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Hammerglass AB Windschutzscheibe versus zehn Tonnen schwerem Felsbrocken

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Hammerglass
Von: Dan Windhorst

Ein bitteres Mahnmal für jeden, der in eine Baggerkabine steigt: Als ein 10 t schwerer Granitblock auf die Maschine des Baggerfahrers Jörgen Stjern­kvist knallte, war klar, dass sein Überleben nicht von Glück, sondern von einer zwölf mm dicken Frontscheibe abhängig war, die aus Polycarbonat gefertigt wurde. Mit dieser Story hat das schwedische Unternehmen Hammerglass die Besucher der Bauma sowie bauMAGAZIN-Chefredakteur Dan Windhorst im Oktober konfrontiert, um Aufklärungsarbeit zu betreiben und zu hinterfragen, warum geltende Sicherheitsstandards zum Schutz der Fahrer in manchen Situationen schlichtweg nicht ausreichen.

Über eine Gefahr zu sprechen ist das eine, sie bewusst vor Augen zu führen, etwas vollkommen anderes. Am Gemeinschaftsstand von Menzi Muck und Hammerglass wurde die bewegende Geschichte des Baggerfahrers Jörgen Stjern­kvist erzählt, der bei Arbeiten in einem Steinbruch nur knapp dem Tod entkommen war. Inmitten der schwedischen Provinz Skåne län war es die Aufgabe des erfahrenen Maschinisten, die Dynamit-Rinnen im Steinbruch Vånga mit seinem Bagger zu reinigen. Nachdem sich ein tonnenschwerer Felsbrocken aus der Felswand gelöst und in die Windschutzscheibe seines 45-t-Volvo-Baggers krachte, hat ihn letztlich das Schutzglas gerettet. »Der Felsbrocken lief vorn spitz zu, was ihn sicherlich noch gefährlicher machte. Die Spitze hat sich ein wenig in die Frontscheibe geschoben, wurde dann aber gestoppt. Ohne die RABS-Scheibe hätte mich der spitze Brocken wohl erwischt«, so Jörgen Stjern­kvist. Hinter der Bezeichnung RABS verbirgt sich eine bruchsichere Scheibe in explosionsgetestetem Stahlrahmen. Sie wurde von Hammerglass als Lösung entwickelt, die selbst Detonationen standhalten kann. Nicht detonierter Sprengstoff, große Steine sowie Schotter können grundsätzlich eine direkte Lebensgefahr für den Maschinenführer bedeuten. Bei der RABS-Variante handelt es sich um eine 12 mm dicke Hammerglass-Scheibe, die in einen stabilen Stahlrahmen festgebolzt wird. Eine zusätzliche Screen-Saver-Schutzscheibenbeschichtung soll zudem den Verschleiß der Oberfläche reduzieren. Gerade in der Steingewinnung oder in besonders staubiger oder sandiger Umgebung wird diese zum Beispiel durch die Verwendung des Scheibenwischers stark beansprucht.

Erfüllt Schutzklasse 3

Grundsätzlich, so Hammerglass, empfiehlt sich der Einsatz ihrer RABS-Lösungen überall da, wo Ma­schinen in schwierigen Umgebungen eingesetzt werden. Wo Gefahr von Steinschlägen besteht oder wenn bei hoher Geschwindigkeit gegossen oder gesprengt wird, können leistungsstarke RABS-geprüfte Scheiben zum Schutz des Fahrers um die gesamte Kabine herum eingesetzt werden. Die Schutzklasse 3 ist hierbei die umfangreichste Instanz und wird überall dort gefordert, wo große Gefahren für den Fahrzeugführer und das Fahrzeug lauern.

Auf der Bauma konnten die Standbesucher die originale Fahrerkabine des Baggerfahrers Jörgen Stjern­kvist begutachten, die während Arbeiten im Steinbruch von einem tonnenschweren Felsbrocken getroffen wurde und schlussendlich nur von der 12 mm dicken Schutzscheibe von Hammerglass aufgehalten wurde.

»Keine Zeit zum Nachdenken«

Am Beispiel von Jörgen Stjern­kvist zeigt sich, wie notwendig derartige Schutzmaßnahmen sind. Gleichzeitig, und auch das stellte der Baggerfahrer in diesem Zusammenhang klar, wäre die Gefahr durch den herannahenden Felsbrocken selbst durch seine langjährige Erfahrung nicht zu vermeiden gewesen. »In dieser Situation hatte ich keinerlei Zeit zum Nachdenken. Das einzige, was danach in meinem Kopf war, war die Freude darüber, dass ich das Ganze überlebt hatte.« Das alles hätte laut Stjern­kvist ganz anders ausgehen können: »Das wird mir insbesondere dann klar, wenn ich die Bilder mit dem Felsbrocken und der Maschine sehe. Dann sage ich mir immer wieder: Da saß ich tatsächlich drin – mit nur einer Frontscheibe dazwischen.«

Die Bauma sinnvoll genutzt

Um die generelle Gefahr solcher Zwischenfälle aufzuzeigen und um für dieses Thema zu sensibilisieren, hatte Hammerglass die besagte Fahrerkabine mit zur Bauma nach München gebracht. Die Standbesucher konnten sich ein genaues Bild vom Ausmaß der Gefahr machen und haben spätestens beim Berühren des tonnenschweren Granitblocks verstanden, welcher Krafteinwirkung die Hammerglass-Scheibe schlussendlich Stand gehalten hat. Solche Ereignisse verdeutlichen laut Hammerglass, dass wir von einer ernsten Gefährdung von Menschenleben sprechen, wenn keine wirksamen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Gleichwohl wies das Unternehmen darauf hin, dass es sich eine offenere Diskussion innerhalb der Branche wünsche, bei der auch die bisherigen Schutzmaßnahmen hinterfragt werden.

Tatsächlich setzen viele Unternehmer auf eine Kombination aus Sicherheitsfenster und -gitter. Diese entsprechen in der Regel zwar den vorgeschriebenen Standards, reichen laut Hammerglass aber nicht aus, um den Fahrer auch tatsächlich vor allen Gefahrensituationen zu schützen. So heißt es seitens der Schweden etwa, dass eine Scheibe, die detonationsgeprüft und damit explosionssicher sei, längst nicht als unzerbrechlich gelte.


Eine detonationsgeprüfte Scheibe, so Hammerglass weiter, hält der Druckwelle von ausgehobenem, nicht gezündetem Sprengstoff stand und wird nicht in die Kabine gedrückt, das heißt, sie hält dem stand, wofür sie geprüft wurde. Laut Hammerglass kann die Scheibe hingegen durch ein scharfes Steinprojektil zerbrechen, das durch die Druckwelle der gleichen Explosion in Bewegung gesetzt wird. Somit sei der Schutz für den Fahrer nicht ausreichend. Das gelte insbesondere auch bei der Verwendung von Scheibe plus Schutzgitter.

Auch hier verweist Hammerglass erneut auf seine RABS-Lösung, die einen vollständigen Schutz bieten soll und dabei ohne ein zusätzliches Gitter auskommt.    d