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Huesker Synthetic: »Verbundflexibilität« - neuer Terminus für Geogitter-bewehrte Bauwerke

Eine optimale Bewehrung muss nach Stand der Wissenschaft über eine ausreichende Dehn­steifigkeit und Zugfestigkeit sowie ein gutes Verbundverhalten verfügen. Der Begriff »Verbundflexibilität« ergänzt diese Formel um einen Aspekt, der bisher in der Betrachtung fehlte und die Interaktion zwischen Boden und Bewehrung verbessert: die Flexibilität des eingesetzten Geogitters.

Die Sicherheit und Langlebigkeit bewehrter Erdbauwerke hängt maßgeblich von drei Faktoren ab. Erstens: eine ausreichende Zugfestigkeit des eingesetzten Geogitters. Ist diese unzureichend, kann es zu einem Versagen der Bewehrung und somit des Bauwerks kommen. Zweitens: Eine angemessene Dehnsteifigkeit der eingesetzten Bewehrung, die die maximale Verformung des Bauwerks mit bestimmt. Drittens: ein gutes Verbundverhalten zwischen Boden und Bewehrung, maßgeblich für die Kraftübertragung zwischen Geogitter und Boden und somit für die Sicherheit sowie Leistung des Bauwerks.


Unter dem Begriff »Verbundverhalten« versteht man allgemein die Fähigkeit eines Geogitters, Kräfte vom Boden aufzunehmen bzw. wieder abzugeben, unter anderem bestimmt durch die Verzahnung und Reibung. In bisherigen Begriffsbestimmungen kommt dabei der Aspekt der Auswirkungen der Biegesteifigkeit der Geotextilien auf den Verbund zu kurz. Verbundflexibilität erweitert die bisherige Definition des Verbundverhaltens um ­diesen wichtigen Faktor.

Unter »Verbundflexibilität« versteht man die kombinierten Fähigkeiten eines Bewehrungsprodukts, zum einen den starken Verbund mit dem Boden einzugehen durch bestmögliche Verzahnungseigenschaften (Mikro-, Meso,- Makro-) und sich zum anderen den Bodenpartikeln flexibel anzupassen, um Hohlräume zu vermeiden.

Die Wichtigkeit dieser Anpassungsfähigkeit beschreibt bereits Christian Lackner in seiner Dissertation im Jahr 2012 an der TU Graz: »Die Interaktion zwischen Boden und Bewehrung verbessert sich zusätzlich, wenn sich das Geogitter an die Bodenpartikel anpassen kann zur Vermeidung von Hohlräumen in der Bodenstruktur. Mit anderen Worten, die Installation von sehr starren Geogittern kann zu negativen Interaktionseffekten führen.«

Die Flexibilität eines Geogitters lässt sich anhand einer vorhandenen Testmethode, definiert in der ASTM D 7748, beschreiben. Demnach sollte die Biegesteifigkeit möglichst niedrig sein, ausgewiesen in der Einheit mg-cm. Der Begriff »Verbundflexibilität« erklärt ein Video, verfügbar unter youtu.be/-sXaSE1M8yo.    §

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