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20. Februar 2018

Mayer: Schnell wie die Feuerwehr mit Filigranwänden und Abschalschienen

Mayer: Schnell wie die Feuerwehr mit Filigranwänden und Abschalschienen

Mit dem Neubau ihrer Feuerwache hat sich die Berufsfeuerwehr in ­Leverkusen mehr Zeit gelassen als bei ihren Einsätzen: Bereits vor über 40 Jahren wurden die ersten Pläne geschmiedet, jetzt erst wird das Bauprojekt verwirklicht. Bei der Realisierung setzt man auf zeitsparende Bau­verfahren – auch von Mayer Schaltechnik. Durch den Sanierungsstau im alten Domizil, wie defekte Heizung und undichte Fenster, war das Projekt trotz des klammen Stadtsäckels unaufschiebbar geworden. Deshalb wird die neue Feuerwache auch als PPP-Projekt realisiert: »Der Investor Madora baut, die Stadt mietet zurück – anders wäre das rund 91 Mio. Euro teure Projekt nicht zu stemmen«, erklärt Feuerwehr-Chef Herrmann Greven.

Der Entwurf von Gatermann und Schossig Architekten aus Köln sieht zwei parallele, lang­gestreckte Baukörper mit einem verbindenden Zwischenriegel vor – den Bedürfnissen einer PPP-Ausschreibung entsprechend funktional, langlebig und wartungsarm konzipiert. Die rund 11 000 m² Nutzfläche bieten Raum für etwa 130 Mitarbeiter und 50 Fahrzeuge, sowie eine Feuerwehrschule mit Brandübungshaus, Lagerhallen, Gerätehaus und Werkstätten. Baubeginn war im Sommer 2016, Inbetriebnahme soll Ende 2018 sein.


Vorfertigung spart Kosten

Die Ausschreibung für die schlüsselfertige Errichtung und den Betrieb der Anlage über eine Laufzeit von 25 Jahren hat die Dresdener Niederlassung von BAM Deutschland gewonnen. Die Planung sieht überwiegend Wände aus teilvorgefertigten Elementen vor: von den 13 000 m² Wänden sind 8 000 m² als Doppelwandelemente (Filigranwände) herzustellen. Dabei ist überwiegend Sichtbeton der Klasse 3 gefordert, das Fugenbild der Wände und Decken wurde von den Architekten vorgegeben, die Flächen werden nicht mehr behandelt.

Dem hohen Anspruch an das Aussehen der Betonflächen müssen auch die Stöße der vorgefertigten Wandelemente genügen, doch während die Betonfertigteile üblicherweise eine hervorragende Oberflächenqualität aufweisen, sichtbare Kanten sind mit Dreikantleisten gebrochen, werden auf Baustellen die Stöße vor dem Einfüllen des Ortbetons mitunter »abenteuerlich« abgedichtet: Notdürftig aufgespannte Bretter, oder in die Zwischenräume gespritzter Montageschaum, sollen den plastischen Füllbeton am Auslaufen hindern.

Die Kunst der Fuge

»Mit derart fragwürdigen Methoden erzielt man nicht nur qualitativ und optisch oft unbefriedigende Fugen, auch Arbeitsaufwand und Materialverbrauch stehen in keiner vernünftigen Relation«, erklärt Dipl.-Ing. Stefan Spohr, Inhaber von SpohrTec Schalungen aus Krefeld, der die Arbeitsvorbereitung der BAM von den wirtschaftlichen Fluxx-Abschalschienen aus dem Hause Mayer Schaltechnik überzeugt hat. Damit lassen sich – fast mühelos – einwandfreie Elementstöße erzielen. Spohr, Exklusivhändler für die Mayer-Schalungspalette in NRW: »Seit Mayer 2011 sein Fluxx-System vorgestellt hat, haben Holzlatten oder Bauschaum zum Abdichten von Doppelwandelementen gegen auslaufenden Beton wirklich ausgedient. Die clevere Abschalschiene ist mit 1 m und 1,5 m Länge erhältlich – für Zwischenmaße gibt es eine Teleskopversion. Mit Kunststoffankern werden diese einfach in den Stoßfugen der Hohlwandelemente fixiert, und haben das Bauen mit vorgefertigten Betonwänden enorm rationalisiert.« Die Schienen aus verzinktem und rot pulverbeschichtetem Stahlblech sind praktisch »endlos« wiederverwendbar, und liefern, so Spohr, tadellose Fugen in Rekordzeit. Die hohe Wirtschaftlichkeit der Doppelwandbauweise werde bei der Leverkusener Feuerwache besonders offensichtlich, denn bei bis zu 6 m Wandhöhe seien Fertigteile erheblich schneller und kostengünstiger als eine entsprechende Ortbetonwand in konventioneller Schalung. Zur Montage der Stoßabschalung genüge zudem eine mobile Hubarbeitsbühne, was gleichzeitig eine Verbesserung der Arbeitssicherheit bedeute. In Leverkusen sind die Fluxx-Schienen täglich im Einsatz, und damit hoch beansprucht. BAM hat auf der Baustelle deshalb zwei »Fluxx-Beauftragte« benannt, die ausschließlich für die Abschalschienen zuständig sind, und deren sachgerechte Montage sowie permanente Verfügbarkeit sicherstellen.

»Aus­gezeichnete Stoßfugen erzielen«

»So wird der fehlerhaften Anwendung und schadensträchtigen Zweckentfremdung vorgebeugt. Die Schienen sind zwar extrem robust, aber eine verbogene Schiene kann nicht mehr sauber abdichten, weshalb gute Arbeitsergebnisse auch von der sorgfältigen Behandlung und Anwendung auf der Baustelle abhängen«, erklärt BAM-Bauleiter Tobias Theves. Dazu zählen das korrekte Einsetzen der Schienen in die V-förmige Stoßfuge und feste Anziehen sowie Prüfen der Anker unmittelbar vor der Betonage – das reduziert Nacharbeiten an den Fugen auf ein Minimum. Darüber hinaus hat Theves einen Praxistipp parat: »Die Fluxx-Schiene ist ein ausgezeichnetes Hilfsmittel, um mit minimalem Aufwand ausgezeichnete Stoßfugen zu erzielen. Höchste Ansprüche an die Dichtheit der Fugen werden aber mit der, ebenfalls bei Mayer Schaltechnik erhältlichen, auf das System abgestimmten selbstklebenden F6-Fluxx-Folie erzielt, die einfach auf die Schienen aufgeklebt wird – auslaufende Zementschlämme ist damit kein Thema mehr.«    §

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