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Mobil Elektronik: »Customizing« mit norwegisch-deutscher Kooperation

Der norwegische Sonderfahrzeughersteller Vangs entwickelt maß­geschneiderte Lösungen für mehr Effizienz im Straßentransport. Nahezu jedes Fahrzeug wird individuell angefertigt und vereint sowohl Innovation als auch Flexibilität. Dabei zeichnen sich die Spezial- und Schwerlastfahrzeuge aus Inderøy durch ein niedriges Leergewicht und eine robuste Bauweise aus. »Geht nicht, gibt es nicht«, sagt Terje Vang, einer der Vangs-Geschäftsführer. »Unsere Kunden kommen mit dringenden, komplizierten Aufgabenstellungen zu uns. Um diese auch realisieren zu können, brauchen wir einen kompetenten Zulieferer, der genauso denkt wie wir. Mit Mobil Elektronik haben wir einen solchen Partner gefunden.«

Zu den Vangs-Produkten zählen Tiefsattelauflieger für Spezialtransporte mit zwei, drei oder mehr Achsen. Bei einem erst kürzlich umgesetzten Projekt handelt es sich um einen Auflieger mit drei Achsen, von denen die letzte Achse als Nachlaufachse ausgelegt ist und mit einer elektro-hydraulischen Lenkung von Mobil Elektronik ausgerüstet wurde.

Ein klassisches hydraulisches Verdrängersystem kam für den Endkunden wie auch für Vangs nicht in Frage. »Zu viele Nachteile« so Terje Vang. Zum einen benötigt die Konstruktion über Geber- und Nehmerzylinder an der Sattelplatte viel Platz und hat viel Gewicht. Zum anderen gilt das Einspurverhalten eines Aufliegers mit Verdrängersystem nicht als sonderlich optimal. Das EHLA-Standard-System von Mobil Elektronik versprach hier Vorteile, insbesondere das Einspuren nach Kurvenfahrt ist, so unterstreicht der Anbieter, damit binnen Sekunden erledigt. Es funktioniert in bekannter Weise als geschlossener Regelkreis.


Unabhängige Hydraulikversorgung

Eine wichtige Aufgabenstellung war, dass der Auflieger über eine vom Zugfahrzeug unabhängige Hydraulikversorgung verfügen sollte. So können unterschiedliche Zugmaschinen mit dem Auflieger betrieben werden, was Spediteuren mehr Flexibilität gibt. Mobil Elektronik hat hierfür das neu entwickelte Power Pack eingesetzt. Dieses arbeitet über einen bi-direktionalen Synchronmotor, der die Hydraulikpumpe antreibt. Je nach Motordrehrichtung wird die eine oder die andere Seite des Lenkzylinders mit Öl versorgt. Der Motor wird energiesparend nur bei aktiver Lenkung mit Strom versorgt. Bei längeren Geradeausfahrten oder höheren Geschwindigkeiten wird nicht gelenkt und damit keine Energie zum Druck aufbauen verbraucht. Dies, so betont der Anbieter, stellt einen Unterschied zu herkömmlichen Hydraulikversorgungen dar, bei denen über einen Nebenabtrieb vom Lkw eine permanent laufende Hydraulikpumpe betrieben und unnötig Energie verbraucht wird, auch wenn die Hilfslenkung kein Öl benötigt.

Auch die Montage wird erheblich erleichtert. Das Power Pack kann in der Nähe der gelenkten Achse installiert und mit kurzen Schläuchen an den Lenkzylinder angeschlossen werden. So erübrigen sich die langen Hydraulikleitungen über die gesamte Anhängerlänge. Der integrierte Hydraulikblock des Power Packs dient als Steuerblock für den Lenkzylinder, verfügt aber auch über ein Freischaltventil. Dieses schaltet im Fehlerfall die gelenkte Achse kontrolliert kraftfrei und sie agiert wie eine klassische Nachlaufachse. Das Einsatzgebiet des Power Packs ist nicht auf das EHLA-Standard-Lenksystem begrenzt. Mit dieser vom Fahrzeug unabhängigen Ölversorgung können auch andere Lenksysteme realisiert werden, wie EHLA-Optimal – in diesem Fall sind ein Zentrierzylinder und ein Druckspeicher erforderlich. Das Power Pack kann bis zu 230 bar zur Verfügung stellen und 13 l/min Öldurchsatz. Damit kann zum Beispiel eine 10-t-Achse mit maximaler Zuladung im Stand gelenkt werden.

Fernbedienung

Ein weiterer Wunsch war die Einbindung einer Fernbedienung für die Lenkung zum manuellen Lenken des Aufliegers beim Rangieren. Mobil Elektronik hat hierfür die erforderlichen Ein- und Ausgänge am Lenkcomputer bereitgestellt, sodass die von Vang zur Verfügung gestellte Fernbedienung einfach integriert werden konnte.    §

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