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Indeco: Langer und komplexer Kernkraftwerk-Rückbau

Abbruchtechnik von Indeco spielte eine entscheidende Rolle beim Rückbau des Kernkraftwerks Zion in Illinois (USA). Die Arbeiten führte das auf dieses Einsatzfeld spezialisierte Unternehmen Manafort Brothers aus.

Das 1973 in Betrieb gegangene und aus zwei Reaktoren bestehende Kraftwerk liegt am Ufer des Michigan-Sees, ca. 64 km von Chicago entfernt. Vor 20 Jahren war es zu einem versehentlichen, aber folgenfrei gebliebenen Abschalten eines Reaktors gekommen. Weil eine Wiederinbetriebnahme zu kostspielig gewesen wäre und der zweite Reaktor bereits abgeschaltet war, wurde die Stromproduktion eingestellt. Bis Ende 2026 wird nun seit einigen Jahren der gesamte Bereich als »Greenfield« wieder in den Zustand versetzt, den er vor dem Kraftwerksbaus hatte.


Die Stilllegung begann 1998 mit der Entfernung des Nuklearbrennstoffs und der Sicherung der Brennstäbe. Im Jahr 2011 starteten die Dekontaminations- und Abrissarbeiten der Gebäude, die mit 200 spezialisierten Mitarbeitern pro Jahr insgesamt rund zehn Jahre in Anspruch nehmen dürften, die Gesamtkosten des Rückbaus werden auf ca. 1 Mrd. US-Dollar geschätzt. Für den Abriss der Gebäude aus Stahlbeton und Stahl dürfen ausschließlich mechanische Verfahren angewendet werden. Sprengstoff schied aus, um eine unkontrollierte Freisetzung von verseuchtem Staub zu vermeiden.

Beim beauftragten Unternehmen Manafort Brothers aus New Britain (Connecticut) handelt es sich um einen Anbieter mit einer fast 100-jährigen Geschichte. Der Rückbau begann im und mit dem Turbinen- und Generatorengebäude, anschließend folgten die beiden Reaktortürme, später ein Gebäude in dem die Hilfsanlagen untergebracht waren. Für so anspruchsvolle und komplexe Abrissarbeiten muss ein Unternehmen nicht nur alle Sicherheitsbedingungen erfüllen, sondern auch über angemessene Maschinen und Werkzeuge verfügen. Die lange Dauer der Baustelle, die Abmessungen und Festigkeitswerte der Bauten aus Stahlbeton und Stahl, wie auch die Notwendigkeit, eine angemessene Produktion zu gewährleisten, haben insbesondere eine sorgfältige Beurteilung der für die Abrissarbeiten eingesetzten Werkzeuge erforderlich gemacht. Manafort kam danach zu dem Entschluss, ausschließlich Indeco-Hämmer zu verwenden, zusammen mit einem Pulverisierer und einer Schere, beide ebenfalls von der Marke Indeco.

Indeco an gefühlt »jeder Ecke«

Auf der Baustelle arbeiten zwei HP 25000 (in Europa als HP 18000 am Markt – Arbeitsgewicht 11,054 t, Werkzeug 250 mm für Bagger zwischen 60 t und 140 t), drei HP 13001 (Europa: HP 9000 – Arbeitsgewicht 5 t, 15 000 J, Bohrer 195 mm für Bagger zwischen 39 t und 80 t) und ein HP 8000 (Europa: HP 5000 – Arbeitsgewicht 3,15 t, Werkzeug 160 mm, 8 000 J, für Bagger zwischen 27 t und 50 t), angebaut an einen Bagger mit langem Abrissarm. Im Einsatz waren auch eine Schere des Typs ISS 30/50 und ein drehbarer Pulverisierer des Modells IRP 1250. Die Werkzeuge werden oft gleichzeitig verwendet, wenn auch an verschiedenen Stellen der Baustelle, und einige sind außerdem seit mehr als einem Jahr ständig im Einsatz.

113 000 Tonnen Schutt

Bis zum Abschluss der Arbeiten rechnet John Carville, Bauleiter für Manafort Brothers, mit mehr als 113 000 t Schutt, die regelmäßig per Zug zu einem Endlager in der Wüste von Utah transportiert werden. »Außer dem Beton muss man natürlich auch die tausenden Tonnen eisenhaltigem und nicht eisenhaltigem Material berücksichtigen, das nach dem Abriss übrigbleibt«, so Carville. Die zurückzubauenden Betonschüttungen waren zwischen 1 m und 4 m dick, mit Bewehrungsdurchmessern von 32 mm oder 36 mm mit durchschnittlich engem bis sehr engem Gitter. Die größten Dicken finden sich in den baulichen Anlagen, die in fast 18 m unter der Geländeoberkante liegen und in denen die Pumpanlagen des Kühlwassers aus dem Michigan-See untergebracht waren, sowie in den Bauteilen des Gebäudes für die Vorräte des Nuklearbrennstoffs und natürlich in den Fundamenten. Solche Dicken verlangen eine erhebliche Leistungsfähigkeit der Maschinen und Werkzeuge, wie auch Carville unterstreicht: »Wir haben bereits die Kraftwerke Connecticut Yankee und Maine Yankee rückgebaut. Dennoch hatte ich noch nie Stahlbeton mit Druckfestigkeitswerten von 60 MPa bis 90 MPa (8,7 Kpsi bis 13 Kpsi) angetroffen. Deshalb war die Wahl der Hämmer und der anderen Abrisswerkzeuge ausschlaggebend.« Die Entscheidung pro Indeco sei nicht nur in den positiven Erfahrungen mit dem HP 8000 begründet gewesen, sondern auch das Ergebnis eines sorgfältigen Vergleichs mit anderen Herstellern. »Die beiden HP 13001 sind die Modelle, die wir am meisten verwenden, aber natürlich können wir mit den beiden HP 25000 die schwierigsten Situationen meistern. Der HP 25000 verfügt über eine erhebliche Leistung und ist mit seinen 25 000 Joules der produktivste und leistungsfähigste Hammer heute auf dem Markt«, unterstreicht Carville. Manchmal sei der HP 25000 die einzig sinnvolle Alternative zur Sprengung. Bei allen Modellen habe man eine hohe Zuverlässigkeit und erhebliche Lebensdauer der Bohrer festgestellt. »Ein Zeichen, dass die dafür verwendeten Werkstoffe denen aller anderen Komponenten des Hammers in nichts nachstehen«, so der Baustellenleiter. Auch der Pulverisierer und die Schere hätten hervorragende Produktionsergebnisse geliefert. Vor allem der drehbare Pulverisierer habe ein günstiges Leistungs-Abmessungsverhältnis gezeigt.     §

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