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MARANGONI: Neue Lösung für Runderneuerung im OTR-Reifen-Segment

Mit der Einführung seiner neuen runderneuerten MTXL-Reifen will der italienische Reifenspezialist einmal mehr seinen kundenorientierten Ansatz unter Beweis stellen. Angestoßen worden waren die neuen Reifen durch den finnischen Bergbaukunden Valtasiirto, der eine Runderneuerungslösung für Originalreifen an einem Schlacken­kübeltransporter in Kiruna suchte. Die Premiumreifen der Größe 29.5R29 wiesen eine neuartige Karkasse mit höherer Nutzlast und eine neu gestaltete Lauffläche auf. Gefordert war eine Lösung, die den Karkassen zu einem zweiten Leben verhelfen sollte – mit einer ähnlichen Laufflächengestaltung, guter Bodenhaftung und hoher Schnitt- und Reißfestigkeit.

Am Marangoni-Sitz in Rovereto (Trient) prüfte man die Entwicklung eines neuen Produkts, das den finnischen Forderungen gerecht werden würde, und führte zu einem beständig konstruktiven Dialog mit dem örtlichen Vertriebspartner Lujakumi und dessen Kunden Valtasiirto.

Lujakumi gilt als erfahrener Runderneuerungsspezialist. Seit 2017 setzt das Unternehmen auf das Ringtread-System von Marangoni für die Runderneuerung von Lkw-Reifen, im Vorjahr wurde eine Vertriebsvereinbarung unterzeichnet, um runderneuerte OTR-Reifen des italienischen Unternehmens im Lujakumi-Sortiment anzubieten.

»Valtasiirto wollte nicht nur seine Standardreifen für Radlader und knickgelenkte Muldenkipper runderneuern, sondern suchte auch eine kostengünstige und umweltfreundliche Lösung für seine Schlackenkübeltransporter«, berichtet Markku Mäkipää, OTR-Spezialist bei Lujakumi. Weil die Reifen an der Vorderachse der Schlackenkübeltransporter in Kiruna schwierigen Betriebsbedingungen unterliegen und dabei die Sicherheit oberste Priorität hat, schlug Marangoni eine gründliche Inspektion der Karkassen vor der Entscheidung zur Entwicklung eines neuen Produkts vor.

Unerwartet komplexer Vorgang

»Die Reifengröße 29.5R29 wurde von Marangoni bisher noch nicht runderneuert, daher war die anfängliche Analyse entscheidend«, sagt Ayhan Haliloglou, Bereichsleiter für OTR-Reifen bei Marangoni. Die Analyse berücksichtigte Einsatzbedingungen und Baupläne der Maschine und führte zur Konzeption von Profiltiefe, Laufflächengestaltung und Gummimischung für die Lauffläche durch die Entwicklungs- und Produktionsabteilung von Marangoni.


»Der Herstellungsprozess ist moderner und umfangreicher, als die meisten denken«, so der Marangoni-Bereichsleiter. »Viele nehmen an, dass eine vorgefertigte Lauffläche an der Karkasse angebracht wird. Der OTR-Reifen wird aber vielmehr von der Karkasse ausgehend neu aufgebaut, als ob es sich um einen neuen Reifen handeln würde. Die Lauffläche wird an der Konfektionierungsmaschine befestigt und beginnt sich zu drehen. Ein Extruderarm trägt von Schulter zu Schulter gleichmäßig drei Schichten der Gummimischung auf – Basis, Zwischenschicht und Lauffläche.«

Prüfung per Shearographie

Weil es sich nicht um eine L4-Karkasse handelte und es damit nicht möglich war, auf eine herkömmliche Heißvulkanisationsform zurückzugreifen, musste der Reifen im Autoklaven vulkanisiert werden. Das Recaflex-System erlaubt Marangoni, nahezu alle vorstellbaren Laufflächenprofile herzustellen. Anschließend wurde das Produkt von den Marangoni-Spezialisten auf Defekte sowie Mängel gesichtet und mittels Shearographie überprüft. Diese Interferometrie erlaubt die Prüfung der inneren Reifenstruktur. »Marangoni ist einer der wenigen Runderneuerer in Europa, die ein Shearographie-Gerät für OTR-Reifen einsetzen«, sagt Haliloglou. Mit diesem Gerät könne man die höchsten Qualitätsansprüche im Schwerlastbetrieb, im Bergbau und der Industrie erfüllen.

Derzeit sind die runderneuerten MTXL-Reifen im Einsatz und werden von den Lujakumi-Technikern engmaschig überwacht, um sicherzugehen, dass die runderneuerten OTR-Reifen tatsächlich für die härtesten Bedingungen dieser Schwerindustrieanwendung geeignet sind.    t

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