Gewinnung / Aufbereitung / Brechen / Sieben Titelstory

Europa-Premiere auf Kundenwunsch

Kamienołom Barwałd übernahm die 52,5-t-Anlage als Vorbrecher für seine Wasserbaustein- und Schotterproduktion vom polnischen Sandvik-Partner Grausch & Grausch. Die radmobile Aufliegerlösung Sandvik UJ310 bietet mit integriertem Anlagenaufbau und leichter Versetzbarkeit eine größere Flexibilität als andere semi-stationäre Lösungen. Herzstück der Sandvik-Anlage UJ310 ist der Sand­vik-Einschwingen-Backenbrecher CJ411 mit einem großen Einlauf von 1 045 mm x 840 mm (die maximale Aufgabegröße beträgt 750 mm). Die Beschickung erfolgt über den Vibrationsaufgeber SW1253H mit 15-m³-Trichter und 1,5 m langem Stangenvorsieb mit den Siebweiten 90/105/120 mm. Feinanteile und Mittelfraktion werden seitlich ausgetragen – optional trennt ein Maschensieb im Unterdeck (900 mm x 1 160 mm) die Feinanteile von verwertbaren Körnungen. Über eine Bypass-Rinne gelangen letztere auf das 1 000 mm breite Hauptauftragsband und werden mit dem Brechprodukt aufgehaldet bzw. der nächsten Produktionsstufe zugeführt. Diese Konstellation gewährleistet eine hohe Produktionsleistung, die laut Sandvik im Steinbruchbetrieb bis zu 325 t/h bei 125 mm Spaltweite erreichen kann. Die elektrischen Antriebe leisten gemeinsam 134 kW (Brecher: 110 kW, Aufgeber: 2 x 6,63 kW, Hauptband: 11 kW).

Alle Antriebssteuerungen sind in einer zentralen Einheit zusammengefasst, die Energieversorgung erfolgt durch vorhandenen Netzstrom oder einen beigestellten Generator. Neben einer hohen Energieeffizienz gepaart mit niedrigen Emissionswerten ermöglicht der vollelektrische Antrieb auch die einfache Steuerung der Anlage: Über einen Frequenzumrichter lässt sich die Aufgabegeschwindigkeit und damit die Anlagenleistung via Fernbedienung mit Notstopp-Einrichtung stufenlos regulieren. Alle Rahmenelemente und Aufbauten des 52,2-t-Dreiachs-Aufliegers wurden mithilfe computergestützer Verfahren (FEA) hinsichtlich statischer und dynamischer Eigenschaften optimiert. Das gewährleistet den sicheren Transport per Sattelschlepper und nach überschaubarer Rüstzeit auch die schnelle Positionierung auf insgesamt sechs Standfüßen. Wartungspodeste erleichtern Servicearbeiten und die Überwachung der Anlage. Sicherheitsabdeckungen an Gefahrenpunkten zählen ebenso zum Standard wie die Staubunterdrückung durch Wasserbedüsung am Brechereinlauf und der Bandübergabe.


Kundenbedarf als Impuls

Dass die Sandvik UJ310 in ihrer technischen Auslegung auch dem Bedarf europäischer Kunden entspricht, erkannte im vergangenen Jahr der polnische Sandvik-Partner Grausch & Grausch. Daraufhin entschloss sich Sandvik zur CE-Zertifizierung der am indischen Markt bereits erfolgreichen Anlage. Das erste europäische Modell ersetzt nun einen 150 – 200 t/h-Vorbrecher in der Aufbereitungslinie des Grausch & Grausch-Kunden Kamienołom Barwałd. Das Unternehmen baut südwestlich von Krakau Sandstein ab, der teilweise zu Naturwerkstein-Produkten zum überwiegenden Anteil jedoch zu Wasserbausteinen (63/130, 130/200, 130/350) sowie Straßenbaustoffen verarbeitet wird. Die Jahresproduktion beträgt 250 000 t bis 300 000 t.

»Vor diesem Hintergrund und angesichts der leichteren Einbindung in Abbauorganisation und bestehende Aufbereitungsstufen favorisierten die Verantwortlichen von Anfang an eine semi-stationäre Lösung«, erklärt Tymoteusz Pilor, Kundenberater für Sandvik-Aufbereitungstechnologie bei Grausch & Grausch. »Im Projektverlauf wurden natürlich unterschiedliche Szenarien wie die ›Stationierung‹ einer raupenmobilen Anlage oder die Errichtung einer versetzbaren Brecherstation in Modulbauweise evaluiert.« Gerade unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erwies sich jedoch das Angebot der mit Trichtererweiterung und zusätzlichen Austragsbändern spezifisch adaptierten radmobilen Sandvik-Brechertechnologie als besonders attraktiv. Tatsächlich entspricht die UJ310 sehr gut aktuellen und zukünftigen Leistungsanforderungen und gewährleistet durch die Versorgung über das vorhandene betriebliche Stromnetz niedrige und vor allem langfristig kalkulierbare Betriebskosten.

Neben den Anforderungen der CE-Zertifizierung wurden auch alle modernen Arbeitsschutz- und Sicherheitsrichtlinien berücksichtigt. In Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro übernahm Grausch & Grausch auch die kundenspezifische Erweiterung der Aufgabekapazitäten um 55 m³ sowie die Bereitstellung zweier zusätzlicher Haldenbänder für den Feinanteilaustrag bzw. die Übergabe an die Sekundärstufe.


»Rückmeldungen durchweg positiv«

Nach den ersten Betriebsmonaten zeigt sich Tymoteusz Pilor überzeugt vom Erfolg des Projekts und den weiteren Marktchancen für die radmobile Sandvik UJ310. »Die Rückmeldungen unseres Kunden sind durchweg positiv. Nach den üblichen Feinjustierungen läuft der Betrieb auch im Verbund mit den bestehenden Aufbereitungsstufen störungsfrei.« Dabei würdigt der Kunde bereits jetzt den niedrigen Energiebedarf: Bereits nach einem Betriebsmonat habe die vollelektrische UJ310 Kosteneinsparungen von 10 000 bis 15 000 Euro gegenüber einer vergleichbaren dieselbetriebenen Anlage gebracht.

Pilor sieht weitere Projekte am Horizont: »Neben kleineren bis mittleren Gewinnungsbetrieben rechnen wir auch im stationären Recycling mit großem Interesse. Zu den Kostenvorteilen kommen in beiden Fällen noch gewisse Vereinfachungen im Genehmigungsbereich hinzu, die der hochkapazitiven UJ310 natürlich auch Vorteile gegenüber stationären Ausrüstungen bringen. Sandvik bietet mit dem ­radmobilen Backenbrecher ein Produkt, das derzeit am Markt relativ einzigartig ist – schon alleine deshalb, weil es nur ganz wenig vergleichbare Alternativen gibt. Und die Tatsache, dass es sich bei der Sandvik UJ310 um ein ›Weltprodukt‹ mit hohen Stückzahlen handelt, schlägt sich auch bei den Investitionskosten nieder.«

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