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Klickparts: »In der deutschen Baumaschinenindustrie einen Standard setzen«

Seit gut einem Jahr bietet das Start-up klickparts als herstellerunabhängige Online-Plattform Ersatzteile und Wartungsprodukte für Baumaschinen nahezu aller namhaften Fabrikate an. Das Produktportfolio des in Hallbergmoos bei München ansässigen Unternehmens, das mittlerweile 15 Mitarbeiter beschäftigt und über ein Logistikzentrum in der Nähe von Köln verfügt, umfasst derzeit rund 120 000 Artikel. Im bauMAGAZIN-Interview erläutert Geschäftsführer Stephan Bäumler, welche Vorteile klickparts als »One-Stop-Shop« den Kunden bietet, welches Ersatzteil mit rund 50 000 Euro das teuerste ist, wie sich das Start-up entwickelt hat und welche Ziele anvisiert werden.

Von Michael Wulf

bauMAGAZIN: Herr Bäumler, vor einem Jahr hat sich klickparts auf der Bauma als Online-Vertrieb hersteller­unabhängiger Ersatzteile und Wartungsprodukte erstmals präsentiert. Wie hat sich das Unternehmen seitdem entwickelt?
Stephan Bäumler: Zur Bauma sind wir just in time mit unserem Webshop fertig geworden. Und er hat sofort sehr gut funktioniert, was auch heute noch der Fall ist. Aber zur Bauma haben wir tatsächlich erst 2 000 Artikel in unserem Shop gehabt. Es war eine große Herausforderung, diese Artikel alle online so zu beschreiben, dass der Kunde sie auch findet und erwerben kann. Wir haben dann in der Folge eine Offensive auf der Produktseite gestartet, haben im Produkt-Management Ersatzteilexperten eingestellt und bis zur Nordbau zum September das Portfolio auf 12 000 Artikel erweitert. Stand heute haben wir mehr als 120 000 Ersatzteile und Wartungsprodukte auf unserer Seite. Darunter mehr als 15 000 Teile für Komatsu-Baumaschinen, über 16 000 Teile für Yanmar/Schaeff sowie Teile für andere namhafte Hersteller, wie Volvo, Liebherr, Takeuchi, Hitachi und Doosan. Seit vergangenem September haben wie den Turbo richtig gezündet. Zudem haben wir einige große Lieferanten, wie ZF oder Würth, deren gesamtes Spektrum wir jetzt auf unserer Seite hochladen. Das sind noch einmal so um die 200 000 Artikelpositionen. Die wollen wir bis zum Sommer so aufbereitet haben, dass wir sie in den Shop stellen können.

bauMAGAZIN: Was gehört alles zum Produktportfolio, wie ist die Bandbreite vom günstigsten bis zum teuersten Artikel? Und wie umfangreich ist die Produktpalette inzwischen?
Bäumler: Generell war es so, dass wir uns beim Start zunächst auf das Segment mit der höchsten Population im deutschen Markt fokussiert und dieses als Zielgruppe definiert hatten. Das waren im Prinzip die Kompaktmaschinen. Denn von den rund 250 000 Maschinen, die es hierzulande gibt, sind rund 200 000 Kompaktmaschinen und -geräte unter 10 t. Zu Beginn war deshalb unser Portfolio ganz stark auf dieses Segment ausgerichtet. Und die wichtigsten Produkte dafür sind Wartungs- und Verschleißprodukte, wie Filter oder Filter-Kits. Bei uns kann der Kunde für seine Inspektion im Prinzip mit einem Klick einen kompletten Filter-Kit bestellen, den wir in unserem Servicezentrum in Köln vorkonfektionieren, und muss sich nicht jeden einzelnen Filter mühsam zusammensuchen. Jetzt, mit unseren 120 000 Artikeln, sind wir natürlich viel breiter aufgestellt. Mittlerweile gibt’s bei uns Reparaturteile, wie ZF-Achsteile. Lieferanten wie USCO/ITR decken das gesamte Spektrum von Volvo, Komatsu oder Liebherr im Bereich Laufwerke oder Reparaturteile ab.

bauMAGAZIN: Und was ist jetzt das günstigste und was das teuerste Teil, das klickkparts im Angebot hat?
Bäumler: Das billigste Teil kostet tatsächlich einen Cent, beispielsweise eine Dichtung oder Beilagscheibe. Das teuerste Ersatzteil liegt so um die 50 000 Euro. Dabei handelt es sich um ein Laufwerk für einen größeren Bagger.

bauMAGAZIN: Mit wie vielen und mit welchen wichtigen Lieferanten arbeitet klickparts zusammen?
Bäumler: Wir haben insgesamt 150 Lieferanten, mit denen wir zusammenarbeiten, und davon sind derzeit schon rund 50 online bei uns. Das ist so die grobe Schlagzahl.

bauMAGAZIN: Gab es in diesem ersten Jahr ein Ereignis oder einen besonderen Auftrag, der dem Unternehmen einen Extraschub verliehen hat?
Bäumler: Wir haben bereits eine sehr große Anzahl an Kunden, die bei uns schon kräftig bestellen. Außerdem sind wir in Gesprächen mit einigen Großkunden, um sie von unserem Webshop und Portfolio zu überzeugen. Einen davon konnten wir bereits im letzten Jahr gewinnen, und dieser Kunde kauft intensiv bei uns ein.


bauMAGAZIN: Können Sie in drei Sätzen erklären, warum ein Bauunternehmen die Ersatzteile über klickparts bestellen soll und nicht direkt beim Maschinenhersteller oder beim Händler, wo er seine Maschine gekauft hat?
Bäumler: Erstens: Weil es viel einfacher und transparenter ist bei uns. Zweitens: Weil wir günstig sind. Und drittens: Weil wir ein sogenannter ›One-Stop-Shop‹ sind. Die meisten Bauunternehmen haben eine gemischte Maschinenflotte. Wenn sie beim Hersteller oder Händler einkaufen, müssen sie jeden einzelnen extra kontaktieren. Bei uns können sie alles in einem Rutsch erledigen. Dazu kommt: Egal ob Computerbildschirm, Notebook, Smart­phone oder Tablet, unsere Website passt sich in Größe und Auflösung dem jeweiligen Endgerät an und bietet den vollen Überblick auf Preis, Verfügbarkeit und Hersteller.

bauMAGAZIN: klickparts wirbt damit, absolut transparent und leicht bedienbar für den Kunden zu sein. Können Sie das an einem Beispiel – bei der Suche oder Bestellung – erläutern?
Bäumler: Wir haben in unserer Maske ganz klassisch eine Suchfunktion eingebaut, die eine künstliche Intelligenz beinhaltet und selbstlernend ist, also mit jeder Suche besser wird. Diese Suche ist so einfach gestaltet wie bei Google. Man kann Freitext eingeben, Artikelnummern oder Maschinen­modelle – je nachdem, was man sucht. Wenn man beispielsweise ein Inspektions-Kit braucht für die 1 000er-Inspektion eines Komatsu-Baggers PC210, dann muss man eher PC210 eingeben, um dieses Kit zu finden. Wenn man aber ein Reparaturteil benötigt, gibt man die Originalteilenummer von Komatsu oder Volvo ein. Dann findet man vielleicht nicht das Originalteil, aber dafür die Teile, die klickparts im Angebot hat. Die verschiedenen Qualitätsstandards inklusive transparenter Preisdarstellung werden übersichtlich präsentiert. So hat der User die Wahl zwischen dem Original-Ersatzteil, einem Produkt vom Zulieferer und einem preisgünstigen Nachbau. Unsere Suchfunktion ist dabei der Kern des Ganzen und führt zu sehr guten Ergebnissen. Diese Suche stellt sicher, dass der Kunde das passende Teil bei uns findet. Der sich daran anschließende Kaufprozess funktioniert dann genauso einfach wie bei Amazon. Versendet werden die Produkte dann von unserem Logistik­zentrum in der Nähe von Köln. Immer öfter liefern wir aber auch direkt vom Hersteller.

bauMAGAZIN: Kann man denn auch wie bei Amazon das Teil bei Nichtgefallen kostenfrei zurückschicken?
Bäumler: Natürlich. Wir räumen ein kostenfreies Rückgaberecht von einhundert Tagen ein.

bauMAGAZIN: Welche mittelfristigen Ziele hat klickparts hinsichtlich Umsatz und Produktpalette?
Bäumler: Unser Ziel ist es zunächst einmal, in der deutschen Baumaschinenindustrie einen Standard zu setzen: Wir wollen die Produktdaten so aufbereiten, dass wir die besten Artikeldaten im Bereich Baumaschinenersatzteile haben. Für Deutschland haben wir sehr sportliche Umsatzziele. Zahlen möchte ich an dieser Stelle nicht nennen. Nur so viel: Wir wollen den Umsatz sehr, sehr deutlich steigern. Zudem ist geplant, von 2021 an auch im euro­päischen Ausland präsent zu sein.    m

www.klickparts.com

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