu jedes Projekt – ob bei Sanierung oder Neubau. Mit gezielten Anwendungslösungen aus dem »Variokit«-Ingenieurbaukasten will Peri diesen Herausforderungen konkret und praxisnah begegnen und dabei nicht nur technisch überzeugen, sondern als Partner auf Augenhöhe auch bei der Planung und Ausführung entlasten.
Herausforderung Fachkräftemangel
Die ersten Herausforderungen bei der Sanierung oder beim Neubau einer Brücke entstehen meist noch, bevor überhaupt gebaut wird. In vielen Ingenieurbüros fehlen erfahrene Tragwerksplaner, insbesondere für die Vorplanung und Ausschreibung. Aufseiten der Bauunternehmen wiederum mangelt es an Bauleitern und Fachkräften mit Spezialwissen. Peri setzt hier gezielt an – mit einem umfassenden Leistungspaket für beide Seiten. Während Ingenieurbüros durch vollständig ausformulierte Ausschreibungstexte und strukturierte Planungsunterlagen Zeit in der Vorbereitung reduzieren, profitieren Bauunternehmen von flexibel kombinierbaren, mietbaren und nachhaltigen Baukastenlösungen. Entwickelt für reale Baustellenbedingungen und auf Wunsch auch vormontiert lieferbar, sorgen sie für eine deutliche Entlastung auf der Baustelle. Zusätzlich qualifiziert Peri mit einem eigenen Schulungsprogramm Fachpersonal für den Umgang mit »Variokit«-Anwendungen – in Theorie und Praxis, online oder im Peri-Ausbildungszentrum.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei der Instandsetzung einer Brücke ist die Gesimskappe von zentraler Bedeutung, wenn das Ausmaß des Verfalls noch begrenzt ist. Die »Variokit«-Gesimskappenschalung (VGK) wurde genau für diesen Anwendungsfall entwickelt. Ihre Einzelteile sind so leicht, dass sie von nur einer Person montiert werden können. Die Konsolen sind flexibel und stufenlos anpassbar – ohne zeitaufwendige Umbauten oder erforderliche Sonderteile. Und die vormontiert gelieferte Bühneneinheit spart Zeit für die Montage vor Ort auf der Baustelle. Zeit, die sonst von zusätzlichen Fachkräften vor Ort aufgebracht werden muss.
Alltag auf der Baustelle: Zeitdruck
Im Brückenbau werden Zeitfenster immer enger. Während mehrere Gewerke parallel arbeiten, müssen Abläufe reibungslos funktionieren. Jede Verzögerung bedeutet hohe Kosten und organisatorische Komplikationen. Peri begegnet diesem Zeitdruck mit einem durchdachten Zusammenspiel aus technischer Lösung, Planung und Logistik: Für jede »Variokit«-Anwendung werden auf Wunsch Taktplanung, Arbeitsvorbereitung und Risikoanalysen mitgeliefert. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Systeme bereits vormontiert auf die Baustelle liefern zu lassen, um so noch mehr wertvolle Zeit zu sparen.
Ein weiterer Anwendungsfall: das »Variokit«-Freivorbaugerät (VBC), das zum Einsatz kommt, wenn der Überbau einer Brücke in Ortbetonbauweise ohne Hilfsunterstützung im darunterliegenden Raum realisiert werden muss – etwa über Gewässern oder Naturschutzgebieten. Das System ist hydraulisch verfahr- und ausrichtbar und benötigt dabei nur zwei Verankerungen pro A-Rahmen. Das bedeutet: minimale Durchdringungen und ein schneller und reibungsloser Baufortschritt. Zudem erlaubt das hochtragfähige System große Betonierabschnitte von bis zu 5,75 m, was eine kürzere Gesamtbauzeit ermöglicht.
Technisch wegweisend ist laut Peri die innovative und unten fahrende »Variokit«-Kragarmbahn (VCT). Speziell entwickelt für die Herstellung der Fahrbahnplatte von Stahlverbundbrücken, wird die VCT am Tragwerk aus Stahl befestigt, sodass alle Arbeiten von oben und frei von Störungen, etwa in Form von Durchdringungen oder Fahrschienen eines Verbundschalwagens, erfolgen können. Das verbessert die Qualität der Brücke – und sorgt gleichzeitig für Effizienz: So können die Betonierarbeiten für die Fahrbahn deutlich schneller abgeschlossen werden. Gerade bei Strecken mit viel Verkehr ist das ein entscheidender Vorteil.
Standard: Bauen bei fließendem Verkehr
Viele Brücken liegen über hochfrequentierten Autobahnen, Bahnlinien oder innerstädtischen Verkehrsachsen. In diesen Ballungsräumen steigern Verkehrsbeeinträchtigungen die CO₂-Belastung um ein Vielfaches, weswegen das Bauen bei laufendem Verkehr längst zum Standard geworden ist – mit entsprechend komplexen Anforderungen an Baustellensicherheit und Logistik.
Peri bietet dafür passgenaue Lösungen, die den Zugang von oben ermöglichen, Arbeitsbereiche absichern und den darunterliegenden Verkehr unbeeinträchtigt weiterfließen lassen. Die »Variokit«-Gesimskappenschalung (VGK) beispielsweise wird mithilfe von Konsolen an der Brücke aufgehängt, zunächst die Arbeitsbühne, dann die Schalungseinheit. Durch die zwei getrennten Einheiten ist der Bühnenbelag zu jeder Zeit geschlossen und damit sicher. Das Geländer kann zusätzlich mit einer Volleinhausung ausgestattet werden, wodurch die unten laufende Fahrbahn vor herabfallendem Baumaterial, etwa beim Kappenabbruch oder Schalungsarbeiten, geschützt ist.
Allgegenwärtiger Kostendruck erfordert Effizienz
Nicht nur Zeit und Personal sind knapp – auch der finanzielle Spielraum ist begrenzt. Öffentliche Vergaben orientieren sich meist am günstigsten Anbieter. Gleichzeitig steigen die Materialpreise weiter, insbesondere für Stahl, Holz und Beton. Der »Variokit«-Ingenieurbaukasten setzt hier laut Peri auf »Wirtschaftlichkeit durch System«: Die Mietoption hält Investitionen flexibel und reduziert die Kapitalbindung, während die wiederverwendbaren, langlebigen Bauteile Nachhaltigkeit und Effizienz erhöhen. Die Möglichkeit zur Vormontage und die schnellere Ausführung dank flexibler Anpassungsmöglichkeiten und einfacher Montagelogik sparen zudem nicht nur Zeit, sondern auch direkte Kosten. Dazu kommt: Stammen Schalung und Gerüst aus einer Hand, ermöglicht das kurze Abstimmungswege, nahtlose Prozesse und minimiert Schnittstellen – ein nicht zu unterschätzender Faktor im Baustellenalltag.
Baukastensystem als starker Partner
Die Stärke des »Variokit«-Ingenieurbaukastens liegt nicht nur in der Technik, sondern im Gesamtkonzept: Peri denkt ans System – und denkt mit. »Die größte Herausforderung im Brückenbau ist heute nicht die Statik, sondern die Organisation. Genau hier setzen wir an: mit einem Baukastensystem, das Komplexität reduziert. Und mit einem Team, das nicht einfach nur liefert, sondern partnerschaftlich begleitet – von der Ausschreibung bis zur letzten Abnahme«, so Christoph Dilger, Leiter Produktmanagement bei Peri Deutschland. Ingenieurbüros profitieren mit Peri von technisch fundierten Ausschreibungstexten und enger Projektunterstützung – für effizientere Ausschreibungen, schnellere Prüfprozesse und weniger Rückfragen in der Ausführung. Gleichzeitig entlastet Peri Bauunternehmen mit vormontiert verfügbaren, mietbaren Systemlösungen, die Personal, Zeit und Kosten sparen – und begleitet sie mit Planung, Statik, Schulung und Logistik vom ersten Takt bis zur fertigen Brücke. Damit bietet Peri Lösungen, um die drängendsten Herausforderungen im Brückenbau gezielt in Angriff zu nehmen: Fachkräftemangel, Zeitdruck, Verkehrssicherheit und Kosteneffizienz. Und das auf Basis eines durchdachten Systems, das modular, wirtschaftlich und praxiserprobt ist – bereit für die Infrastrukturwende in Deutschland.