Aktuelles Gewinnung – Aufbereitung – Abbruch – Brechen und Sieben

Haver & Boecker: Mit Quadrat- und Rechteckmaschengeweben individuelle Einsatzaufgaben lösen

Haver & Boecker bietet eine große Bandbreite an Standardgeweben nach ISO 14 315 und ISO 9 044. Verfügbar sind Quadrat- und Rechteckmaschengewebe sowie mit Ton-Cap und Egla-Max besondere Rechteckmaschengewebe. Angeboten werden auch die selbstreinigenden Siebböden »Flex-Mat High High Vibration Wire Screen« für eine ­Aufbereitung sieb­schwieriger Schüttgüter (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 8/17, Seite 56).

Wenn präzise Trennschnitte von Siebgütern gefordert sind oder längliche Partikel herausgesiebt werden sollen, liegt der Einsatz von Quadratmaschen nahe. Für die Aufbereitung gröberer Schüttgüter bestimmt die Kröpfung (Webart) das Siebverhalten. Beidseitig vorgekröpfte Drahtgitter wie Doka-Gewebe und -Gitter sorgen dank einer rauen dreidimensionalen Oberfläche für ein gutes Umwälzen des Siebgutes. Das Material hat mehr Chancen, durch die Öffnungen zu gelangen und gesiebt zu werden. Zudem wird das Feinkorn schneller an die Sieboberfläche gefördert, sodass der Siebvorgang beschleunigt wird. Je schneller das Feinkorn gesiebt wird, desto mehr Fläche steht für die Siebung des kritischen Grenzkorns zur Verfügung.


Bei besonders schweren und abrasiven Materialien können die Kuppen der Drahtkröpfungen aber schneller verschleißen als übrige Drahtbereiche. Dieser Effekt wird nach Anbieterangaben bei einseitig glatten Egla-Gittern ausgeschlossen. Die glatte Oberfläche sorgt dann für einen gleichmäßigen Verschleiß auf dem Siebboden. Auf geneigten Siebmaschinen wirkt sich, so der Anbieter, die glatte Oberfläche allerdings negativ auf die Siebeffizienz aus. Das Siebgut läuft schneller über den Belag. Feingut gelangt langsam an die Sieboberfläche, Körner haben weniger Chancen gesiebt zu werden. Deshalb rät der Anbieter Egla-Gitter bei siebschwierigen Materialien nur auf Horizontal-Schwingsiebmaschinen einzusetzen.

Rechteckmaschengewebe

Bei runden oder kubischen Partikeln bietet sich der Einsatz von Rechteck- oder Langmaschengeweben an. Ihre relativ große offene Siebfläche steht für eine höhere Leistung bei geringerer Verstopfungsneigung. Liegt die ­lange Masche parallel zum Materialfluss, wird ein höherer Durchsatz erzielt. Liegt sie quer, wird ein genauerer Trennschnitt erreicht. Je größer das Verhältnis von Länge zu Breite ist, umso flexibler ist das Drahtgewebe und desto besser der Selbstreinigungseffekt.

Durchsatz und Standzeiten

Standardmäßig haben Rechteckmaschen ein Seitenverhältnis von 1:3, es kommen die gleichen Drahtdurchmesser wie bei entsprechenden Quadratmaschen zum Einsatz. Die offene Fläche ist im Vergleich zur Quadratmasche erhöht, was für einen größeren Durchsatz sorgt. Durch das geringere Flächengewicht reduziert sich jedoch die Lebensdauer des Siebbodens. Hier bietet Haver & Boecker mit zwei Rechteckmaschen Lösungen an.

Ton-Cap steht für Tonnage Capacity – ein Drahtgewebe aus feinen Rechteckmaschen im Länge-zu-Breite-Verhältnis von 1:6 bis 1:15. Diese schlanke Maschenform erlaubt im Vergleich zu entsprechenden Quadratmaschen den Einsatz größerer Drahtdurchmesser. Während die offene Fläche in etwa gleich bleibt, ist das Flächengewicht mehr als doppelt so hoch, wodurch Ton-Cap-Gewebe bei ähnlicher Durchsatzkapazität eine deutlich längere Standzeit erreichen. Ton-Cap-Gewebe eignen sich nach Anbieterangaben in erster Linie für abrasive Materialien, wenn gleichzeitig eine möglichst lange Standzeit erzielt werden soll.

Egla-Max-Gewebe stehen neben einem hohen Flächengewicht für extreme Maschenproportionen von bis zu 1:50 und verfügen über eine große offene Fläche. Gegenüber entsprechenden Quadratmaschen ist der Drahtdurchmesser geringfügig höher, nur bei den feineren Spezifikationen werden deutlich dickere Drähte eingesetzt. Das Flächengewicht und damit die Verschleißeigenschaften von Egla-Max und Ton-Cap sind, so der Anbieter, vergleichbar bzw. werden verbessert. Um weiter einen guten Verbund zwischen Kett- und Schussdrähten zu gewährleisten und die Stabilität des Siebbodens zu stärken, werden je Querdrahtlage mehrere Schussdrähte in Egla-Max-Spezifikationen eingewebt. Dank der großen offenen Fläche erhöhen sich Durchsatz und Kapazität der Siebmaschine. Durch die lange Masche sollen Steckkörner praktisch ausgeschlossen werden. Die einseitig glatte Fläche steht außerdem für einen gleichmäßigen Verschleiß auf der gesamten Sieboberfläche.    §

Nach oben
facebook Instagram youtube twitter rss