Gewinnung / Aufbereitung / Brechen / Sieben

Generationswechsel mit Spareffekt

Die Ursprünge des heutigen Unternehmens bei Kassel reichen zurück bis zur vorigen Jahrhundertwende. Anfänglich rein auf Basaltgewinnung ausgelegt, intensivierte man nach Übernahme des Betriebs durch Carl Hellwig, den Großvater des heutigen Geschäftsführers Karl-Hans Krug, Anfang der 1920er-Jahre den Abbau und die Verarbeitung der anstehenden Sande und Tone. Mit dem Tod des Firmengründers 1961 und der sinkenden Nachfrage nach keramischen Tiefbauprodukten setzte in den 1970er-Jahren eine Umstrukturierung ein. Der Abbaubetrieb blieb in den Händen der Familie und ging unter Führung von Karl-Hans Krug 1987 in die neu gegründete Knüllwalder Tagebau GmbH + Co. Betriebs KG über.

Als »Quereinsteiger« setzte der hauptberufliche Zahnarzt Krug frühzeitig auf die Nutzung aller vorhandenen Ressourcen, eine nachfrageorientierte Produktion und eine schlanke, flexible Betriebsorganisation. So wurde die nach dem Krieg eingestellte Basaltgewinnung in den 1990er-Jahren wieder aufgenommen und die Wiederverwertung bzw. Verfüllung unbelasteter Baurestmassen vorangetrieben. Auf Basis der vielfältig anstehenden hochwertigen Rohstoffe – darunter auch Bentonit, Tuffit, Quarzit – bietet das Unternehmen eine marktgerechte Lieferpalette an qualifizierten Produkten für industrielle und bautechnische Anwendungen.

Insgesamt rund 200 000 t Rohstoffe werden heute pro Jahr abgebaut – anteilig jeweils 45 % Sande und Tone sowie 10 % Basalt. Die Produktion der definierten Körnungen bzw. Mischungen erfolgt mit semistationärer bzw. mobiler Aufbereitungstechnik. Gewinnung und Umschlag der Massen auf dem rund 70 ha großen Areal übernehmen insgesamt sieben Großgeräte, die auch in der Verfüllung der unbelasteten Restmassen eingesetzt werden. Aufgrund der beschränkten Breite des 22-m³-Nachbrecherbunkers nutzt das Unternehmen einen 25-t-Knicklenker als einzige Transportmaschine. Seit 2012 setzt Karl-Hans Krug auf Dumper-Technologie von Bell Equipment, geliefert und betreut durch König Baumaschinen.


Verfügbarkeit bei jeder Witterung

Der Austausch des bisherigen B25D durch das Nachfolgemodell B25E erfolgte turnusgemäß im August nach 4 000 Betriebsstunden. Regelmäßig alle drei bis vier Jahre wechselt Krug die Großgeräte im Betrieb, die wie die übrige Technik von nur vier erfahrenen Mitarbeitern bewegt werden. »Ich will die Maschinen nicht besitzen, sondern damit arbeiten«, erklärt Krug seine Strategie, die insbesondere auch auf eine hohe Verfügbarkeit im witterungssensiblen Ganzjahresbetrieb ausgerichtet ist.

Durch den selektiven Abbau der einzelnen Rohstoffsorten auf insgesamt vier Ebenen erreichen die 6x6-Transportstrecken im Knüllwalder Tagebau bis 300 m und weisen Steigungen von maximal 30 % auf. »Zwar trocknen unsere Fahrwege im Vergleich zu anderen Tongruben schneller ab, dennoch überzeugen die Bell-Muldenkipper mit sehr guten Retarderleistungen gerade bei Bergabfahrten unter Last«, nennt Karl-Hans Krug ein wichtiges Plus, das auch die Entscheidung für den B25E maßgeblich beeinflusste. Auch in der aktuellen Version nach EU4 besitzt der 25-Tonner eine hochwirksame Kombination aus Motorbremse und variablem Getrieberetarder, die in sechs gut dosierbaren Stufen automatisch für sanfte, aber effektive Verzögerung sorgt.


Wirtschaftlichkeit im Blick

Seit Ende vergangenen Jahres werden die 2013 vorgestellten E-Serien-Modelle von Bell mit Abgasreinigung nach EU IV/Tier 4 final geliefert – die wichtigste Neuerung sind die Mercedes-Benz-Motoren OM936LA. Als EGR-Motoren mit minimaler Nachverbrennung gekühlter Abgase erlauben die 7,7-l-Sechszylinder die EU-4-konforme Abgasreinigung ohne Dieselpartikelfilter, alleine durch das in Bell-Muldenkippern bereits tausendfach bewährte SCR-Verfahren auf Harnstoffbasis.

Neben einer besseren Verfügbarkeit durch wegfallende Filterregeneration und geringere Ausfallrisiken sind die neuen MB-Aggregate im Zusammenspiel mit Allison-Sechsgang-Automaten auch auf hohe Wirtschaftlichkeit hin ausgelegt. Der Bell B25E leistet in der Spitze 210 kW, wobei das maximale Drehmoment von 1 150 Nm im breiten Drehzahlband von 1 200 bis 1 600 U/min anliegt.

Diese Motorcharakteristik gewährleistet souveräne Fahreigenschaften auf ausgebauten Fahrstrecken und im schweren Gelände, wobei dem »kleinen« Bell eine neue Frontaufhängung und die elektronisch aktivierte Traktionskontrolle zugutekommen. Auch im Klassenvergleich der bei 25-Tonnern besonders sensiblen Betriebsgewichte ist der B25E Bell-typisch weit vorne: Mit 19,7 t Leergewicht unterbietet er seine direkten Wettbewerber um bis zu 3,5 t – bei identischen Nenn-Nutzlasten bzw. Muldenvolumen (24 t/15 m³). Für die Praxis werden dadurch spürbare Einsparungspotenziale beim Kraftstoffverbrauch und anderen verschleißkritischen Betriebskosten wie Reifen versprochen.

Dies zeigt sich auch im Knüllwalder Tagebau mit seinen vielfältigen Transportaufgaben: Während für das Vorgängermodell B25D in der täglichen Praxis noch Durchschnittsverbräuche von 9 l/h bis 12 l/h dokumentiert sind, meldet das satellitengestützte Management-System Fleetmatic für den neuen Bell B25E ein Drei-Monats-Mittel von unter 8 l/h.

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