Große Auswahl an Maschinen- und Anbaugeräten
Aufgeboten hatte Hydrema zahlreiche Modelle, wie die City-Bagger »MX14G«, »MX16G«, »MX18G« und »MX20G«, die konventionell angetriebenen Muldenkipper »707G«, »912G«, »922G« und »DT22« sowie das rein elektrische Modell »DT6«. Ebenfalls mit dabei war ein Baggerlader »906G«. Für den praxisnahen Bezug sorgten diverse Anbaugeräte wie Sieblöffel, Brecher, Hydraulikmagnet, Tiltrotatoren und Verdichterplatten und mehr. So waren u.a. Rock.Zone mit einem »Rockcrusher« und Tibatek mit seinem »Rohrmaster« zur Verlegung von Rohren und seiner Betonmischschaufel für die mobile Herstellung von Beton vertreten (das bauMAGAZIN berichtete in Ausgabe 06/2026 auf Seite 58). Tuchel Maschinenbau steuerte Kehrmaschinen und Schneeräumschilde bei und OilQuick war mit einem großen Querschnitt aus seinem Portfolio auf dem Demogelände präsent. Nicht zuletzt gab es von der BSB-Saugbagger und Zweiwegetechnik Stefan Mattes GmbH & Co. KG das Saugbagger-Anbaugerät »tinbin TC2 Evo« zu sehen.
Als besonderes Highlight zeigte Hydrema die Leistungsfähigkeit des »MX20G«. Mit musikalischer Untermalung präsentierte sich der nach Unternehmensangaben »kompakteste 20-t-Mobilbagger am Markt«, laut Martin Werthenbach ein »perfekter Verwandlungskünstler«: »Seit über 13 Jahren ist der ›MX‹ im Visier auch vieler Marktbegleiter, die sich alle mal hier, mal dort versucht haben, etwas vom Konzept der Maschine abzuschauen. In der Gesamtheit seiner Werte ist es bis heute aber niemandem gelungen. Die hohen Leistungswerte, vor allem die Mehrpumpenhydraulik, bleiben genauso unerreicht wie die große Kabine der Maschine. Der ›MX20G‹ ist der mit Abstand kompakteste 20-Tonner am Markt der Mobilbagger, und wenn er in der Show zum Höhepunkt das schwere Gewicht, samt angebautem Grabenräumlöffel, in die Luft hebt und dann fast 10 t in die Höhe streckt, sind vor allem die Fachleute unter den Zuschauern überrascht und verblüfft zugleich.«
Werksrundgang durch die laufende Produktion
Ein weiteres besonderes Erlebnis waren für die Besucher die Werksrundgänge, die am Freitagvormittag während der laufenden Produktion durchgeführt wurden. Bemerkenswert ist die hohe Fertigungstiefe in der auf vier Takte ausgelegten Fertigung. So werden die Kabinen der knickgelenkten Dumper und der im dänischen Hydrema-Stammwerk Støvring produzierten Baggerlader komplett in Eigenregie hergestellt. Darüber hinaus stammen sämtliche weitere Komponenten, wie beispielsweise die Kabelbäume, aus europäischer Produktion. Pro Woche laufen durchschnittlich ein bis eineinhalb Modelle des neuen »DT22« und fünf bis sechs der weiteren Dumper-Modelle einschließlich der elektrischen Variante in unterschiedlichen Ausfertigungen vom Band. Gemäß dem Motto »Brennen war gestern, heute wird nur noch geschnitten« gab es moderne Lasertische, hochmoderne Bohrwerke, ein mannloses Bohrzentrum sowie eine durch eine Lackierstraße von der Stahlbearbeitung getrennte Montagehalle zu sehen.
Bauma-Versprechen eingelöst: »MX-Rail« testbar
Mit dem Auftritt des »MX-Rail« auf den Demo-Tagen hat Hydrema zudem ein Versprechen eingelöst, das vielen Fahrern auf der Bauma gegeben worden war. Hierzu erläutert Werthenbach: »Wir hatten auf der Bauma sehr viele Kunden aus Deutschland, die uns darum gebeten haben, den ›MX-Rail‹, der in Skandinavien Marktführer auf den Gleisen ist, einmal fahren zu dürfen. Da wir uns auch fest vorgenommen haben, den Bagger mit einer Bahnlizenz für Deutschland weiterzuentwickeln, lag es nahe, die Gelegenheit zu nutzen, bei dieser Veranstaltung die Maschine für Fahrten auf dem eigenen Werksgleis zur Verfügung zu stellen. Und tatsächlich kamen sehr viele kompetente Gleisbaufirmen und Baggerfahrer, die diese Chance nicht verpassen wollten. Nun war es aufgrund des bereits erzielten Erfolges in Skandinavien nicht verwunderlich, dass viele Fahrer schnell die Vorzüge der Maschine erkennen würden, aber die überwältigende Zustimmung für die Maschine begeisterte ebenfalls die nach Deutschland angereisten Konstrukteure aus Dänemark.«
Der selbstständige Zweiwegebagger-Fahrer Jan-Henrik Weigel ist seit mehreren Jahren mit der Firma Weigel Railservice deutschlandweit unterwegs und blickt auf über 17 Jahre Erfahrung im Zweiwegebagger-Einsatz zurück. Er bekam anlässlich der Veranstaltung die Gelegenheit, als Vorführer und Sprecher den anreisenden Fahrern die Maschine zu erklären. »Ich habe sehr viele Vorzüge der Maschine erkannt und musste mich in sehr kurzer Zeit auch mit ein paar Besonderheiten an der Maschine auseinandersetzen, die wir in Deutschland so nicht kennen. Ich konnte in der sehr kurzen Einführungsphase mit den dänischen Konstrukteuren die Punkte herausarbeiten, die man ändern sollte, um im deutschen Markt dem Großteil der Fahrer die gewohnte Arbeitsweise mit der Maschine zu bieten, denn nicht alle Fahrer werden sich umgewöhnen wollen.«
In einem zweiten Teil der »Rail«-Demo wurde mit dem Bagger und entsprechendem Werkzeug von OilQuick in einer Musterbaustelle das überalterte Gleis ausgebessert. Hierfür war ein Bautrupp der Firma Gleisbau Bautzen GmbH angereist, um mit seinem mitgebrachten Werkzeug den Arbeitsprozess mit dem Bagger zu demonstrieren. Baggerfahrer Sandro Seifert hatte mit der angesprochenen Umgewöhnung überhaupt kein Problem und konnte mit seinen Kollegen den Prozess vorbildlich und sehr souverän darstellen. Vertriebsleiter Martin Werthenbach zieht nicht nur deswegen ein durchgängig positives Fazit zur diesjährigen Veranstaltung: »Aber eines ist ganz sicher; an diese Demo-Tage werden wir uns noch lange gerne erinnern.«s