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Hain Industrievertretung: Unter Druck mit nur einem Handgriff koppeln

Auf mehr als 90 000 m2 Freifläche betreibt die Freyer Hafenlogistik in Germersheim am Rhein seit 1969 in heute vierter Generation Hafenumschlag sowie Lagerung und Transport von Massen- und Stückgütern. Pro Jahr werden ca. 400 000 t Material wie Papier, Getreide und Düngemittel, aber auch Sand, Kies, Schrott, Granitsteine, Roheisen und Zementklinker umgeschlagen. Für die Verladung stehen unterschiedlichste Großmaschinen zur Verfügung. Zwar ist die Wechselhäufigkeit der Anbaugeräte deutlich niedriger als im Bauwesen, doch oft genug, um zu erkennen, dass ein analoges Verbinden jeder Leitung zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Vor sieben Jahren entschied sich Freyer, die Pister-Multikupplung einzusetzen. Beraten wurde das Unternehmen dabei von der Hain Industrievertretung.

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Damit der Beladungsprozess so schnell wie möglich erfolgen kann, stehen ein Container-Kran für Schwergut, ein Seil- und ein Portalkran mit je 10 t, vier große Materialumschlagmaschinen und fünf Radlader von 3,5 m³ bis 4 m³ Schaufelinhalt zur Verfügung.

Jedes Gerät hat spezifische Vor- und Nachteile, die es geschickt einzusetzen gilt. Ein Seilkran ist bei der Schiffsentladung nützlich, da die Schalen des Greifers nur durch das Eigengewicht schließen. Hydraulische Mehrschalengreifer bei Umschlagmaschinen entwickeln unter Umständen zu viel Druck. Allerdings liegt die Arbeitshöhe im Seilkran bei gut und gerne 20 m. Moderne Materialumschlagma­schinen sind hingegen extrem leistungsstark und flexibel einsetzbar. Die erste Maschine war ein Liebherr 954. Im Laufe der Jahre folgten ein Sennebogen 860, ein Sennebogen 870E und zuletzt eine Fuchs-Maschine. Der Sennebogen 870E bringt mit Pylon 108 t auf die Waage.

Für die Verladung der Güter greift Freyer auf eine Vielzahl an Anbaugeräten zurück, die regelmäßig gewechselt werden müssen, je nach Stück- oder Schüttgut. Die in der Regel vier parallel auf dem Stiel laufenden Hydraulikleitungen für die Anbaugeräte müssen dazu jedes Mal an- und abgekuppelt werden. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Vor sieben Jahren entschied sich das Unternehmen für die Pister-Multikupplung. Das System gibt es u. a. in einer Ausführung für den Warenumschlag, mit vier parallellaufenden Leitungen; einem außenliegenden Haupt- und einem innenliegenden Steuerkreis. Beraten wurde die Firma Freyer von der Hain Industrievertretung. Der Spezialist aus dem Allgäu ist für den Vertrieb der Kupplungssysteme unter anderem in Deutschland zuständig.


Im Jahr 2014 wurde bei Freyer der Liebherr 954 umgerüstet. Es folgten 2014 und 2019 die beiden Sennebogen-Maschinen. Zu den drei Materialumschlagmaschinen wurden insgesamt 14 Anbaugeräte mit entsprechenden Schnellwechseladaptern ausgestattet, wodurch die Anbaugeräte nun untereinander mit nur einem Handgriff an- und abgekuppelt werden können.

»Leistungsfähigkeit der Kupplung beeindruckt«

Der Herr der Maschinen ist Sascha Willner. Er ist seit vielen Jahren für Freyer als Bagger- und Radladerfahrer tätig. Für ihn ist der Umgang mit den riesigen Umschlagbaggern mittlerweile Normalität. Die Geräte im Arbeitsalltag zu verbessern, gehört aber ebenso zu seinen Aufgaben, wie die Bedienung selbst. Zwar sind die Maschinen werksseitig schon recht ausgetüftelt, aber jedes Einsatzgebiet ist so spezifisch, dass die ein oder andere Modifikation vor Ort nicht ausbleibt. Die Nachrüstung mit der Pister-Multikupplung war für ihn die beste Entscheidung. »Anbaugeräte unter Druck mit nur einem Handgriff anzukuppeln, ist schon eine feine Sache«, sagt er.

Die Leitungen werden zudem immer richtig angeschlossen. Gerade wenn es schnell gehen muss, weiß er, dass alles passt, ohne nochmal kontrollieren zu müssen. »Die Leistungsfähigkeit der Kupplung hat mich schon beeindruckt.« An die 400 l/min Öl bei geringen Staudrücken gehen durch die DN20-Kupplung – also selbst für den großen Sennebogen 870E kein Problem.     t

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