Liebherr-Werk Ehingen GmbH Komplexer Tandemhub von 60-t-Rohrbrücke über Autobahn

In einer spektakulären Nachtaktion wurde im schweizerischen Rotkreuz (Kanton Zug) eine rund 60 t schwere Rohrbrücke über die Autobahn A41 installiert. Für die finale Montage platzierten zwei Liebherr-Mobilkrane vom Typ »LTM 1230-5.1« die 47 m lange Rohrbrücke über beiden Fahrbahnen der Autobahn. Der Einsatz erforderte einen enormen logistischen Aufwand und war Teil des Aufbaus eines neuen Fernwärmenetzes.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Liebherr-Werk Ehingen

Der gelungene Tandemhub zweier Liebherr-Mobilkrane »LTM 1230-5.1« stellte den erfolgreichen Abschluss einer akribisch geplanten Meisterleistung dar. Denn ein Jahr lang plante Jörg Hodel, Inhaber der Hodel SHLK AG, das komplexe Vorhaben bis ins Detail. Angesichts des engen Zeitfensters im Rahmen der erforderlichen Teil- und Vollsperrungen der hochfrequentierten Fernstraße wurde der Hub auf dem Firmengelände der Hodel SHLK AG vorab unter realistischen Bedingungen simuliert: Vormontage der dreiteiligen Leitungsbrücke, anschließendes Anheben und Absetzen auf simulierte Auflager mit originalen Abstandsparametern. Für den Transport wurde die Rohrbrücke danach wieder in ihre Einzelteile zerlegt.

Insgesamt vier Nachteinsätze waren für den Einbau der gewaltigen Medienbrücke an der Autobahn erforderlich. Bevor der finale Tandemhub der Gesamtlast erfolgen konnte, wurde die Rohrbrücke auf einer angrenzenden Bestandsbrücke in zwei Nachtschichten erneut zusammengebaut und montagefertig vorbereitet. Dabei kam neben dem »LTM 1230-5.1« mit dem »LTM 1100-5.2« ein weiterer Mobilkran von Hodel zum Einsatz. Während dieser seitlich der Brücke die präzise Positionierung der Bauteile unterstützte, übernahm der auf der Autobahn platzierte »LTM 1230-5.1« die Hauptlast.


Zusätzliche Herausforderungen für die Montageteams ergaben sich durch zwei Hochspannungsleitungen, die beidseitig der Fernstraße in unmittelbarer Nähe zum Baufeld verlaufen. Da die wichtige Stromtrasse zur Versorgung der Schweizer Bahn sowie als essenzielle Verbindung ins Tessin und nach Norditalien nur teilweise abgeschaltet werden konnte, wurden unter den Leitungen sogenannte ­Wimpelseile angebracht. Sie markierten die dort maximal zulässige Arbeitshöhe für Krane und Last und gewährleisteten so einen sicheren Ablauf der Hebearbeiten.

Diorama als Planungswerkzeug

Diese Hochspannungsleitungen flossen sogar in ein vorab mit großer Akribie erstelltes Diorama ein. Das detaillierte Baustellenmodell im Maßstab 1:50 bildete sämtliche relevante Objekte realitätsnah ab. Neben den Stromtrassen waren u. a. auch die eingesetzten Krane und Baumaschinen, die Rohrbrücke sowie die Fahrspuren der Autobahn präzise nachgebildet. Das anschauliche Modell erwies sich als zentrales Planungsinstrument für die Abstimmungen zwischen den zahlreichen am Projekt beteiligten Unternehmen und Behörden. Die intensive Vorbereitung und die präzise Planung von Jörg Hodel zahlten sich in jeder Hinsicht aus: Beim entscheidenden Nachteinsatz klappte alles reibungslos, und die strengen Zeitvorgaben aufgrund der Vollsperrung wurden exakt eingehalten. Zu Beginn der Sperrung hatten die Teams aller beteiligten Partner sowie die Mobilkrane ihre Positionen an den Auffahrten zur Baustelle bezogen. Jeder Beteiligte kannte seine Aufgabe, die Abläufe waren klar definiert und abgestimmt. Nach einer guten Stunde stand auf jeder Fahrbahn ein zugbereiter »LTM 1230-5.1«, vollständig ballastiert und sicher abgestützt. Das Anschlagen der Last an den zuvor definierten Punkten, das Anheben der Rohrbrücke sowie das millimetergenaue Absetzen auf den Auflagern verliefen ruhig und präzise wie ein Uhrwerk. Noch bevor der morgendliche Berufsverkehr einsetzte, hatten die Krane die Baustelle bereits verlassen.

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