Gewinnung – Aufbereitung – Abbruch – Brechen und Sieben

Gesteigerte Effizienz im Asphalt-Recycling

Für Juchem gehört die Wiederverwertung von Ausbauasphalt zum Tagesgeschäft. Wirtgen-Kaltfräsen verschiedener Fräsdienstleister tragen sanierungsbedürftige Straßenbeläge Schicht für Schicht ab. Nach dem Transport dieses Materials zu den Asphaltmischwerken der Gruppe folgt die Aufbereitung – mit Anlagen von Kleemann und Benninghoven. Ziel ist, möglichst homogene Fraktionen zu erhalten und somit die Basis für ein qualitativ hochwertiges Endprodukt zu schaffen. Deshalb wird das Fräsgut zunächst gründlich gesiebt. Für diesen Prozessschritt setzt Juchem inzwischen vier mobile Mobi­screen-Sieb­anlagen MS 16 D und MS 16 Z von Kleemann ein. Diese werden in Kombi mit je einer Benninghoven-Asphaltmischanlage des Typs BA an den Standorten Landau, Niederwörresbach, St. Wendel und Ürzig betrieben.


Schritt 1: Recyclingmaterial-­Gewinnung und -Untersuchung

Bei Sanierungsmaßnahmen der Juchem-Gruppe tragen Wirtgen-Kaltfräsen die Deck-, Binder- und Tragschicht ab und gewinnen drei verschiedene Fraktionen. Pro Baumaßnahme kommen so häufig 3 000 t Fräsgut zusammen – in einer Arbeitsschicht. »Um einen hochwertigen Einsatz zu gewährleisten, untersuchen wir das Recyclingmaterial im eigenen Labor genau und selektieren es im Anschluss«, so Dr. Hermann Heppenheimer, Niederlassungsleiter Asphaltmischwerk Landau Juchem KG. »Zudem muss das Material für die weitere Verarbeitung sehr homogen sein – und dafür benötigen wir perfekte Aufbereitungstechniken.«


Schritt 2: Absiebung mit mobilen Siebanlagen von Kleemann

Anschließend kommen die mobilen Kleemann-Klassiersiebanlagen Mobiscreen zum Einsatz. Sie sorgen nach der Anlieferung des Fräsguts dafür, dass bis zu 80 % des Recyclingmaterials direkt weiterverarbeitet werden können. Lediglich das Überkorn bearbeitet ein Granulator nach. Dadurch sinken die Prozesskosten gegenüber einer vollständigen Nachbearbeitung des Fräsguts deutlich. Da das bereits klassifizierte Material teilweise offen gelagert wird und somit witterungsbedingt Wasser aufnehmen kann, werden bei Bedarf Feinanteile < 5 mm ausgesiebt und anschließend trocken gelagert. Dies senkt zugleich den Energieverbrauch der Asphaltmischanlage, denn es gilt die Faustregel: 1 % weniger Feuchtigkeit entspricht 1 l weniger Heizöl auf 1 t Mischgut.

Juchem hat vier Kleemann-Mobiscreen-Siebanlagen angeschafft – drei Dreidecker MS 16 D und eine Zweidecker MS 16 Z. Die MS 16 D hat im Einsatz bei Juchem einen Durchsatz von 150 t/h bis 300 t/h. Das Aufgabematerial (0 – 150 mm) wird klassifiziert – je nach Asphalt-Rezeptur der Mischanlage in die Körnungen 0 – 8 mm, 0 – 11mm, 0 – 16mm, 0 – 22mm, oder 0 – 32mm. Mit feineren Siebbelägen ist die Leistung geringer, aber für die Weiterverarbeitung steht ein homogenes Produkt im Vordergrund. Darin liegt eine weitere Stärke von Kleemann: Durch eine Vielzahl an Siebbelägen in Verbindung mit dem einfachen Austausch erlangen Betreiber hohe Flexibilität. Dabei kann der Fahrer die MS 16 D beschicken und per Fernbedienung gleichzeitig steuern.


Schritt 3: Mischgut-Produktion in Benninghoven-Asphaltmischanlage

In den Juchem-Mischwerken wird das klassifizierte Fräs- zu neuem Mischgut verarbeitet. Und zwar seit 1999, als in eine der ersten Paralleltrommeln in Rheinland-Pfalz investiert wurde. »Die Investitionen in Recycling-Zugabesysteme von Benninghoven steigern unsere Wettbewerbsfähigkeit«, berichtet Heppenheimer. Juchem hat mehrere seiner Asphaltmischanlagen nachträglich mit unterschiedlichen Systemen ausgestattet. Kombinationen der Systeme – multivariable Zugabe und Paralleltrommel – schaffen Flexibilität. Der Einsatz von Paralleltrommeln, einem Heißzugabesystem, lohnt sich für große Mengen und für hohe Recycling-Zugabequoten von bis zu 70 %. Zusätzlich setzt Juchem auf das multivariable Kaltzu­gabesystem. Dabei wird das RC-Material direkt und getaktet in den Mischer zugegeben, die mögliche Zugabequote beträgt 40 %. »Mit der multivariablen Zugabe können wir auch Kleinstmengen ab 2 t abdecken. Und mit der Paralleltrommel bedienen wir Großaufträge. Beide Systeme sind ausgereift und liefern erstklassige Qualität«, so Heppenheimer.

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